Vuvuzela – die Vorteile

Alle Welt redet von der WM und 98 % davon reden von der Vuvuzela, von der sich wiederum 90 % genervt fühlen.

Ich denke, man sollte das nicht so negativ bewerten. Die Vuvuzela hat eindeutige Vorteile:

Die Vuvuzela schafft Arbeitsplätze:

es gibt Leute, die vom Verkauf sowohl von Vuvuzelas als auch Vuvuzela-Eliminatoren leben: Vuvuzela-Filter erfreuen sich höchster Beliebtheit

Die Vuvuzela schont die Ohren:

so manchen dümmlichen Kommentar muß ich mir nun nicht mehr anhören.

Die Vuvuzela ist vielseitig einsetzbar:

Upgrade-Bausatz 1: Plastiklupe groß -> Ameisensauna
Upgrade-Bausatz 2: Plastiklupe groß, Plastiklupe klein -> Fernrohr
Upgrade-Bausatz 3: Luftballon ans dünne Ende -> Fahrradhupe, aufgrund der Lautstärke auch in Autos einsetzbar
Upgrade-Bausatz 4: 8 weitere Vuvuzelas und eine Kugel (kann auch ein Fußball sein= -> Kegelspiel
Upgrade-Bausatz 5: Laserenergie-Kompensator und „Macht“ -> Lichtschwert
auf Malle: dünnes Ende an den Mund, dickes heimlich in den Sangria-Eimer -> vorteilhaftes Wunderröhrchen, nimmt mehr Flüssigkeit auf
Spekulum (…)
Küche 1: senkrecht halten -> Trichter mit Spucke-Geschmack
Küche 2: Nudelholz für unebene Pizzas
Küche 3: wenn aus Blech -> Spaghetti-Kocher für 1 – 3 Spaghetti
Musikstudio: Vuvuzela-Sound mit Verzerrer -> Todeströte
Ersatz für Krieg:
– die lauteste Armee gewinnt
– jede Armee darf einmal Luft holen, die mit dem längsten Atem gewinnt (Vorsicht: auch hierbei kann man sterben – unbedingt zeitig Luft holen!!!)
– die Armee mit den längsten gewinnt

Noch was zum Schluß:

Das waren damals keine Vuvuzelas, sondern Tröten auf Druckluftdosen. Machte genauso einen Krach und es hat niemanden gestört. Es kann ja nicht am Ton liegen, der war eine Quart höher (Vuvuzela: ais, klassische Tröte: dis) und je höher der Ton, desto nerviger der Sound.
Also: beruhigt Euch mal alle, spart Euch das Geld für den Filter. Es gibt ja noch so was wie den Lautstärkeregler.
Im Sinne der Bloggerei kann ich nur sagen, daß es doch schön ist, wenn wir und auf den kleinsten gemeinsamen Aufreger einigen können und von daher seien wir mal alle froh, daß WM ist. In 4 Wochen werden sich alle noch diesen Sound zurückwünschen, aber dann ist die WM leider vorbei.

Updates:
Vuvuzela Hero
Ban football from Vuvuzela-Concerts!

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19 Antworten

  1. Feine Ideen, die hervorragend meinen Blogartikel ergänzen unter http://ostwestf4le.wordpress.com/2010/06/15/1502/

  2. Bei so viel Begeisterung, natürlich die Frage: Trötest Du auf Deiner eigenen Vuvuzela? 😉

  3. Lieber Borna,
    nun kommentiere ich das erste mal Deinen Blog: super witzig. Mir gefällt vorallem die vielfältige Einsetzbarkeit in der Küche. Und wer will schon einen ebenen Pizzaboden? Eben!

    Liebe Grüsse,
    Anne

  4. Eine kurze Nachfrage: Ich kenne den Grundton der Vuvuzela nicht. Bei Wikipedia steht, der erste Partialton wäre 220Hz, was für mich aber kein ais, sondern ein a ist.
    Nichts für ungut, ich wunderte mich nur. Hast du nähere Informationen?

    • ich habe das komplett kritiklos von daMax (Link im Blogroll) übernommen. Naja, nicht ganz. Das ais meiner Gitarre ist das gleiche wie jenes der youtube-WM-flicks, die ich gesehen habe und darauf hatte ich mich bezogen.

      Im übrigen dürfte es sowieso mehr ein Range von 1 Ton drunter (gis) bis einem Ton drüber (c) – mit allen möglichen Nuancen dazwischen – sein, wobei sich das ais aufgrund der Beschaffenheit der am meisten verkauften Vuvuzelas wohl durchgesetzt hat.

      Und somit haben wir die Erklärung für den Wiki-Artikel: offensichtlich hat sich der unbekannte Autor auf eine bereinigte Stadion-Aufnahme bezogen. Somit wird klar: Eliminieren tötet die Wahrheit.

      • I see. Danke für die Erklärung.

        Und natürlich gibt es dort einen Range. Sonst müssten wir ja davon ausgehen, dass alle Vuvuzelas identisch gebaut wären. Zudem gibt es ja auch noch kleinere Vuvuzelas, z.B. für Kinder. Da sieht das nochmal ganz anders aus.

        Ich lese auch gerade, dass die Dinger wie eine Naturtrompete funktionieren und es sowieso von der Lippenspannung abhängt, welchen Ton man spielt. Aber die meisten scheinen einen sehr ähnlichen Ton zu tröten.

      • Also wenn einer „Alle meine Entchen“ auf ner Vuvuzela hinkriegt, ist das inetwa das gleiche wie ein Hummelflug von Menuhin …

  5. Man muss wohl abwägen:
    – Der Vorteil an den Druckluftdosen: Sie kosteten Geld, hatten nur eine begrenzte Menge Luft zur Verfügung und wurden infolgedessen eher gezielt als zur Dauerbeschallung eingesetzt.
    – Der Vorteil an den Vuvuzelas: In dreieinhalb Wochen ist die WM vorbei, und die Billigplastikvuvuzelas dürften ihr Ende nicht lange danach erleben.

    • Man könnte abhelfen, indem man Vuvuzelas nur noch an alte Menschen abgäbe – die haben auch nur eine begrenzte Menge Luft zu Verfügung…

    • Ihr musikalisches Ende ja, Verrottet sind sie leider auch in 10 000 Jahren noch nicht. Da stehen die Druckluftdosen in wenig nach.

      Warum also nicht eigentlich die guten alten Lippen, Stimmbänder und Zungen? Die können doch auch wunderschön, umweltschonend und völlig umsonst tröten, jubeln, singen, jubilieren, schreien, fluchen…

      Anne

  6. Leider weiß ich es jetzt immer noch nicht (s.o.)

    • Antwort:

      ich habe keine Vuvuzela, das ist mir zu kommerziell. Leute wie ich, die fest mit dem Underground verwurzelt sind, benutzen ausschließlich Kazoos!

  7. Diese Tröten haben aber einen gewaltigen Unterschied zu den nervigen Vuvuzelas… die tröten nicht permanent 90 Minuten durch, sondern wurden punktuell eingesetzt, bei Jubel, bei guten Aktionen, bei Standards, etc. und danach ist wieder Ruhe. Und trotz diesen Druckluftkartuschentröten hört man noch das Publikum. Dieser Vergleich hinkt also ein wenig. 😉

  8. Bei Dir ist gerade auch Sommerloch, hm?

    • nee, aber ich dachte, ich lasse die Werbung für das heutige Protestival mal oben. Ich kann ja keine Skripte, die das so elegant wie auf Deiner Seite tun, also schreibe ich (natürlich nur aus Protest…;-)) keine neuen Artikel.

  9. Schöner Artikel! Er hebt sich wohltuend von der sonstigen Anti-Vuvuzela-Propaganda im Netz ab. In der Tat, ist doch die Vuvuzela ein höchst vielseitiges Instrument: http://twiturl.de/vuvuquartet

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