Roland Emmerich

Roland Emmerich:

Man darf sich auch als Schwabe nicht alles erlauben. Bereits Independence Day war ziemlicher Müll. Was ich allerdings mit Godzilla über mich ergehen lassen mußte, gehört zum kläglichsten, dürftigsten, schäbigsten und langweiligsten in meiner Kino-Karriere. Ich ertappte mich bei dem einen oder anderen Film bereits beim Einschlafen, nie jedoch – wie bei Godzilla – beim Tagträumen. Es ist wahr: ich bemerkte mitten in Film, daß meine Gedankengänge sich in Richtung Profanitäten wie der Sockenwäsche oder dem Klopapierkauf erstreckten und das seit gut 20 Minuten oder so…
Ich erinnere nur an die idiotische Fisch-Fütter-Szene – man muß so ein mutiertes Echsenwesen von 100 m Höhe einfach nur gut füttern, dann bleibt es ganz friedlich. Aua.

Und Emmerich schafft diesen geistigen Limbo mit jedem neuen Film. Ich mag Action-Kino und bin auch in der Lage, nicht zu hohe Ansprüche an Handlung und Logik zu stellen. Das heißt aber nicht, daß man sich alle Unverschämtheiten bieten lassen muß, und die Logik von Emmerich-Filmen ist ein Schlag in die Magengrube eines jeden Action-Film-Fans.
Aber genau das funktioniert in den USA, und in der Folge dann aufgrund des Hypes auch bei uns, wenn auch nicht ganz so dolle…

Schwaben bei Wetten dass…?

86-gottschalk

Gestern war wieder Fremdschäm-Zeit. Was unser aller Thomas Gottschalk (Foto oben aus den 80ern) manchmal so vom Stapel läßt, läßt den Teil des hiesigen Fernsehpublikums mit minimal ausgeprägtem Sinn für Empathie und Geschmack regelmäßig erröten. So gelang es ihm gestern nicht, ein dümmliches Witzchen über die geringe Körpergröße der Eidotter-balancierenden Chinesin zu vermeiden – in ihrem Beisein, versteht sich.

Auffällig: gegen Ende saßen 10 Leute auf der Couch, manche von Ihnen Weltstars der Unterhaltungsbranche (John Cusack z.B.) oder dem Sport. Und unter Ihnen immerhin zwei Schwaben: Roland Emmerich und Harald Schmidt (letzterer jedoch ohne Weltformat). Michel Hunziker kann man auch als Schweizerin nicht dazurechnen, denn nicht alle Schweizer sind Alemannen – und letztere sind auch keine Schwaben. Wie? Sie kennen der Unterschied nicht? AB ZU WIKIPEDIA!

Warum dann der Stolz auf einen Sindelfinger und einen Nürtinger? Seitdem die Baden die Schwaben annektiert haben, empfinden sie eine Art stiefmütterliche Zuneigung zu diesen und von daher geht das mit dem feuchten Händedruck an Emmerich und Schmidt schon OK…

Allgemeines noch zu Wetten dass:

Dieses Phänomen hat seine Daseinsberechtigung, getragen durch einen Minimalkonsens, der regelmäßig 10 – 15 Mio Menschen in Deutschland dazu bringt, zur gleichen Zeit den gleichen Sender einzuschalten – heutzutage eine Seltenheit. Das läßt sich das ZDF natürlich was kosten, was wiederum die Frage aufwirft, wie das mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag zu vereinbaren ist. Andererseits gebe ich zu, daß diese Diskrepanz in bezug auf Formate wie das Musikantenstadl & Co. einiges schwerer wiegt, denn diese sind letztlich in keiner Weise mit einem öffentlich-rechtlichen Auftrag vereinbar.

Schauen tu ichs trotzdem immer wieder, denn wo gibts noch „die“ Fernsehsendung, über die sich alle unterhalten können? Und das war doch das Tolle am Fernsehen früher: man hat sich am Tag danach in der Schule oder bei der Arbeit unterhalten. Heutzutage ist das nicht mehr so – es gibt zu viel Programme.

Von daher bin ich froh, daß es mit „Wetten dass“ einen Fremdschäm-Konsens gibt. Danke, Thomas.

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