Unser vorherrschendes Verständnis vom Sozialstaat

Schäuble zum Sparpaket.

In Niedersachsen wurde gestern eine Diätenerhöhung beschlossen – wie üblich durch die Abgeordneten selbst.

Das Paradoxe an unserem Sozialsystem ist ja Folgendes:

es soll in schlechten Zeiten verhindern, daß Leute in den Armutsstrudel gelangen.

Aber gerade in schlechten Zeiten wird vor allem im Sozialsystem gekürzt. Wie wir an diesem Beispiel sehen, auch noch an den Ärmsten der Armen.

Die Sparmaßnahmen werden kurzfristig Geld sparen und sicher dazu beitragen, daß Hartz IV-Empfänger nun wirklich jeden Job annehmen werden, vom Leichenwäscher bis zum Kanalreiniger.

Mittel- und langfristig wird es aber ein großer Teil der Menschen nicht schaffen, die Rechnungen zu bezahlen bzw. die Bedürfnisse von Kindern, die in dieser Gesellschaft Sozialisation erfahren, zu befriedigen – damit meine ich nicht das neueste Nintendo DS, sondern die Fahrt mit der U-Bahn oder den Eintritt ins Freibad.
Das liegt daran, daß manche Leute eben einfach nicht in der Lage sind, jeden Job zu übernehmen. Es ist schlicht und ergreifend eine falsche Annahme, zu glauben, daß alle Arbeitslosen nur zu faul sind.

Und in ein, zwei Jahren haben wir noch mehr marginalisierte Menschen in Deutschland. Aber dann kann man ja wieder sparen und gleichzeitig, wie gestern in Niedersachsen, eine Diätenerhöhung um rund 400 € pro Abgeordneten beschließen.

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