Flüchtlingskatastrophe: helfen, egal warum (keine Bilder von toten Kindern)

Die Welt ist geschockt. Das Foto der an den Strand gespülten Leiche des 3-jährigen syrischen Jungen hat der anonymen humanitären Katastrophe ein Gesicht, einen Namen gegeben. Ich selbst habe ein paar Tage zuvor in meiner facebook-roll mehrere Fotos, ebenfalls von ertrunkenen Kindern gesehen. Wie das so ist, gefragt hat mich T.K. aus meiner Freundesliste nicht, ob ich es sehen will. Zwischen Cartoons, witzigen Anmerkungen zu alltäglichen und Event-Einladungen tauchten sie plötzlich auf und bevor mir überhaupt klar war, was ich da sehe, hatten mich die Bilder schon mit ihrer vollen Schockwirkung erfasst.

 

Ich war eigentlich immer sauer über fb-Freunde, die Schockbilder gepostet haben, sei es im Falle der Massentierhaltung, aber auch bei Nonsens wie z.B. Bild-PlugIns, die das Profilfoto ver-zombi-sieren. Facebook ist ein großes Boulevard-Magazin, an dem alle mitschreiben und ich habe viele der politisch ach so aktiven Sesselrevolutionäre gehasst für ihr verlogenes Treiben, das sich die denkbar ungeeignetste Plattform für die Weltrevolution gesucht hatte. Du fängst ja auch nicht mitten in einem Smalltalk an, Tod und Elend zu schildern. Aber facebook scheint für jeden etwas anderes zu sein und für manche ist es wohl ein mittel zur Revolution vom heimischen Monitor aus.

 

Diese Leute, da bin ich immer noch derselben Meinung, tun selten mehr als bequem auf ihrer Maus rumzuklicken und setzen um der Wirkung willen auch drastische Mittel ein: als ginge es darum, andere möglichst schnell und effektiv zum Auskotzen ihres Morgenkaffees zu bringen, ekelhafte Bilder postend, Tränen und Betroffenheit erwähnend.

 

Und nun hatte mich dieses Bild erreicht und die 2 Sekunden, die ich gebraucht habe, um es wegzurollen, waren zu lang. Das Bild hat sich mir eingebrannt, so wie der ganzen Welt. Die ist nun aufgerüttelt, das Bild ist Thema Nr. 1 in den Medien und natürlich schafft es die Blöd-Zeitung, das Niveau der Vermarktung auch hier noch zu senken. Als wären wir diesbezüglich nicht schon am Marianengraben angelangt. Nein, jetzt liefert dieses Mistblatt Nachschub, indem es über den Vater, die Familie berichtet. Alles natürlich aus hehren Zielen. Ich scheisse auf die Pressefreiheit und wische mir den Arsch mit dieser Zeitung ab.

 

Die Vermarktung des Leids bleibt der Community im Netz nicht unverborgen. Schnell wird diskutiert, inwiefern die Würde des kleinen Jungen verletzt wird, wenn man Fotos seiner Leiche ansieht oder gar verbreitet. Nicht wenige erheben sich über die Heulsusen, die so ergriffen dann doch nicht waren, als das es sie davon abgehalten hätte, möglichst theatralisch und nicht minder narzißtisch über ihre Betroffenheit zu reden, auf facy, damits auch jeder mitkriegt.

 

Und während all das passiert, bemerke ich: wir sind schon wieder nur mit uns selbst beschäftigt. Anstatt zu helfen, verbringt ein Teil unserer Gesellschaft seine Zeit damit, in Sensationsgier zu baden, der andere heuchelt Betroffenheit, ohne viel gegen dieses Elend zu tun und wieder ein anderer Teil verdammt eben diese Heuchler. Egal, auf welcher Seite man sich befindet, da geht es eigentlich nur um uns selbst.

 

Ich habe mich gefragt, wie scheissegal es einem Flüchtling ist, ob wir aus Mitleid, Selbstbeweihräucherung oder Kredibilität helfen, solange wir helfen. Wenn mit etwas Geld eine Unterkunft und Verpflegung für einen Flüchtling finanziert werden kann, ist es diesem letztlich scheissegal, ob der Spender es getan hat, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen, seine Freunde auf facebook zu beeindrucken oder gar aus Versehen: Hauptsache, was zu essen und ein Dach über dem Kopf.

 

Ich war sauer auf T.K., dass er diese schrecklichen Bilder gepostet hat. Aber sie haben letztlich das Grauen nicht erzeugt. Sie haben es uns nur vor Augen geführt.

 

Und dennoch: ich ertrage es nicht und will es nicht sehen. Ich will mich aber auch nicht mit den Befindlichkeiten dieser Gesellschaft auseinandersetzen – also ob uns das Bild betroffen macht, ob es okay ist, wenn es das tut, ob es okay ist, das okay zu finden usw.

Stattdessen lege ich jedem ans Herz, etwas Geld zu spenden. Ich bin mir ziemlich sicher: das ist okay. Mag sein, dass es die historisch bedingten Probleme der 3. Welt nicht löst – jahrhundertelange Ausbeutung wird nicht mal eben so ausgeglichen.

Mag sein, dass wir damit nur unser Gewissen beruhigen wollen.

Mag sein, dass wir glauben, bessere Menschen dadurch zu werden, obwohl wir mit jedem billigen Produkt made in 3. Welt eben dieses Elend verursachen.

Mag sein, dass der eine oder andere davon erzählt oder es auf facebook postet.

Es ist egal. Hauptsache, wir tun etwas, weil es Leid vermindert.

Linksammlung Spenden für Flüchtlinge auf heute.de

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Die wahren Gründe für den U2 – Apple – Shitstorm

Empörung.

„Apple forces shitty U2 Album on me“

Dieser Mann hat ein Problem. Er wurde beschenkt. Richtig gelesen, das ist ein Problem für ihn. Warum? Weil er nicht gefragt worden ist, ob er überhaupt beschenkt werden will. So wie viele iTunes-Nutzer wachte er eines morgens auf und fand das neue U2-Album auf seinem iPod / Smartphone / Tablet was-auch-immer, geschenkt. Das war kein Versehen, sondern Absicht und sollte sowohl U2 als auch iTunes und eigentlich den Usern nützen. Stattdessen:

„Apple zwängt mir das beschissene U2-Album auf.“ – das klingt nach Gewalt. Gewalt an mir kleinem User durch den Multi-Milliarden-Konzern Apple. Von „aggressiven Marketing-Strategien“ ist andernorts die Rede.

„Apple forces shitty U2 Album on me“ ruft also einer der fliegenden Kackbollen aus dem dahinwütenden Shitstorm gegen das unerbetene Geschenk an alle iTunes-Nutzer via youtube aus sich heraus. U2 verschenken ihr Album, doch keiner will es. Behauptet zumindest die Community.

Ich frage mich nun, wieso ein einfaches „Nein, danke.“ nicht ausreicht, sondern stattdessen der besagte Shitstorm entstanden ist.

Weil die Musik schlecht ist?

Nein, ich will U2 als Band überhaupt nicht in Schutz nehmen. Vielleicht ist ihr Album wirklich schlecht, kann ja sein. Aber schlechte Alben – noch dazu welche, für die man nichts bezahlt hat – lösen in der Regel keinen Shitstom aus.

Ohne das U2-Album zu kennen, erkenne ich den Kritikpunkt an, dass sie jungen Leuten nichts mehr zu sagen haben. Wie denn auch? Die Jugend sucht sich ihre Helden selber. Das war bei Bono, der vor seiner Karriere so gegen ´77 brav auf Punk-Konzerten rebelliert hat, nicht anders als bei den Kiddies heute. Insofern ist Popmusik nur dann ein Geschenk, wenn der Beschenkte dieses auch als Pop definiert – und das war noch nie der Fall bei der Musik von 60-jährigen. Aber für den puren Hass reicht das auch nicht aus, denn: man kann diesem Opa samt Kapelle von seinem iPod löschen, ganz einfach. Ehrlich, Fahrstuhl-Musik ist aufgezwängter als dieses U2-Album, denn letzteres kann man löschen, den Muzak im Lift aber nicht.

Weil hier klar wird, dass U2 und Apple Marken sind?

Ich erkenne ebenfalls den Kritikpunkt an, dass hinter diesem Geschenk nicht mehr als ein Joint-Venture steckt. Es sollen mehr iTunes-Versionen runtergeladen werden und U2 könnten eine bessere Werbekampagne nirgendwo sonst bekommen. Win / Win, ein Begriff aus der Geschäftswelt. Da höre ich schon den Aufschrei… U2? Geschäft? Das ist doch eigentlich Rock ´n ´Roll… scheisse, wer daran noch glaubt, gehört weggeschlossen. Wofür sonst als für Geld arbeiten Musiker, arbeitete Steve Jobs? Selbst die höchst krediblen Motörhead sind reich oder doch zumindest so wohlhabend, dass Lemmy nie arbeiten musste und immer genug Geld für Drogen und Weiber hatte. Und selbstverständlich hat er ein Management. Die Apple-Jünger mögen genauso fanatisch sein, aber zumindest haben sie Rock ´n´ Roll – Fans die Einsicht voraus, dass auch ihr Objekt der Anbetung eigentlich Geld verdienen will. Die Beweihräucherung heben sie sich für Steve Jobs auf. Also: trotz Rock ´n´ Roll und Business-Punk Jobs bleibt dieses Album eben nicht mehr und nicht weniger als ein Joint-Venture-Werbegeschenk. Das gab es bei jeder CD, jeder Platte in Form von limited Editions und Stickern und weiss nicht was. Nur, dass das Geschenk dieses Mal gleich das ganze Album ist. Und zwar eines, das man von seinem iPod löschen kann.

Weil es Werbung ist?

Werbung ist überall und nicht, dass jetzt jemand glaubt, ich sei ein Freund von Werbung – ich hasse sie. Aber dann frage ich mich, wieso sich die Leute ausgerechnet via youtube über U2/Apple aufregen, während doch gerade auf youtube immer mehr Werbung geschalten wird? Mal ganz abgesehen davon, dass youtube zu google gehört, jenem Datenkraken, der seit Jahren beides tut: Geschenke verteilen UND Daten sammeln, um z.B. gezielt Werbung zu schalten.

Ach, und wo wir schon mal bei Datenschutz und Werbung sind: Apple macht da schon lange keiner mehr was vor. Die verstehen dieses Geschäft blendend seit Jahren und gehören zu den Vorreitern in diesem Segment. Wer sich einen iPod oder ein iPhone kauft, wird automatisch erst einmal ausspioniert, bis er selbst Hand anlegt und manuell die Einstellungen diesbezüglich ändert.

D.h. all jene, die sich darüber aufregen, gewaltsam beschenkt worden zu sein (pffft…), unterstützen eben diese Form von Gewalt dadurch, dass sie Hardware, Software und Internetportale nutzen, die per se Werbung schalten. Es ist deutlich einfacher, das U2-Album von seinem iPod zu löschen, als die Geräte der Marke Apple auf „anonym“ und „Datenschutz“ zu stellen. Falls das überhaupt möglich ist.

Weil die schöne, heile Internet-Welt zerstört wird?

Der Glaube an das Internet als etwas per se Heilbringendes hält sich hartnäckig, und das, obwohl eben dieses Internet seit je her kommerzialisiert wird. Sicher, allein die Masse der „einfachen“ Internetuser hat Freeware, Open-Source und Wikipedia hervorgebracht, aber ebenso hat es auch Spam, Pop-Ups und Ad-ware hervorgebracht. Von den legalen Ablegern / Vorläufern dieser unliebsamen Erscheinungen mal ganz abgesehen. Erinnert sich noch jemand an frühe Nero-Burning-Rom-Versionen? Die wieder von der Platte zu kriegen, war ein kleines Kunststück. Da ist das Löschen des U2-Albums doch ein Kinderspiel dagegen.

Es ist also völlig einleuchtend, dass das Erfolgsrezept eine Mischung zur Bedürfnisbefriedigung beider Seiten ist: gebt den Usern, was sie wollen und versucht, dadurch an ihre Daten (=Geld) zu kommen. D.h.:

bei Googlemail bekommt man gleich 10 GB Speicherplatz „geschenkt“, jedoch sammelt Google Daten und platziert – wenn auch dezent – individualisierte Werbung im Postfach, während automatisch ein Google+-Profil erstellt wird. Und vieles mehr.

Facebook ermöglicht die Kernfunktionen einer Community – Vernetzung, Kontakt, Kommunikation und Datenaustausch – auf unvergleichlich einfache Weise. Andererseits sammelt facebook nicht nur Daten, sondern zwingt die User dazu, Realnamen anzugeben, um ebenfalls letztlich Werbung zu platzieren. Und vieles mehr.

Gleiches gilt für Apple. Das ist ganz besonders süffisant, denn Apple galt als unantastbar, bis herauskam, dass auch sie – wie alle anderen auch – Daten sammeln. Und vieles mehr.

Zu behaupten, das Internet gehöre also den Usern, ist die einseitige Sicht eines Kindes, das glaubt, der Stock in seiner Hand sei ein Gewehr.

Zurück zu Apple.

Selbstverständlich ist die Medien-Soft- und Hardware einer Firma wie Apple genauso gestrickt wie man es von einer Computerfirma erwarten kann: sie nutzt das Produkt, um ständig an den Kunden zu kommen. Wie verkauft man so etwas seinen Kunden?

Richtig, voll in die Offensive:

Zitat: „Privacy means: people know what they´re signing up for“.

Toll, Stevie. Deine Firma ist ein Arschloch, aber sie steht wenigstens dazu. Wir sehen ja, wie gut die ganzen „neuen Zielgruppen“, die Ihr in den letzten Jahren erschlossen habt, in der Lage sind, ihre Smart-Phones und Tablets im Sinne des Datenschutzes einzurichten. Das fällt sogar unseren Politikern auf.

Nochmal: warum sind die Beschenkten eigentlich alle so aggressiv?

Weil sie nicht gefragt worden sind. Aber so eine Kleinigkeit wäre eigentlich kein wirklicher Grund, würde man sie nicht in einen großen Zusammenhang stellen. Und da haben wirs: die ungefragte Schenkung ist Gewalt. Sie steht dafür, dass das Internet eben doch nicht Utopia ist. Internet, Apple, Konsolen – alles ist durchkommerzialisiert. Es mag in den ersten Jahren für ein paar Technik-affine Menschen Nischen und Schutzräume geboten haben, in denen sich manch aufregendes und oft auch illegales Treiben verbergen lassen hat, aber das ist vorbei. Nicht nur sind die User kompetenter geworden, so dass es weniger „Vorsprung durch Technik-Know-How“ gibt. Auch das Netz hat sich verändert. Der Markt ist den Menschen ins Netz gefolgt und umgekehrt. Das Netz bot mit der Zeit Lösungen eben nicht für die Cracks, sondern überwiegend für die Masse – das Internet ist einfacher (und manchmal einfach blöde) geworden. Und das hat zuletzt dazu geführt, dass der pure Spass und die pure Freiheit so nicht mehr existiert im Netz – zumindest nicht dort, wo sich die Masse tummelt (facebook zum Beispiel). Und iTunes ist eben ein Konsumprodukt für die Masse. Was erwarten die User denn davon?

Vor 10 Jahren noch hätte es den einen oder anderen Aufschrei bzgl. der heutigen Praxis in bezug auf persönliche Daten gegeben, heutzutage geben die Leute allein schon in ihrem Facebook-Profil alles, wirklich alles preis – vom Realnamen über den Wohnort bis hin zu persönlichen Fotos von sich und ihren Kindern. Ganz ohne Gewaltanwendung, freiwillig. Facebook mag ein Datenkrake sein; großgezogen und gefüttert wurde er aber bereitwillig von den Usern und niemandem sonst.

Und genau das ignorieren jene, die von der Freiheit des Internet schwafeln, von seiner Fähigkeit, Bildung, wenn nicht sogar Demokratie zu schaffen -womöglich einfach nur dadurch, dass es da ist. Einschränkungen, Kommerzialisierung, politische Vereinnahmung, das alles soll von einem kleinen, bösen Zirkel verschwörerischer Banker, Wirtschaftsbosse und Politiker ausgegangen sein, doch in Wirklichkeit hat die Nachfrage durch die User das Internet zu dem gemacht, was es ist.

Diesen soziologischen Aspekt versteht die technokratisch denkende Community nicht. Stattdessen glaubt sie an die messianische Dialektik von der Entwicklung der menschlichen Kultur hin zu ihrer Befreiung durch die Internet-Technologie. Dass dies ebenso mystisch verklärend ist wie das Evangelium nach Matthäus, scheint sie nicht zu stören, denn immerhin hat dieses Internet zumindest IHR Leben verändert, da MUSS doch auch der Hauptschüler irgendwann erleuchtet sein. Man muss ihn nur vors Internet setzen und schon wird ein Abiturient daraus.

Aber ganz so ignorant sind sie dann doch nicht, die Technik-Freunde. Natürlich nehmen sie ihn wahr, den Satan, wie er versucht, dieses Heil zu zerstören. Das Internet ist längst nicht mehr die Spielwiese, die es mal war. Wie gemein, man darf nicht einfach jede noch so extreme politische Sichtweise ins Netz stellen. Wie gemein, man darf keinen Content „sharen“ (also Raubkopien verbreiten). Wie gemein, google ist gar nicht gekommen, um die Welt zu retten, sondern um Geld zu machen und nur DESHALB schenken die uns Cloud-Speicher.

So mögen die Technik-Nerds durch ihr Know-How in der Lage sein, diesem Übel zu entgehen, aber bemerken tun sie die Veränderung und da muss dann eine einfache Erklärung her: die manipulierte Masse verhilft dem bösen Kommerz zu immer mehr Einfluss im Netz, und deshalb wird letztlich auch klar, warum das Geschenk von U2 und Apple bei manchem so unbeliebt ist: da geht es nicht um ein Geschenk, ein Album, eine Band, eine Sound-Datei. Da geht es um die Bedrohung der Freiheit durch das Böse. Wenn das mal nicht Matrix pur ist.

In diesem Shitstorm entlädt sich also die gesamte Enttäuschung über den größten #Fail der letzten 20 Jahre: das Internet. Sonst hätten diese Menschen längst das getan, was sie mit 90 % des Datenmülls aus dem Netz tun: ignorieren oder löschen. Aber dann hätte man ja nix zu meckern gehabt.

Flogging Facebook #2: leck mich, ein Leck! Piratenprobleme

Gestern ich auf facebook so…:

Piratenchef Schlömer gestern auf tagesschau.de: „Die Menschen wissen einfach nicht, wofür die Piratenpartei steht.“
Ich glaube, das wissen die Piraten selber nicht 😀

Dann verlinkt Stephan Römer auf diesen Artikel bei wecab. Wer zu faul ist, das zu lesen: youtube behauptet, die Gema würde Videos sperren, was sie schon rein technisch gar nicht kann. Sie will, das ist ja ihre Aufgabe, das Geld dafür einziehen und an die Urheber weiterleiten. Das will aber youtube nicht und lügt in bester Shitstorm-Manier das Blaue vom Himmel herunter. Jedenfalls hat nun der Stern gemeint, ganz witzig sein zu müssen und eine Bilderstrecke mit Fake-youtube-Meldungen gepostet. Beispiel:

„Dieses Video ist in Deutschland wegen der maßlosen Gema-Forderungen gesperrt. Sorry liebe Rockmusiker, wir wollen nicht für eure Rolls-Royce-Wagen, Kunstsammlungen und die Unterhaltsansprüche eurer Ex-Frauen aufkommen.“

Und wieder ist der Urheberrechtsstreit entflammt und in diesem Zusammenhang habe ich natürlich auch wieder meinen Senf dazu beigetragen:

also: reich werden darfst du, indem du das Geld der Masse als Banker bei Immobiliengeschäften in den Sand setzst. Aber wehe, du wagst es, mit so Hokus-Pokus wie Musik reich zu werden. Das geht gar nicht.

und selbst, wenn sie (die Musiker und Autoren) reich wären, was wäre dabei? Aber sie DÜRFEN es ja ncht. Weil manche Leute trotz all der Zivilisationsgeschichte immer noch einen Unterschied machen zwischen Dingen, die man anfassen kann und Dingen, die nicht greifbar sind. Das ist das Niveau von Grundschülern. Denen musst du auch erklären, dass Hauptworte auch Dinge sein können, „die man nicht anfassen kann“. Und so ist es auch mit Musik. Die kannst du nicht anfassen, also ist sie in deren Augen auch nix wert. Der Musiker auf der Bühne hat ja eigentlich nur Spaß dabei, sein Instrument zu spielen. Mit Arbeit hat das alles nichts zu tun.

Dann schrieb Marcel Schweder:

Vor allem weil auch keiner von uns solche profanen Sachen wie Miete oder Stromrechnungen etc. pp. bezahlen muss. Als Künstler stehen wir ja eh über solchen Dingen.

und ich schloss daraufhin:

Wenn ich meine Gitarre anfasse, spüre ich, wie die Energie mich durchfliesst und schon habe ich keinen Hunger mehr bzw. brauche keinen Schlaf, also auch kein Bett, keine Wohnung usw. Ich bin sowieso lieber draussen, wie wir alle, denn Strassenmusiker zu sein, hach, das ist ja sowas von romantisch. Man kommt ganz schön rum dabei und bringt den Leuten Freude. Wenn die an einem vorbeilaufen und lächeln, dann ist das schon Bezahlung genug. Hach ja…

Genauso ist das mit den Piraten, sie sind auf dem Niveau eines Grundschülers. Der schreibt „Haus“ und „Brot“ groß, denn beides kann man anfassen (und auch stehlen). „Liebe“, „Angst“, Freundschaft“, „Gedanke“ oder gar „Luft“ – all das kann man nicht anfassen, demnach kann es also auch kein Hauptwort sein. Und da „Musik“ demnach auch nicht angefasst werden kann, kann man sie auch nicht stehlen, so die Piraten. Das mp3 ist ja immer noch „da“, wenn man es kopiert.

Aber die Frage nach einem materiellen Raum stellt sich nicht. Musik ist weder „in“ deinem Computer, noch „in“ deinem Ohr. Seine elektronischen Bestandteile sind im PC, die Schallwellen dringen ans Ohr, werden dort in Signale verwandelt und im Hirn verarbeit. Aber die Musik?

„Da“ oder „dort“ – das gilt für Elektronen, Einsen, Nullen, Schallwellen, Nervenimpulse usw. Aber das gilt nicht für das, was der Mensch als Musik empfindet. Vergesst naturwissenschaftliche Erklärungsversuche in bezug auf das, was Musik wohl ist.

Musik, das ist der Sinn, der sich aus der Interpretation dieser ganzen Signälchen und Schwingungen ergibt und dieser Sinn ist etwas hochkomplexes – da muss schon mehr als die Naturwissenschaft her, um das zu „erklären“. Wahrscheinlich kann man das auch garnicht. Vielmehr ist es so, dass es bei der Musik ein letztes Geheimnis gibt, das unentschlüsselt bleibt, selbst für den Autor. Aber ganz so niemandem überlassen will ich die Interpretation gar nicht. Natürlich habe ich meine Interpretation von „Sinn“:

Musik, das ist eine Konstruktion aus der musikalischen Prägung des Autors, seiner musikalischen Ausbildung, seinen persönlichen musikalischen Interessen und das prallt dann auf die Prägung des Hörers und seinen zugang zur Musik bzw. seine Interessen. Aber auch das ist noch lange nicht alles, was sich in den dreieinhalb Minuten abspielt, in denen ein Song gehört wird.  Denn Musik wird auch durch Dinge beeinflusst, die mit Musik gar nichts am Hut haben. Was hat George Harrison dazu bewogen, eine Sitar zu benutzen? Er hatte Ravi Shankar und die Meditation für sich entdeckt, weil er auf der Suche nach einem Weg aus dem Musikzirkus heraus war. Also Musik brachte ihn dazu, eine bestimmte Konstruktion von Musik – die Beatlemania – zu verlassen, ihr zu entfliehen. Und das, was er dort dann fand, verband er letztendlich dann doch wieder mit Musik, aber diese war nun verändert.

Und auch das ist nur ein winziges Mosaiksteinchen des kreativen Schaffensprozesses.

Und jetzt kommen so ein paar Nullen von der Piratenpartei daher und erzählen mir, dass Musik nichts weiter als ein paar Einsen und Nullen sind, die nur jeweils anders zusammengesetzt werden. Sie reduzieren diese Komplexität auf ein paar physikalisch nachweisbare Elektronenströme und kleben das unschöne Wortkürzel „mp3“ drauf – das nenne ich mal eine Verdinglichung, wobei ich kein Problem habe, selbst dieses Kürzel zu benutzen. Sie könnten es auch xyz12345 nennen, solange sie die Wertschätzung in Form von Bezahlung rüberbringen würden, aber das tun sie ja nicht.

Nichts, nichts haben die Piraten verstanden. Sie verstehen sich ja noch nicht einmal selbst, sondern reduzieren ihr eigenes politisches Treiben auf Sekundärtugenden wie Transparenz und Partizipation.

Dabei ist es doch so einfach: der Mensch ist mehr als das, was wir mit den Sinnen erfassen können und gerade die Musik ist der Beweis dafür: ein kleiner Teil der Musik ist das, was wir akustisch, mit dem Hörsinn erfassen. Aber das kann ein Richtmikrofon auch. Was Töne für uns zur Musik macht, das ist der individuelle Sinn, den wir ihr geben und den der Autor ihr gibt. Das ist so dermassen hochkomplex, dass es nie Computer geben wird, die das „entschlüsseln“ können. So viel materielle Kapazität in Speicher oder Rechenleistung kann es garnicht geben, denn es ist ein qualitativer Unterschied: zuerst war die Musik, und dann erst der Ton.

Lauer (Piraten): Arbeit kann man nicht anfassen, also muss man sie nicht bezahlen!

Zieht Euch das mal rein (vor allem die halbgare Antwort des Piraten-Partei-Politikers Christoph Lauer):

Regener (Element of Crime) lässt es krachen

Also dieser Lauer von der Piratenpartei läßt ja mal nichts als Politikergelalle von sich. Nur ein Beispiel: er hält den Supermarkt-Vergleich Regeners für falsch, da beim Klau einer Packung Nudeln die Packung weg sei, beim Kopieren von Musik im Internet die Musik aber immer noch da. Denkfehler: der Schaden beim Nudelklau ist der mangelnder Vergütung des Nudelproduzenten, nicht der einer etwaigen Vernichtung/eines Verbrauchs des Produkts. Und der Schaden beim Musik-Kopieren ist – GENAU DER GLEICHE: der Produzent der Musik wird nicht vergütet.

Es geht um das Prinzip, daß Arbeit vergütet werden muß, und damit ist nicht nur der Prozeß der „Herstellung von Musik“ (klingt bescheuert, aber anders versteht es so ein Yuppie wie der von der Piratenpartei nicht) gemeint, sondern auch die Einstellung, die persönliche Haltung, der Austausch unter Kulturschaffenden, der Überblick über die Szene (John Lennon hat sich, bevor er eine neue Platte rausgebracht hat, regelmäßig die Top 20 besorgt und durchgehört, was manchmal alles andere als Freizeitvergnügen ist…) und nicht zu vergessen jahrelange Entbehrung als Nobody sowie intensives Studium seines Instruments. Es gibt tausende Musiker, die das alles investieren und nichts rausbekommen – einfach weil sie nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Ich kenne ein paar verdammt gute und fähige Musiker, die es nie zu etwas gebracht haben – die gehen ein enormes Risiko ein und bekommen als Gegenleistung nichts dafür. Und da denke ich, ist es doch einfach nur fair, deren Musik als Ergebnis von Arbeit zu sehen und es entsprechend zu vergüten.

C.S. schrieb empört auf facebook:
Aus Wikipedea:in den letzten Jahren gerät das aktuelle Urheberrecht, entgegen aller legislativen Trends, immer mehr in die Kritik führender Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler.
Kritisiert wird vor allem, dass das Urheberrecht immer mehr zu einem „Rechteverwerterrecht“ ohne Berücksichtigung der Allgemeinheit und der im Wandel befindlichen Internet- und Informationsgesellschaft verkomme. Das Urheberrecht sei in seiner aktuellen Form ein Relikt des letzten Jahrhunderts, das in der Zeit von interaktiven Internetanwendungen und Breitbandanbindung eine ganze Generation kriminalisiere und in keiner Weise mehr seiner ursprünglichen Intention gerecht werde. Anstatt kreatives Schaffen zu beflügeln und zu fördern, schränke das aktuelle Urheberrecht die Entwicklung von Kultur und Fortschritt enorm ein. – Welch Skandal: Das Urheberrecht schützt immer mehr nur das Recht des Urhebers. Wo kommen wir denn da hin? Die armen kriminalisierten Kulturjünger…

Dem fügte ich bei:
ja, deshalb darf man die Wikipedia auch nicht in wissenschaftlichen Arbeiten zitieren: jeder Depp darf da was reinschreiben und die Quelle ist ungesichert. Das Urheberrecht ist also immer mehr ein „Rechteverwerterrecht“ – wie verwerflich… JA, WAS SOLL ES DENN SONST SEIN??? Und was gibts bei Leistungsschutzrechten gegenüber der Allgemeinheit denn zu berücksichtigen? Das ist ein klares Verhältnis zwischen Dienstleister und Konsument. Dieser Logik folgend müßte man den gesamten sozialen Dienstleistungssektor für monetär wertlos erklären, denn es ist ja im Dienste der Allgemeinheit, wenn Ärzte, Krankenpfleger, Sozialpädagogen, Therapeuten und Psychologen ihre Arbeit verrichten… nur, daß es bald keine Ärzte, Krankenpfleger, Sozialpädagogen, Therapeuten und Psychologen mehr geben wird, wenn deren Arbeit nicht angemessen vergütet wird.

Weiter bringt Lauer in seinem Interview das Argument, man könne gegen die Entwicklung des Filesharing im Internet ja nichts mehr machen. Ach so, somit ist das Kopieren dann also legitimiert. Wies stehts dann mit Kinderpornos? Ich las auf tagesschau vor ein paar Jahren, die Internet-Kinderporno-Szene sei nicht mehr kontrollierbar, das Netz sei einfach zu groß. Heißt das der Logik Lauers zufolge, daß Kinderpornos nun legitim sind? Ich sage dem eine glänzende Karriere als Politiker voraus, nur als Mensch ist der Typ eine herbe Enttäuschung.

facebook – Safer Onanie

Unter Politik verstehe ich Gestaltung oder Veränderung.

Gestaltung:
Wenn man Gestaltung nur mit Gleichgesinnten ausübt, braucht man eine Mehrheit und dann ist diese „Gestaltung“ Ausdruck der Machtverhältnisse.

Ist man in der Minderheit, ist die Möglichkeit zur Gestaltung erstmal nicht gegeben. Oder nur insofern, als es die demokratischen Verhältnisse vor Ort gestatten. Dazu gehört der Minderheitenschutz oder die freie Meinungsäußerung, und solange ich Aufrufe zum Umsturz des Systems auf facebook, teilweise unter Realnamen lese (ohne daß diese Menschen kurze Zeit später verschwinden), werte ich das als einen Beweis für das Vorhandensein des Rechts auf freie Meinungsäußerung.

Veränderung:

Was sie angeht, gibt es jene der Minderheit durch die Mehrheit und das ist wiederum Machtausübung. Wenn also Macht solange ausgeübt wird, bis Einstellungen, Deutungen und Wertungen von der Minderheit übernommen werden.
Wie steht es aber mit der Minderheit? Welche Handhabe zur Veränderung hat sie?
Sie kann, wenn sie ungehindert ihre Meinung äußern kann, kraft guter Argumente zu einer Mehrheit werden – so der Plan. Dazu muß sie aber mit Andersdenkenden in den Meinungsaustausch gehen. Und nun die Frage:
wie wieviele Andersdenkende hat man für gewöhnlich unter seinen Freunden bei Facebook? Wen erreicht man, wenn man seine Meinung zu einer Sache postet? Doch wohl zunächst einmal die Freunde, oder?
Und wo findet da dann der Austausch statt?
Bin ich in der Mehrheit, dann ist mein politisches Handeln Gestaltung als Ausübung von Macht. Das poste ich aber nicht auf Facebook, es sei denn, ich betreibe Propaganda.
Bin ich in der Minderheit, kann ich posten, was ich will, solange es nur Gleichgesinnte lesen – dadurch verändere ich nichts. Das ist keine politische Arbeit, sondern so ähnlich wie die Rede eines Parteivorstandes vor seiner Parteibasis und die Likes sind der Applaus.
Im besten und allerseltensten Fall habe ich unter meinen Freunden bei Facebook Andersdenkende und hier besteht zumindest die Möglichkeit eines Austausches gegnerischer Positionen. Allerdings ist selbst hier noch lange nicht gesichert, daß dieser Austausch in Politik als Gestaltung mündet. Es kann nämlich sein, daß die Mehrheit die guten Argumente der Minderheit anhört und – nichts weiter tut.

Aber zumindest wäre der Austausch unter Andersdenkenden jenes Minimum, das als Basis für jene angebliche politische Arbeit auf facebook oder in Blogs (ja, auch in diesem) notwendig wäre. Tut das jemand? Gibt es das auf Facebook? Nein, denn einer der Vorzüge von FB ist der, daß man sich zurückziehen kann. Man muss sich nicht auseinandersetzen, wenn einem etwas nicht gefällt. Man kann sich entziehen. Und das tun wir alle, wenn es möglich ist. Ich auch.
Im persönlichen Kontakt kann man das allerdings wenig und deshalb finde ich auch so viele Revolutionäre auf Facebook: hier kann jeder endlich ausleben, was er schon immer wollte. Ein besserer Mensch sein. Seine eigene Dekadenz verdecken durch gerechte Worte, über deren nachfolgende Taten man niemandem Rechenschaft schuldig ist.

So ein Scheiß.

Facebook soll das tun, was es am besten kann: die Plattform bieten für Ausrufe unseres westlich-dekadenten Lifestyles (ja, auch des meinen), auf der man möglichst unkompliziert über seinen Furz von gerade eben schreibt, damit andere ihr Like dazusetzen können.

Eine Plattform – oder gar eine besonders geeignete – für politische Arbeit ist es mitnichten.

How I fucked Facebook…

Facebook mal wieder in aller Munde.
Für Menschen, die erst jetzt aus dem Urlaub kommen und zwar von dort, wo es kein Internet gibt (Mond oder Marianengraben), hier die Zusammenfassung:
bei fb soll man jetzt seine gesamte Biografie angeben können. Und wie bei fb üblich, sollen andere das für einen tun können. Datenschützer laufen Amok, Piraten sieht man schluchzend Selbstbestätigung zelebrieren.

Alle sind also (zu Recht) beängstigt. Im vermeintlich besten Fall treten sie einfach aus. Und was ist die Folge? Der Datenkrake hat einen Feind weniger und verbreitet weiter Schrecken im Riff. Ist das wirklich der beste Fall? Ist das sinnvoll?

Hier deshalb der Hinweis auf folgende Gruppe:

We quit facebook all together at May 1st“ (Log-In erforderlich, klar.)

Idee:
Wenn sich einer still und leise verabschiedet, bleiben Millionen andere bei fb und wirklich gelöscht werden die Daten des Profils dort auch nicht. Viel schlauer ist es doch, diese Plattform auf legale Weise von innen heraus ad absurdum zu führen. Mein Geburtsjahr dort ist der 1.1.1910. Habe ich mich verklickt? Kann ich mich nicht genau an mein Geburtsdatum erinnern? Wer weiß das schon? Laut fb habe ich für Könige gearbeitet. Nun ja, da dürft Ihr, liebe Leser dieses Blogs Euch gerne geschmeichelt fühlen und somit ist diese Angabe aus einer gewissen Sicht heraus wahr, bringt facebook beim Verkauf dieser Daten allerdings nichts.
All das und noch vieles mehr kann man in dieser Gruppe hemmungslos ausleben. Und wenn einem das nicht reicht, nimmt man den Gruppennamen wortwörtlich und tritt aus, und jetzt das beste:
laut FGBl (Feyds Gesetzblatt) Nr. 45/2 ist nun der Austritt auch zu jedem anderen Datum des Jahres möglich, nicht nur am 1. Mai!!!
Weiter darf man gerne (lizenzfreie ;-)) Fotos von Kraken in jeglicher Darreichungsform (außer lebendig) hochladen.
Und natürlich jeglichen fb-Frust reinschreiben.

TATAAAAAAAAAAAAAAAAA!

Facebook fucks you?
Fuck Facebook!

Links:

braindeer („We all should never forget: From Facebooks point of view we are not the customer. We are the product!„)

Facebook will alle Daten!

Zu Hülfe! Facebook will an unsere Daten!

ACH HERRJEH!!!

Wer hätte das gedacht… die sind nicht also gar nicht daran interessiert, unseren Alltag zu verschönern, indem sie unneigenützig (so gut wie echte) Freundschaften im Netz ermöglichen…

Jetzt wollen die auch noch unsere Biografie haben! Der gesamte Lebenslauf kann so quasi dargestellt werden! Das ist ja so was von Datenschutzverletzung, wir schreien nach einer Partei, die das verbietet, JAWOLL!!!

Ja, oder man macht bei dem ganzen Scheiß einfach nicht mehr mit. Wer hat Millionen von Menschen mit vorgehaltener Pistole dazu gezwungen, Name, Wohnort, Ausbildung, Vorlieben, Abneigungen und religiöse Überzeugung quasi der ganzen Welt sichtbar zur Verfügung zu stellen?
Man könnte ja die Leute auch einfach mal wieder anrufen. Oder, wenns denn per Bildschirm sein muß, eine E-Mail schreiben. Und vielleicht sogar mal besuchen.

Aber vielleicht könnten echte Kontakte zu Menschen ja unbequem sein – da faked man sich dann doch lieber in der aktuell angesagten Lifestyle-Plattform ein Alter Ego zusammen.

Da könnte man ja glatt Fan dieser Gruppe hier werden…

…auf gut Deutsch: dann macht halt nicht mit bei dem Scheiß! Der einzig funktionierende Aus-Knopf ist nicht am PC, sondern im Kopf.

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