Herr Camus, da liegen sie aber falsch…

tagesschau.de: Sarkozy will Camus umbetten

Ich weiß noch, wie ich in der 10. Klasse den Auftrag bekommen hatte, das Werk eines „für die Literatur bedeutenden Autors“ vorzustellen.

Also ging ich in die Buchhandlung und fragte nach „Weltliteratur“…:-)

Man empfahl mir eine Regalwand, an die leicht zu kommen war: keiner stand davor. „Aha, da steht also die Weltliteratur“, dachte ich. Dann nahm ich mir ein Buch, von dem ich glaubte, es „packen“ zu können: „Das Spiel ist aus“ von Albert Camus.

Die Benotung meiner Buchvorstellung war wohl geprägt von meinem guten Willen, mich an einen der ganz Großen heranzuwagen. So richtig kapiert habe ich es damals aber nicht, was ich da erzählt habe…

Jedenfalls ist Camus einer der ganz Großen der Weltliteratur, soviel hatte ich damals gelernt, denn allein der Schwierigkeitsgrad hob meinen eher dürftigen Beitrag auf eine 3 oder so.

Tja, und dieser Camus ist der Meinung Sarkozys nach nun fehl am Platz, da wo er verrottet. Das wollte er nämlich in Lourmarin, Vaucluse, Frankreich. Sarkozy meint aber, Camus hätte sich geirrt. Schließlich bedeutet ein Nobelpreis für Literatur ja nicht, daß man sich über die praktischen Fragen des Lebens – und Sterbens – immer so voll und ganz bewußt ist.

Also soll er jetzt umgebettet werden, zum Ruhme Frankreichs.

Die Frage ist nur, ob das Mißachten des letzten Willens eines Menschen zum Ruhme Frankreichs ist oder nicht.

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