Probleme macht, wer welche hat…

Ein interessantes Interview mit Noah Sow bei tagesschau.de:

Ein angemalter Weißer ist kein Schwarzer.

Das hat schon was – auf wen macht Günter Wallraff wirklich aufmerksam? Auf die Probleme der Farbigen oder auf sich selbst? Gehts uns da nicht ein wenig so wie beim Betrachten dieses tollen Streifens über die Selbsterfahrung Morgan Spurlocks mit Fast-Food?

Man könnte meinen, das sei doch immerhin besser als garnichts. Mag sein, ja. Aber die Frage ist: empfindet man Empathie für den schwarz angemalten Weißen oder tatsächlich für „die Schwarzen“? Man ist sich der Szenerie doch vollkommen bewußt und projiziert alles in den Günter Walraff rein, anstatt offen für die „Forschungsergebnisse, Gefühle, Wissensproduktionen und Repräsentationsrechte Schwarzer“ (Sow) zu sein.

Die sind – genauso wie Migranten – gemäß ihres Herkunftsmilieus, dessen Schwierigkeiten ihren Alltag in Deutschland prägen, eben nicht die von den Einheimischen akzeptierte Projektionsfläche. Die machen Probleme.

Daß die Öffentlichkeit mal darauf aufmerksam wird, daß Migranten Probleme machen, weil sie welche haben, ist nicht der Fall und wird durch diesen Film wohl nicht erreicht werden.

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