Schon wieder Entgleisung in Stuttgart: diesmal ist es eine Lok.

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Wie man auf diesem Bild erkennen kann, ist eine heute am Bahnhof Stuttgart eine Lok entgleist Mit den drei IC-Entgleisungen seit letzten Sommer sind das dann vier Entgleisungen, die glimpflich verlaufene Entgleisung des Güterzuges am Feuerbacher Bahnhof nicht mitgezählt.

Das macht dann wahrscheinlich noch mal ein paar Milliönchen mehr für die Kostenexplosion. Wir habens ja. Jetzt noch schnell eine neue Emnid-Umfrage zu S21 durchführen, bevor sich der neueste Pfusch der Bahn  bei S21 rumspricht…

Jetzt gibts zwei Möglichkeiten:

1. Die Lok ist auf einem Gleis im Zuge (sic!) der Umbauarbeiten für S21 entgleist. In dem Fall schwindet mein Verständnis auch für den letzten S21-Befürworter.

2. Die Lok ist auf einem Gleis entgleist, der im Moment nichts mit S21 zu tun hat. Dann gilt allerdings das, was für die Beinahe-Katastrophe am Bahnhof Feuerbach gilt: hätte eine Bahn, die weniger ausgelastet ist, dies verhindern können?

Ich habe das Gefühl, dass die Bahn in der Landeshauptstadt den Grossteil ihrer Energie in Stuttgart 21 steckt. Wieviel Energie bleibt da noch für die Sicherstellung eines reibungslosen Ablaufs?

Planen, das weiss jeder, der Projekte plant, planen ist mit Puffern planen. Wenn man am Limit plant und arbeitet, ist das fahrlässig, denn wie fängt man die ganzen kleinen Probleme auf, die der Alltag mit sich bringt?

Von daher ist das so oder so auf S21 zurückzuführen, zumal es vor den Bauarbeiten derartige Probleme nicht gab.

Weitere Bilder:

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10 Antworten

  1. ??

    Wie genau wird ein Überfahren einer Gleissperre durch (bessere?) Planungen für Stuttgart 21 verhindert?

    Aus welchem Grund genau steckt ein Tf während einer Rangierfahrt Energie in Stuttgart 21?

    Warum genau wird die „Güterzugentgleisung“ in Feuerbach in eine Reihe mit den Entgleisungen im Hbf gestellt?

    Sind wirklich vor Beginn der Bauarbeiten keine Unfälle in S-Hbf passiert? Mir fällt spontan der 15.6.1993 als schwerster Zwischenfall ein, aber Rangierunfälle gab es sicher auch später und vor allem nicht nur in Stuttgart.

    Ab welchem Radius um Stuttgart ist ein Rangierunfall nicht mehr auf Stuttgart 21 zurückzuführen?

    • Wie ist das so…?
      Die Bahn überschreitet ihren selbst gesteckten (und eigentlich damals schon nach oben korrigierten) Kostendeckel und beginnt, die Schuld anderen zu geben – der Schlichtung, den Projektgegnern, der pösen grünen Landesregierung (in der ja die S21-affine SPD sitzt)…
      Im letzten halben Jahr gab es 3 IC-Entgleisungen, eine entgleiste Lok und die Sache mit dem Feuerbacher-Bahnhof. Mal ganz zu schweigen von den daraus resultierenden Verspätungen (und Du kannst mir glauben, ich als täglicher Pendler knirsche mit den Zähnen, während ich darüber schreibe: heute 7 Minuten, gestern 5 usw.).
      Und wieder wird der Spieß umgedreht: die Gegner dieses großen überteuerten Murks-Projektes sollen nun ihren Widerstand rechtfertigen…

      Wir können gerne ins Detail gehen, wie von Dir gewünscht. Die Entgleisungen sind ja bestenfalls dokumentiert. Ich kann Dir aber auch ein imaginäres Beispiel nennen:

      Chef zum Angestellten: „Was ist los, sie kriegen die Arbeit nicht mehr so richtig in den Griff. Wollen Sie Urlaub? Vielleicht ein paar Projekte abgeben?`“
      Angestellter: „Also das eine hat ja gar nichts mit dem anderen zu tun. Und Fehler passieren doch dauernd, auch bei anderen Angestellten. Und jetzt erzählen Sie mir gefälligst mal, woher Sie sich überhaupt das Recht nehmen, ohne Quellen und Daten meine Arbeit in Frage zu stellen!“

      Ich denke, der Chef würde wohl über eine Kündigung nachdenken. Meinst Du nicht?

      Klartext: es reicht mit diesem Bahnhof. Erkläre mir mal einer, woher die 1,1 Mrd seitens der Bahn und die „weiteren Risiken“ in Höhe von 1,2 Mrd kommen, die der Steuerzahler jetzt bezahlen soll. OK?

      • Ich stimme dir ja bzgl. Finanzierung und so weiter größtenteils zu — mir ging es aber um die fragwürdige Herstellung von Zusammenhängen in dem Artikel.

        Gleissperren gibt es auf vielen Bahnhöfen und gab es in Stuttgart auch schon vor Beginn der Bauarbeiten. Ich sehe daher bis zum Beweis des Gegenteils keinen Zusammenhang mit S21. Beweis des Gegenteils heißt hier:

        a) Die Rangierfahrt selbst stand im Zusammenhang mit den Bauarbeiten (Bauzug etc.) und
        b) die Ursache des Unfalls resultierte aus den Bauarbeiten (Fehlplanung der Kurvenradien wie bei Gleis 10, Oberbaumangel etc.)

        Für keins von beiden sehe ich hier momentan ein Anzeichen.

        Daher kann ich bislang der Schlussfolgerung, die Sache habe „so oder so etwas mit S21“ zu tun, überhaupt nicht folgen. Im Gegenteil: Entgleisungen haben sich (leider) nach meinem Empfinden in letzter Zeit an verschiedenen Orten gehäuft, nicht nur in Stuttgart. Warum sollte also genau dieser Zwischenfall eine Ausnahme sein?

      • Die Frage ist:
        darf sich die Bahn in Stuttgart noch auf diese – in anderen Fällen durchaus zulässige – Argumentation überhaupt noch zurückziehen?
        Stell Dir vor, es ist Fussball und das Spiel wird verloren. Also so 5:3.
        Anfangs steht es noch 0:1, dann 0:2 und dann 0:3.
        Dann kommt der Anschlusstreffer und die Mannschaft spielt noch beruhigt ihren Stiefel weiter. Anschliessend aber wird die Mannschaft aufgrund der falschen Aufstellung im Mittelfeld überrannt, was das 2:3 und dann das 3:3 bringt. Ob dann das 4:3 ein Eigentor und das 5:3 ein (sogar unberechtigter) Elfmeter sind, ist doch unterm Strich egal, denn: das Spiel wurde durch die falsche Aufstellung verloren und die unglücklichen Umstände (Eigentor und Elfmeter) hätte man ansonsten noch kompensieren können.
        Dieser Vergleich ist natürlich keine Argumentation, sie soll die Argumentation nur verdeutlichen.
        Deiner Erklärung zufolge hat die Gleissperre funktioniert bzw. das getan, was sie tun sollte.
        Mangels bisher verfügbarer Fakten können wir aber nur spekulieren:

        a) Gleissperre und Signal waren intakt, der Lokführer ist weitergefahren – menschliches Versagen.
        b) Gleissperre war intakt, Signal nicht: technisches Problem.

        Beide Fälle könnten auf eine zu hohe Auslastung der Kapazität (also auch personelle Ressourcen, deshalb „menschliches Versagen“) hinweisen. Sie müssen es nicht, aber im Moment geben die Fakten eben nicht mehr her.

        Für mich jedenfalls ist es äusserst zweifelhaft, dass die Bahn angesichts der enormen Schwierigkeiten durch (allein) die Finanzierungsdebatte und die IC-Entgleisungen (welche ja eindeutig mit den Umbauarbeiten zu S21 zu tun hatten) einen funktionierenden Betrieb hinkriegt. Ich merke das doch als Pendler: ich komme in der Woche ein, höchstens zwei mal pünktlich am Bahnhof Stuttgart an – fast immer sind es mindestens 5, wenn nicht 7 oder 8 Minuten und das bei einer Regionalbahn-Verbindung, die üblicherweise 11 Minuten braucht.

        Ich glaube, die gehen am Stock. Die Performance leidet, das merkt man einfach und da sei mir die Verbindung mit allen weiteren Performance-Problemen erlaubt. Das heisst nicht, dass alle Probleme mit S21 zusammen hängen MÜSSEN. Aber im ersten Moment ist das doch völlig natürlich. Die kriegen im moment nix mehr so richtig hin.

  2. Ach schau, das Quecksilber im Fulltimejob, nicht nur auf den grünen Seiten. h.g. ihre Fragen sind berechtigt, aber offensichtlich zieht der Quatsch, den das Desinformationsbüro über den Wahrheiter Dietrich seit Jahren verkündet das Niveau runter. Das müssen Leute wie Sie verhindern. Ohne ihren persönlichen Einsatz ist nicht nur der Untergang von S21 sicher, das ganze Vaterland ist in Gefahr. Noch was zur persönlichen Erheiterung:
    http://www.sueddeutsche.de/politik/proteste-gegen-stuttgart-polizei-raeumt-schlossgarten-1.1284353
    Die unter Zeitdruck stehende Deutsche Bahn begann dann schon am Vormittag, die ersten von 108 Bäumen zu fällen. 68 weitere sollen versetzt werden. Die Fällerlaubnis läuft am 29. Februar aus.
    Nach der Rodung werden Baulogistik-Straßen errichtet. Anschließend können die Erdarbeiten beginnen. „Die Aussage, es passiere auf der Baustelle bis Oktober nichts, ist falsch“, sagte der Projektsprecher von Stuttgart 21, Wolfgang Dietrich.
    Wie sagte Schmiedel: Nach drei Jahren, ein Bauzaun, ein Loch und sonst nichts Lügenpack
    Was sagt der Chemiker: Lügenpack

    • Ich genehmige alles. Fast. Rechtsradikalen Scheiss natürlich nicht. Aber rechtsradikal ist das tatsächlich nicht, was Du schreibst. Ansonsten… ja, die Räumung des Parks hat vielen Konservativen gut getan. Endlich waren die Penner raus. Mich hingegen treibt so einiges andere um. Vor allem sinds im Moment die Kosten von S21. Und da rede ich nicht von den „weiteren Risiken“ oder dem, was die S21-Lobby der Protestbewegung in die Schuhe zu schieben versucht.
      Ich rede von den 1,1 Mrd €, für die die Bahn – welch transparente Haltung! – sich selbst ganz offiziell die Verantwortung gibt.
      Und wann entschuldigt sich eigentlich mal einer von der Bahn bei der Öffentlichkeit dafür? Nein? Sind ja auch nur 1,1 Mrd €.

  3. Ach so, noch was Allgemeines: Vielleicht war ich irrigerweise davon ausgegangen, dass allen Beteiligten die Funktion einer Gleissperre bekannt ist.

    So eine Gleissperre ist mit einem (Sperr-)Signal gekoppelt. Wenn das Signal Fahrt zeigt, ist die Gleissperre inaktiv und der Zug kann passieren. Wenn das Signal Halt zeigt, ist die Gleissperre aktiv (liegt auf den Gleisen) und bringt den Zug bei Vorbeifahrt am Signal zum Entgleisen. Ein sehr einfacher, aber effektiver Schutz.

    Die Gleissperre hat hier also genau das gemacht, was sie sollte (nämlich etwas Schlimmeres wie eine Flankenfahrt verhindert). Nur falls jemand meinte, Entgleisungen seien immer ein Zeichen von mangelhaft ausgeführten Bauarbeiten.

    (Natürlich sollte ein Halt zeigendes Signal gar nicht erst überfahren werden, aber das ist eine andere Diskussion.)

    siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Gleissperre

  4. (Als Antwort auf https://feydbraybrook.wordpress.com/2013/02/12/schon-wieder-entgleisung-in-stuttgart-diesmal-ist-es-eine-lok/#comment-1014 )

    Das klingt schon erheblich vernünftiger als der Artikel🙂. Ausgeschlossen ist ein Zusammenhang mit S21 ja nicht, aber so klar, wie du ihn versucht hast herzustellen, ist er keinesfalls.

    Was den Zusammenhang mit der Finanzierungsdebatte und den Entgleisungen angeht, so bin ich der Meinung, dass dies zwei unterschiedliche Ebenen im gleichen Konzern betrifft (wenn es überhaupt die gleiche Konzernsparte ist). Also ich denke nicht, dass sich ein Tf während einer Rangierfahrt Gedanken um die S21-Finanzierung macht und deshalb ein Signal überfährt.

    Genauso wenig haben sich die Güterwagen in Kornwestheim wegen S21 gelöst und deine Verspätungen (die ich selbst auch nur allzu gut kenne), sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch weder auf den Tf des verspäteten Zuges noch auf den Fdl zurückzuführen. Diese Betriebseisenbahner machen ihren Job im Rahmen der (immer beschränkteren) Möglichkeiten schon ganz gut, denke ich. [Ja, selbst die Planungen wären vermutlich um einiges gescheiter, wenn man nicht wegen der Kostensteigerungen an allen Ecken und Enden sparen müsste — „wozu brauchen wir den Übergangsbogen an Gleis 10, wirf den doch raus, dann kostets 500.000 weniger“.]

    Zu guter Letzt: Im Gleisvorfeld selbst wird doch momentan eh gar nichts mehr gebaut, oder irre ich mich da? Die Bahnsteigverlängerungen sind ja abgeschlossen und die Prellbockverlegungen haben nicht begonnen.

    • Nee, ich denke auch, dass ein Lokführer (Tf?) sich nicht „Gedanken macht“ und deshalb eine Gleissperre überfährt. Ich dachte da eher an Ressourcenmangel in Form von Planungszeit – also mit S21 sind doch nicht nur die Manager beschäftigt, oder? Das ist Arbeit für die Verwaltung, für das Controlling, für die Teamleiter usw. Das muss ja alles während des laufenden Betriebs geplant werden und sowas wird durch die IC-Entgleisungen nicht leichter. Meine Frage ist also, ob innerhalb der Bahn Menschen an Ecken und Enden, die mit S21 nichts zu tun haben, schon Veränderungen gesprüt haben – Druck vielleicht sogar oder Ressourcenmangel.
      Mir erscheint das plausibel, ich kenne das aus meinem beruflichen Bereich Kinder- und Jugendhilfe. Als die Bildungspläne (Stichwort Pisa) auf Teufel komm raus durchgeboxt worden sind, ging kurze Zeit später kaum noch etwas in Kitas. Alles wurde in die Umsetzung von „Bildungskonzepten“ investiert und viele kleine, aber wichtige Dinge wurden vernachlässigt, so dass es ständig zu Ausfällen kam.
      Natürlich sind das Mutmassungen in bezug auf die Bahn. Aber ich fresse einen Besen, wenn die S21 mal eben so nebenher machen – zumal ja auch das Geld fehlt…
      Dennoch Danke für Deine wichtigen Kommentare, die den Beitrag aufwerten🙂

  5. Also, eine Gleissperre wie die von der V60 überfahrenen, ist eine SICHERHEITSEINRICHTUNG. Die hat weder mit S21 speziell oder mit Nachlässigkeit aus Sparsamkeit zu tun! Wenn eine Rangier- oder Zugfahrt bei einer festgelegten Fahrstrasse theoretisch dort reinfahren könnte, bewirkt die Gleissperre eine Zwangsentgleisung von der Fahrstrasse weg. Gilt nicht nur in Stuttgart.
    Ist nach Eisenbahnbau- und Betriebsordnung (Gesetz) vorgeschrieben zur Unfallvermeidung!
    Nicht immer gleich bei S21 polemisieren…

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