John Cusack

John Cusack:

Viele kennen ihn aus Kult-Filmen wie „High Fidelity“ oder „Being John Malkovich„. Recht wenige werden wissen, daß er in einem der absoluten Klassiker der 80er-Jahre-Teenie-Adoleszentenfilme die Hauptrolle des Robin Gibson gespielt hat, und zwar brilliant. In dieser kleinen Kostprobe versucht Robin seine streberhafte, aber gutaussehende Kommilitonin Alyson auf ganz raffinierte Art dazu zu bringen, mit ihm Zeit zu verbringen: er bittet sie um Nachhilfe (eigentliche Szene ab 2:14):

Dieser Film ist einer der nach wie vor sehenswertesten aus jener Epoche und hat zurecht eine große Fangemeinde. Es gibt ja leider die Unart, jedem Schrott aus alter Zeit das Attribut „Kult“ zu verleihen, was dazu geführt hat, daß es Menschen gibt, die sogar Modern Talking als Kultband bezeichnen. Dabei sind sie weder Kult, noch Band.

Dieser Film hat aber alles, was ein Kultfilm braucht: eine gute Handlung, unter seiner witzigen Oberfläche einen doppelten tiefsinnigen Boden, gute Schauspieler und die typischen Merkmale eines Roadmovies.

Interessant war (gestern bei „Wetten dass?“) jedenfalls, wie John jede Möglichkeit vermieden hat, Emmerich als großartigen Künstler zu benennen. Er sprach allgemein von der Herausforderung, mit Menschen zu arbeiten, die gute Action mit guter Handlung verbinden können, nie aber davon, daß Emmerich ein solcher Mensch sei. Tja, was soll man sagen? Cusack ist kein Nobody, aber dennoch hat er es nie ganz nach oben geschafft, so sehr er es auch mit so seltsamen Action-Filmen wie Con Air versucht hat.

Meiner Meinung nach kann das gerne auch so bleiben, es sei denn, er schafft das, was Kinski geschafft hat: frei zu bleiben und sowohl das Emmerich -, als auch das Malkovich-Publikum zu begeistern. Dies hat Kinski ja mit der Gleichzeitigkeit von Filmen wie Fitzcarrado einerseits und Kommando Leopard andererseits auch geschafft.

Schwaben bei Wetten dass…?

86-gottschalk

Gestern war wieder Fremdschäm-Zeit. Was unser aller Thomas Gottschalk (Foto oben aus den 80ern) manchmal so vom Stapel läßt, läßt den Teil des hiesigen Fernsehpublikums mit minimal ausgeprägtem Sinn für Empathie und Geschmack regelmäßig erröten. So gelang es ihm gestern nicht, ein dümmliches Witzchen über die geringe Körpergröße der Eidotter-balancierenden Chinesin zu vermeiden – in ihrem Beisein, versteht sich.

Auffällig: gegen Ende saßen 10 Leute auf der Couch, manche von Ihnen Weltstars der Unterhaltungsbranche (John Cusack z.B.) oder dem Sport. Und unter Ihnen immerhin zwei Schwaben: Roland Emmerich und Harald Schmidt (letzterer jedoch ohne Weltformat). Michel Hunziker kann man auch als Schweizerin nicht dazurechnen, denn nicht alle Schweizer sind Alemannen – und letztere sind auch keine Schwaben. Wie? Sie kennen der Unterschied nicht? AB ZU WIKIPEDIA!

Warum dann der Stolz auf einen Sindelfinger und einen Nürtinger? Seitdem die Baden die Schwaben annektiert haben, empfinden sie eine Art stiefmütterliche Zuneigung zu diesen und von daher geht das mit dem feuchten Händedruck an Emmerich und Schmidt schon OK…

Allgemeines noch zu Wetten dass:

Dieses Phänomen hat seine Daseinsberechtigung, getragen durch einen Minimalkonsens, der regelmäßig 10 – 15 Mio Menschen in Deutschland dazu bringt, zur gleichen Zeit den gleichen Sender einzuschalten – heutzutage eine Seltenheit. Das läßt sich das ZDF natürlich was kosten, was wiederum die Frage aufwirft, wie das mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag zu vereinbaren ist. Andererseits gebe ich zu, daß diese Diskrepanz in bezug auf Formate wie das Musikantenstadl & Co. einiges schwerer wiegt, denn diese sind letztlich in keiner Weise mit einem öffentlich-rechtlichen Auftrag vereinbar.

Schauen tu ichs trotzdem immer wieder, denn wo gibts noch „die“ Fernsehsendung, über die sich alle unterhalten können? Und das war doch das Tolle am Fernsehen früher: man hat sich am Tag danach in der Schule oder bei der Arbeit unterhalten. Heutzutage ist das nicht mehr so – es gibt zu viel Programme.

Von daher bin ich froh, daß es mit „Wetten dass“ einen Fremdschäm-Konsens gibt. Danke, Thomas.

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