Bild-Zeitung: Ladendiebstahls-Schilder bedrohen die Freiheit!

Wulff (Bundespräsident, also Name einfach wieder vergessen) drohte Diekmann (Bild-Zeitungsredakteur, also Name einfach wieder vergessen) mit „strafrechtlichen Konsequenzen“, wenn dieser eine veraltete Stellungnahme veröffentlichen würde. Diekmann heulte ein bißchen rum und wird nun von seinen Kollegen aus dem Blätterwald getröstet. Ein Angriff auf die Pressefreiheit soll es sein, liest man überall und die Online-Präsenz der Bild macht daraus sogar eine „Drohanruf-Affäre“ …

Ähh…was hatte Diekmann denn vor, zu schreiben? Wenn das, was er über Wulff schreiben wollte, gegen kein Gesetz verstößt, braucht er auch keine Angst vor einer Anzeige zu haben. Wieso flennt der so rum? Ich nehme an, Wulff hat irgendwie das Recht, die Veröffentlichung freizugeben oder eben nicht – sei es, weil der Bericht inhaltlich nicht zutrifft, sei es, weil er aus formalen Gründen (Schutz der Person) nicht veröffentlicht werden darf. Und wenn der Redakteur dagegen verstößt, ist das ein Straftatbestand. Also, Herr Diekmann: Klappe halten, setzen. Das hat nichts mit der Pressefreiheit zu tun, die überigens mit der Narrenfreiheit nicht zu verwechseln ist. Sonst müssen nämlich demnächst folgende Schilder sämtlich aus den Läden entfernt werden, weil sie nichts anderes als die Androhung strafrechtlicher Konsequenzen sind:

Also: der Herr Diekmann darf weiter ungestört einkaufen, wenn er nicht stiehlt. Und wenn er keinerlei Verleumdungen oder Halbwahrheiten verbreitet, darf er sogar publizieren. Letzteres dürfte ihm zumindest bei seinem jetzigen Arbeitgeber allerdings schwer fallen.

Geschmacklosigkeit am Rande:

die Online-Präsenz der Tagesschau nimmt Diekmann in Schutz. Ich nehme an, daß das weniger zur Wahrung der Pressefreiheit denn zur Wahrung der eigenen Interessen dient. Es gibt einfach nichts zu schreiben. Da kommt so ein halbes Skandälchen doch gerade recht. Mein Kommentar im Tageschau-Blog (zu diesem Beitrag) wurde gelöscht – betroffene Hunde bellen. Dann halt hier:

„Tja, die Hetze gegen Wulff war vor Weihnachten noch nicht ganz so stark.
Nein, ich bin keine Verfechter Wulffs. Sollte er etwas ausgefressen haben, soll er schlicht und ergreifend abhauen.
Aber die Vorverurteilung stößt mir schon sauer auf und daran haben die Medien ihren Anteil.

Besonders bitter ist es, wenn sich die Tagesschau an der Hetze beteiligt, nur weil ein Journalist sich bedroht fühlt. Und warum tut er das? Weil Wulff mit strafrechtlichen Konsequenzen droht. Das ist völlig legitim und wenn die Bild-Zeitung nichts unwahres schreibt, hat deren Redakteur auch nichts zu befürchten.

Selbstverständlich prüfen Politiker Berichte, die über sie publiziert werden. Das ist nämlich, in den falschen Händen, Sprengstoff.

Nicht vergessen: Wulff und die CDU sind mir egal, aber auch die Medien haben nur Presse- nicht Narrenfreiheit. Und wenn sie nun ihr inoffizielles Mandat als „vierte Macht im Staat“ mißbrauchen, sind auch sie vor rechtsstaatlichen Konsequenzen nicht sicher.“

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