Ärztin verweigert Behandlung eines muslimischen Jungen

Nun denn: die Wette (siehe Kommentar) habe ich verloren, Wulle stellte es fest und vergrößerte meine Schmach. Was also tun? Das:

Ärztin verweigert Behandlung eines Jungen mit dem Namen „Cihad“.

1. kann der Junge nix für seinen Namen
2. heißt „Cihad“ offensichtlich nicht, wie fälschlicherweise oft angenommen „heiliger Krieg“, sondern etwa „Bemühen um das Gute / die Religion“
3. es geht mir nicht darum, gegen die Ärztin zu wettern. Ich nehme ihr ab, daß sie von einer anderen Bedeutung des Namens ausgegangen ist.

Letzteres spricht aber Bände. Da ist eine Person, die selbst nicht dem typischen Milieu angehört (Nationalismus ist bei Leuten am Rand der Gesellschaft oft das letzte bißchen Kapital, dessen sie sich bewußt sind – hast nix, biste wenigstens autochton…), das Gefahr läuft, in Nationalismus abzurutschen, die offensichtlich nicht dumm ist und die ihr im Effekt rassistisches Handeln nicht auf traditionell rassistische Motive zurückführt, im Gegenteil: sie fühlt sich abgeschreckt von der vermeintlich kriegerischen Bedeutung des Namens.

Soweit sind wir also schon: intelligente, finanziell gut situierte Menschen werden im Alltag aktiv gegen Moslems aufgrund eines Feinbildes, das lächerlich aufgeblasen ist. Einem 16-jährigen Jungen wird eine ärztliche Dienstleistung aufgrund seines Namens verweigert, weil dieser für „Islamismus“ steht.

Nochmal: ich wettere hier nicht wirklich gegen die Ärztin. Diese hat sich inzwischen entschuldigt. es macht mir vielmehr Angst, welche Stilblüten dieses ganze Gerede von Parallelgesellschaften inzwischen treibt.

PS: bei web.de kommt der Artikel in der Rubrik „Panorama“. Ähm…ja…

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