Sommerloch, da gähnt es! Mainz, wie es schweigt und weint.

Nanu, diesen Ausblick kenne ich doch? Ist das nicht Mainz Hauptbahnhof…?

MainzHBFWenn Sie 5 Jahre lang ein mal im Monat für 1 Stunde auf diesen Tunnel starren, dann erkennen auch SIE ihn immer wieder – unter tausenden (Foto: dpa).

Es ist.

Das Bild finde ich u.a. bei diesem Artikel.

5 Jahre lang bin ich ca. ein Dutzend mal pro Jahr hier umgestiegen. Und nun vergeht Reisenden am Mainzer Bahnhof das Singen und Lachen: Züge werden umgeleitet, kommen verspätet oder gar nicht. Schuld ist Personalmangel aufgrund von Urlaub und Krankheit.

5 Jahre lang von Stuttgart Richtung Wiesbaden – das heißt in Mainz HBF umsteigen und immer, immer hatte der Anschlußzug (egal welche Richtung) Verspätung. Dabei rede ich nicht von 5 Minuten, sondern auch schon mal einer Stunde – bei 3 Minuten Aufenthalt.

Nee, bitte kein Mitleid. Wer aus Stuttgart kommt, hat ganz andere Probleme mit der Bahn.

Aber warum, frag ich mich, ist dieses Thema ausgerechnet jetzt so wichtig? Ich habe mich 5 Jahre lang über die Verspätungen am Mainzer Hauptbahnhof geärgert und nie hat das irgendjemanden gestört – am Ende sogar mich selbst nicht mehr. Ich habe einfach eine Stunde Fahrtzeit im Kopf einkalkuliert. Erbärmlich für die Bahn.

Doch ein Blick auf den Kalender macht es mir dann klar: Mitten im August; im Moment keine Hitzerekorde; kein Krokodil im Badesee weit und breit… DAS muss das SOMMERLOCH sein!!!

In dieses Biotop zieht sich der gemeine Redakteur zurück, wenn Dürre und Trockenheit die Nachrichten-Vegetation verkümmern lassen.

Und im Moment ist einfach nicht mehr los in Deutschland. Nix wie weg, sage ich da. Aber nicht mit der Bahn, wenns geht. Und meiden Sie Mainz und Stuttgart, sonst könnte es ein laanger Urlaub werden…

Stuttgart 21: Baustopp!!!

Es ist vollbracht:

tagesschau.de: Baustopp
heute.de: Baustopp
spiegel.de: Bi-Ba-Baustopp

Klar: es ist ein vorläufiger Baustopp „bis die neue Landesregierung sich konstituiert“. Und ob danach dann ein endgültiger folgt oder ob es aufgrund der Ausgeglichenheit zwischen Rot und Grün zu einem Kompromiß – also zu einer Volksabstimmung – kommt, ist wieder eine andere Frage.

Aber zunächst einmal tut das nach monatelangem taktischen Gerede (ein Ausstieg ist ja eigentlich gar nicht mehr möglich und ein Baustopp wäre demnach sinnlos und verteuere das Projekt nur, die Verträge seien gemacht und es hinge auch nicht nur von der Regierung ab, sondern von den Vertragspartnern und der Bahn usw.) einfach nur gut.
Der Wähler ist der Souverän. Das hat die Bahn anstandslos anerkannt. Ich will sie nicht heiligsprechen – sie hätte den imaginären Souverän CDU/FDP genauso anstandslos anerkannt und weitergebaut. Aber die CDU/FDP ist eben nicht mehr der Souverän, sondern Rot-Grün, und die haben nun auch die Macht, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um das Engagement des Landes im Projekt zu beenden.

So muß man mit der Wirtschaft reden. Nicht, daß wir keine bräuchten. Sie soll ihren festen Platz in der Gesellschaft haben, aber ganz bestimmt nicht den Vorsitz.

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