Jetzt neu: Weltuntergang

„Pixels“ von Patrick Jean:

Muß man gesehen haben. Mein Fave: Donkey Kong, klar.

Werbeanzeigen

John Cusack

John Cusack:

Viele kennen ihn aus Kult-Filmen wie „High Fidelity“ oder „Being John Malkovich„. Recht wenige werden wissen, daß er in einem der absoluten Klassiker der 80er-Jahre-Teenie-Adoleszentenfilme die Hauptrolle des Robin Gibson gespielt hat, und zwar brilliant. In dieser kleinen Kostprobe versucht Robin seine streberhafte, aber gutaussehende Kommilitonin Alyson auf ganz raffinierte Art dazu zu bringen, mit ihm Zeit zu verbringen: er bittet sie um Nachhilfe (eigentliche Szene ab 2:14):

Dieser Film ist einer der nach wie vor sehenswertesten aus jener Epoche und hat zurecht eine große Fangemeinde. Es gibt ja leider die Unart, jedem Schrott aus alter Zeit das Attribut „Kult“ zu verleihen, was dazu geführt hat, daß es Menschen gibt, die sogar Modern Talking als Kultband bezeichnen. Dabei sind sie weder Kult, noch Band.

Dieser Film hat aber alles, was ein Kultfilm braucht: eine gute Handlung, unter seiner witzigen Oberfläche einen doppelten tiefsinnigen Boden, gute Schauspieler und die typischen Merkmale eines Roadmovies.

Interessant war (gestern bei „Wetten dass?“) jedenfalls, wie John jede Möglichkeit vermieden hat, Emmerich als großartigen Künstler zu benennen. Er sprach allgemein von der Herausforderung, mit Menschen zu arbeiten, die gute Action mit guter Handlung verbinden können, nie aber davon, daß Emmerich ein solcher Mensch sei. Tja, was soll man sagen? Cusack ist kein Nobody, aber dennoch hat er es nie ganz nach oben geschafft, so sehr er es auch mit so seltsamen Action-Filmen wie Con Air versucht hat.

Meiner Meinung nach kann das gerne auch so bleiben, es sei denn, er schafft das, was Kinski geschafft hat: frei zu bleiben und sowohl das Emmerich -, als auch das Malkovich-Publikum zu begeistern. Dies hat Kinski ja mit der Gleichzeitigkeit von Filmen wie Fitzcarrado einerseits und Kommando Leopard andererseits auch geschafft.

Andrew Braybrook

Andrew Braybrook war/ist ein absoluter Mythos, ein in der Szene übergreifend anerkannter Programmierer und Designer von C64-Spielen, bis er nach Anbruch der Hegemonie der PCs völlig von der Bildfläche verschwunden war.
Man könnte meinen: gut, das war eben einer von vielen Programmierern, wen interessiert das schon?
Dazu kann man nur sagen, daß 2 seiner Spiele zu absoluten Klassikern der gesamten 8-Bit-Generation geworden sind (Paradroid und Uridium).
Und dann stellt sich die Frage, warum er fast jedem von 17 Millionen C64-Usern heute noch ein Begriff ist, während kein Mensch mehr weiß (vielleicht sogar je wußte…), wer Chris Yates war, obwohl dieser das allseits bekannte „Wizball“ geschrieben hatte.
Die Heimcomputer-Spiele-Szene der 80er war geprägt von Prosperität. Vergleichbar dem PC-Boom der 90er Jahre hatten die 8-Biter den Platz der Konsolen eingenommen. D.h.: wenn zuhause gespielt wurde, dann auf Heimcomputern und da vorwiegend auf dem C64.
Die Szene tauschte sich überregional via Demos aus. Printmedien berichteten über den legalen Teil der Szene bereits recht dürftig und schwiegen sich somit über einen großen Teil der illegalen Szene, also Cracker und Hacker, aus. Wenn es mal ein Programmierer schaffte, einen Artikel in einer der bekannten Zeitschriften zu bekommen, war das eine echte Leistung.
Andrew war einer davon. So nannte ihn die Happy-Computer, die wohl bekannteste plattformübergreifende Zeitschrift seinerzeit, in ihrer Septemberausgabe des Jahres 1986, einen „Superstar der Programmierer-Szene“.
.
Die Tatsache, daß er gleich zwei Spiele designt hatte, die als Blaupause für etliche andere dienen sollten, war damals unerreicht. Machen wir uns nichts vor: so schön manche Titel auch waren, es gab auch damals schon eine Menge Schrott und Hype. Ein Programmierer, der sogar zwei stilbildende Spiele vorzuweisen hatte, war eine Sensation.
Man hätte sich Mitte bis Ende der 80er unter diesen Vorzeichen also nie vorstellen können, daß Andrew Braybrook mal von der Szene-Bildfläche verschwindet, doch: genau das ist geschehen. Wie hat es dazu kommen können?

Andrew arbeitet laut Wikipedia seit Mitte der 90er bei einer Versicherung als Programmierer. Als Grund wird seine Weigerung, den Wechsel zum PC mitzumachen, angegeben. Viel mehr steht da aber auch nicht…

Angesichts seiner auch heute noch enormen Popularität in der Szene mutet es seltsam an, daß so wenig über ihn bei Wikipedia oder Youtube zu finden ist. Man könnte jetzt alleilei mutmaßen; z.B. ob der Karriere-Knick derart einschneidend war, daß er nie wieder in die Spiele-Branche einsteigen wollte und ob er deshalb noch nicht einmal an die glorreichen Zeiten erinnert werden will. Doch das interessiert nicht.

Interessant ist lediglich, daß eine absolute Ikone der 80er völlig von der Bildfläche verschwunden ist, und  zwar höchstwahrscheinlich am wenigsten aus Ideenmangel: Andrew hatte einfach keinen Bock mehr. Also nicht nur zum Spiele-Programmieren – Andy will auch keinen Star-Kult bzw. er betreibt keinen, obwohl er es könnte. Und diese Art, Seifenblasen bei Nostalgikern zerplatzen zu lassen, könnte man einerseits durchaus als sadistisch und andererseits als das benennen, was den meisten Nostalgikern fehlt: erwachsen. Andrew ist dem Pac-Man-Spielen entwachsen.

Nicht, daß ich Pac-Man verabscheue. Aber irgendwie ist es schon beeindruckend, daß eine Ikone wie Braybrook so gar keine Lust auf Ikonisierung hat.

%d Bloggern gefällt das: