…der Sommer ist vorbei.

Der Sommer ist vorbei.
Nicht, daß es in der letzten Woche nicht noch ab und zu mal einen warmen Tag gegeben hätte.
Oder daß es mehr als warm – wir können ruhigen Gewissens sagen: heiß – gewesen wäre, wenn die Sonne mal geschienen hätte.

nein, das wird kein „Der Sommer in Deutschland“ – Artikel. Ich brauche es nicht immer dämpfig und tropisch – zumindest nicht dort, wo man nicht ins Meer springen kann

Und selbstverständlich trugen sie auch zum konservierten Sommer-Feeling bei; sie, die Heimgekehrten von den Stränden fremder Länder. Mit ihren allzu gewagten T-Shirts/Bermuda-Shorts, Hawaii-Hemden, den mal-anders-als-sonst-Frisuren, den knackig gebräunten Teints und selbstverständlich auch einem etwas lockereren Lebensgefühl als sonst. Wenn Menschen in Deutschland etwas freundlicher als sonst sind auf den Bahnhöfen, Straßen und in den U-Bahnstationen – also dort, wo man es für gewöhnlich eilig hat – dann muß es daran liegen, daß sie aus ihren Urlauben kommen, wo sich 2 – 3 Wochen lang ihre Alltage auf Fragen der Strandliegenbesetzung oder Restaurant-Wahl beschränkt haben. So einfach und unbeschwert kann das Leben sein.

Ja, das alles trägt zu einem anderen Lebensgefühl bei

und man merkt: nicht „die Deutschen“ sind so (oder zumindest sind sie nicht von Geburt an so), sondern es ist der deutsche Lebensstil, die Gepflogenheiten unseres organisierten geschäftlichen Alltags. Den kann man abstreifen und es geht verdammt schnell, ohne Pflichtbewußtsein klarzukommen.

Und selbstverständlich kann man zumindest versuchen, es zu konservieren, etwas mitzubringen nach Deutschland, wenn man in Portugal, Kroatien, Italien oder Thailand war.

Aber ganz sicher ist bereits der Versuch, dieses Sommer-Feeling zu konservieren zum Scheitern verurteilt, wenn er sich durch den stoischen Betrieb von Klimaanlagen in U-Bahnen und Zügen auszeichnet.

Das ist keine Behauptung – ich habe es selbst erlebt, am eigenen durchgefrorenen Leibe. Und nicht nur ich, sondern zig andere Fahrgäste der DB oder der VVS auch. Du steigst von einer etwas-unter-Raumtemperatur-Station aus (also gefühltes nichts – weder kalt noch warm) in die Bahn und bemerkst es, das leichte Frösteln. Doch dabei bleibt es nicht. Da stehst, sitzst, fährst Du nun an Deine Zielbestimmung, und Du bist glücklich, wenn Du nur eine Kurzstrecke gelöst hast. Denn dann bist Du bald erlöst aus Klein-Sibirien (schon gewußt? Jakutien liegt direkt daneben und ist genau so kalt, aber Sibirien ist nun mal das Synonym für „kaltes Land im Norden Rußlands“, und deshalb völlig uninteressant für den Feuilleton und die Backpacker-Industrie).

Ansonsten frierst Du halt hier in Deutschland, obwohl es noch gar nicht so kalt ist Anfang September.

Und fragst Dich, warum man bei ca. 20 °C Außentemperatur drinnen die Klimaanlage laufen lassen muß. DIN – ESO-Norm xy2000? Damit nicht, wie letztes Jahr, arme Schüler in ICEs kollabieren? Natürlich muß man sowas vermeiden, klar. Aber warum von einem Extrem ins andere? Jetzt frieren sie alle. So wie letzten Freitag im ICE von Leipzig nach Stuttgart. Oder in der U7 von Ostfildern nach Stuttgart.

Nicht nur ich, nein. Ich schnappte es auch bei anderen Passagieren auf.

Na toll.

Nein, ich fühle mich nicht wie im Urlaub, nur weil die Klima-Anlage in der U-Bahn läuft.

Dann versuchts lieber mal mit dem, was Ihr erfolgreich aus dem Urlaub mitnehmt. Also ein wenig Lockerheit, Menschlichkeit, Freundlichkeit, denn ohne Scheiß: das alte Klischee von der Sonne im Herzen…

…JA, ES FUNKTIONIERT!

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