Cindy B. Osbourne

Ich wußte es schon immer: Cindy & Bert sind der bessere Ozzy.

Und die bessere Osbourne.

Den ganzen Song gibts – ohne oberhammermäßige Tanzschritte und nur mit dem eingeblendetem Bild der Platte Sie & Er, Er & Sieebenfalls bei youtube.

Da fallen mir zwei Dinge auf:

1. Man kann sich zwar darüber streiten, wie true oder untrue die Auswahl der Interpreten war, schließlich waren Ciny & Bert im Schlager beheimatet. Das kann man sich aber auch bei jeder Coverversion fragen, denn Popmusik, so der Mythos zumindest, lebt davon, daß Interpret und Autor dieselbe(n) Person(en) sind, was Authenzität bewirkt, und selbst Wendy O. Willams´Cover von Lemmy´s „No Class“ ist – allein der Person wegen – nicht authentisch. Die Authenzität kommt hier dadurch, daß Wendy so Rock n Roll ist wie Lemmy.
Rein musikalisch fällt auf, daß bei der Produktion nur marginal „geschliffen“ wurde. Die Schweineorgel war seinerzeit nicht zuletzt durch Deep Purple der heißeste Scheiß im Rock. Die Gitarren sind laut genug und die Solo-Parts belassen worden. Das liefe heutzutage anders.

2. Der Text der ursprünglichen Version „Paranoid“ von Black Sabbath behandelt, wie könnte es anders sein, Paranoia. Bei dieser Version ist man durch die Wahl eines typischen Horror-Szenarios einer archetypischen Vorstellung gefolgt: bereits damals war Hard Rock / Heavy Metal (oder dessen Vorläufer) mit Horror verbunden. Daß düstere Musik zwar auch düstere Texte hervorbringt, diese jedoch als durchaus konstruktive Message der Hauptfigur („…I tell you to enjoy life. I wish I could but it’s too late“) und letztendlich der Band (warum entscheiden sich junge Menschen, ein derartiges Thema zu veröffentlichen? Das ist in jedem Fall konstruktiv) zu sehen ist, überforderte jedoch hiesige Vorstellungen von Popularmusik. Man hielt die Leute einfach für zu dumm, um sich mit einem derartigem Sachverhalt zu befassen. Aus rein pragmatischen Gründen schusterte man also einen billigen Horror-Text zusammen, wie es ein 4.Kläßler nicht besser hätte machen können.

Kurz: im ersten Moment denkt man: OK, das ist ja ganz schön progressiv, was Cindy & Bert so gemacht haben. Bei genauerem Hinsehen fällt einem anhand der Gesamtgestaltung dieser Version reflexiv der (vorausgesetzte) Konservatismus der deutschen 70er-Jahre auf.

Bezogen auf das, was in den 50ern in Deutschland so vor sich gegangen ist, mögen die End-60er und 70er eine Phase des Aufbruchs gewesen sein. Allerdings sollte man nicht glauben, daß lustige Schlaghosen und bunte Blusen ausgedrückt haben, daß Deutschland damals locker gewesen wäre. Damals gab es den Konservatismus genauso wie heute und in den 50ern, nur eben nicht so massiv.

In diesem Sinne ist dieses Video tatsächlich eine Art Horror-Szenario.

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2 Antworten

  1. Bwahahaaa was für ein topp-toppidy-top-top Video!! Das hat mir nun echt noch den Abend versüßt! Danke!

  2. […] feyd b. der auch noch einen lustigen text dazu verfasst hat) Lesezeichen gefällig? Bedien' […]

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