tiehierf – the number of exclusion

Bergab.
Kurve.
Naß.
U-Bahngleise.

Zuviel für einen Kangoo. Der Wagen bricht aus. Nach rechts, nach links, dann wieder nach rechts.

Danke, parkendes Auto, danke Betonpfeiler, denn ohne Euch…
Glimpflich, ja, aber auch ein Blechschaden muß polizeilich registriert werden. Da sitze ich nun im Einsatzwagen, den Unfall vor meinem geistigen youtube-Fenster in HD loopend. Und während ich auf meine Papiere warte, sehe ich es:

Die Innenverkleidung der Polizeiwagentür.

Hartplastik, zerkratzt. Nicht ein oder zwei Kratzerchen etwa, die unsereins vom übereifrigen Ein-und Aussteigen oder dem Transport des neuen IKEA-Regals kennt, nein. Diese Tür ist übersät von Kratzern und ohne je dabeigewesen zu sein, sehe ich vor meinem inneren Auge entsetzt die Situationen, in denen sie entstanden sind. Nix mehr youtube.

Die Realität drückt auf das „X“ und dann bekomme ich sie wieder, meine Papiere.

„Die Fahrzeughalter werden sich vermutlich die nächsten Tage mit Ihnen in Verbindung setzen und dann müssen Sie ihrer Kfz-Versicherung blablabla…“. Ach ja, mein Leben in der Mitte dieser Gesellschaft war etwas aus der Spur geraten, erinnere ich mich.

Während ich das Polizeiauto zurück in dieses bürgerliche Leben verlasse, sehe ich die Spuren, die bei den Gewaltakten entstanden sind. Man kann sie lesen: hier mußte jemand rein, der garantiert nicht rein wollte.

Und im Namen aller Inhaftierten lese ich die Spuren rückwärts: Freiheit.

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4 Antworten

  1. Autsch! So ein Ärger. Hoffe, dur (eucht) geht’s gut? Was war das jetzt mit der Innenverkleidung? Dat raff ich nich. Hat einer versucht ins Auto einzubrechen oder wie oder wat?

  2. Nee, das war mir am Einsatzwagen der Polizei aufgefallen, als ich die Formalitäten wegen dieses dummen Unfalls erledigt habe.

    Zum Glück gabs keinen Personenschaden und angesichts der Situationen, in denen sonst so ein Einsatzwagen geholt wird, hatte ich mich fast schon ein wenig geschämt.

    Natürlich ist das mit dem Unfall scheiße, aber es gibt halt Leute, denen es weit scheißer geht. Immer.

    Eigentlich wollte ichs mit den Hdy fotografieren, dann hätte jeder augenblicklich verstanden, wieso die Szene so erschütternd gewesen ist, aber das kann man ja auch nicht bringen, so: „ach, Ihre Tür ist von den vielen Kämpfen mit Subjekten, die aus dem Verkehr gezogen werden, völlig verkratzt. Das täte sich gut auf meinem Blog. Darf ich das mal fotografieren?“…

  3. Ah jetzt raff ich das. Hast du Schlingel etwa den einen Satz geändert? Liest sich jetzt so, dass man sofort kapiert, dass es sich um die Innentür des Polizeiautos handelt 😉

    Ist zugegebenermaßen unheimlich.

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