SVP = Analphabeten – der Ruf des Muezzin auf deutsch

Die SVP ist gar nicht rechtspopulistisch!

Ihre Anhänger sind lediglich Analphabeten. Wären sie es nicht, würden sie nicht verbreiten, das Minarett sei ein Symbol für den Machtanspruch. Sie wären in der Lage, die deutsche Übersetzung des Adhan, des Rufs des Muezzins zu lesen. Dazu reicht ein Internetzugang und die Wikipedia vollkommen aus. Könnten sie es also, wären sie dazu in der Lage, folgende Zeilen zur Kenntnis zu nehmen:

Adhan, Ruf zum Gebet:

„Gott ist groß (größer als alles und mit nichts vergleichbar)
Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Gott
Ich bezeuge, dass Muhammed Gottes Gesandter ist
Eilt zum Gebet
Eilt zur Seligkeit (hell/Erfolg)
Eilt zum besten Werk
Das Gebet ist besser als Schlaf
Gott Ist groß (größer als alles und mit nichts vergleichbar)
Es gibt keine Gottheit außer Gott“

Wir sehen: der Adhan weist die üblichen Merkmale eines monotheistischen Glaubensbekentnisses auf. Zur Auffrischung nun das Glaubensbekenntnis der katholischen Kirche:

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren aus der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tag auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.“

Nicht genug der Heiligkeit: in Richtung SVP zitiere ich Jesus von Nazareth (Lk 6,41): „Den Splitter, der im Auge deines Bruders ist, den siehst du;
aber den Balken, der in deinem Auge ist, den siehst du nicht.“

Minarette, von denen aus der Adhan gerufen wird, sind der SVP ein Dorn im Auge bzw. der Splitter im Auge des Bruders… sie symbolisieren laut SVP den Machtanspruch des Islam. Aha. Wie steht es dann mit dem Text der katholischen Kirche?

Jetzt werden manche einwenden, sie hielten auch davon nichts, und zwar entweder, weil sie Protestanten oder Atheisten seien, die mit dem katholischen Glaubensbekenntnis nichts zu tun haben. Diesem Einwand entgegne ich:

1. Hier der Text des Zweiten helvetischen Glaubensbekenntnisses, und derjenige der evangelischen Kirche, welcher sich vom katholischen in einem einzigen Wort (statt „katholische Kirche“ steht da „christliche Kirche“) unterscheidet.

2. Religionsfreiheit beinhaltet selbstverständlich das Recht, keine Religion ausüben zu müssen. Jedoch sollten sich die Atheisten, die das Minarett-Verbot stützen, fragen, ob sie damit nicht auch den Rechtspopulismus stützen – auch, wenn sie selbst keine Nationalisten sind. Ging es der SVP wirklich um die Verhinderung eines Machtanspruches (dagegen dürfte wohl jeder Atheist sein – dann aber müßten auch Kirchtürme abgeschafft werden) oder um das Ziehen einer feudalen Demarkationslinie – „solange Du Deine Beine unter meinem Tisch hast…“ (das widerspricht dem freiheitlichen Verständnis eines Atheisten ganz gewiß)?
Ich kenne viele Atheisten, die für sich das Recht beanspruchen, ohne Religion leben zu können, die aber allein in der Präsenz von Symbolen nicht gleich Bekehrungsversuche sehen. Das ist für mich ein Hinweis auf einen gut überlegten, rational fundierten Atheismus: glaub Du, woran Du willst, aber laß mich damit in Ruhe. Im Gegensatz dazu sind mir Atheisten suspekt, die in hysterischer Manier am liebsten alles vom Erdboden wegfegen würden, was auch nur entfernt nach Religion aussieht.

Das haben die Bolschewiken so getan und letztendlich auch religiöse Fundamentalisten in Afghanistan.

Von daher ist die Frage, ob die Unterstützung des Minarett-Verbotes aus atheistischer Sicht wirklich demokratische Grundsätze stützt oder vielmehr dem Abbau der Religionsfreiheit zuträglich ist.

31 % der Schweizer Wahlberechtigten haben für ein Minarett-Verbot gestimmt (ein kleines „Haaallo, Aufwachen!“ an die 46 %, die zuhause geblieben sind). Aber für diese Wahl mußte man ja nicht wirklich lesen können, sondern gaanz viel fernsehen und dann lediglich ein Kreuz machen, wobei die Erfolgsquote bei 50:50 lag…

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4 Antworten

  1. Du traust dich schon wieder, was dazu zu schreiben? Und wenn nu die fiesen Nazitrolle wieder kommen? Machste alle Kommentare wieder weg? Oder wie? Ich schreib lieber nix längeres 😉

  2. ich finde es gut, dass du dich „schon wieder traust was dazu zu schreibsen“ und ich finde es ist deine entscheidung, ob du nazi-troll-gelaber stehen lässt oder nicht. beides hat vor- und nachteile. hoffentlich wird es aber nie soweit kommen, dass du angst hast, auf deinem eigenen blog über das zu schreiben, was dich beschäftigt.

    hier noch als ergänzung die präambel der schweizer verfassung:

    Präambel
    Im Namen Gottes des Allmächtigen!
    Das Schweizervolk und die Kantone,
    in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung,
    im Bestreben, den Bund zu erneuern, um Freiheit und Demokratie, Unabhängigkeit und Frieden
    in Solidarität und Offenheit gegenüber der Welt zu stärken,
    im Willen, in gegenseitiger Rücksichtnahme
    und Achtung ihre Vielfalt in der Einheit zu leben,
    im Bewusstsein der gemeinsamen Errungenschaften
    und der Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen,
    gewiss, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht,
    und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen,
    geben sich folgende Verfassung:

    nach letztem sonntag wird man das wohl anpassen müssen…

  3. Hi, danke, das muntert auf.

    Ich glaube aber, daß die Schweizer dennoch ein sehr liberales Volk sind und ihre Lehren aus diesem fiesen Ausrutscher ziehen werden. Jetzt bereue ich zum ersten Mal meine Entscheidung, das Kabelfernsehen rauszuschmeissen. Auf dem schweizer Fernsehen liefen immer so interessante Diskussionssendungen. Bei einer waren die Teilnehmer an Stehtischen und das Publikum in 4 oder 5 Reihen auf Tribünen. War immer sehr offen. Das dürfte in Deutschland anders ablaufen.

    Was die Trolle angeht, versuche ich eigentlich, fast alles stehen zu lassen. Wenn mir aber einer so gar keine E-Mail gibt und polemisiert, kommts eben auch nicht rein. tb@tb.tb und dagegen und keine Argumente – das sind gleich drei Gehtnicht auf einmal.

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