Einsen, Nullen

Speakeasy – Kneipen, in denen nicht laut gesprochen werden durfte

damit Passanten diese nicht entdecken konnten

sie schossen aus dem Boden wie Pilze

30000 bis 100000 soll es in New York gegeben haben

und das organisierte Verbrechen war der Pate

und somit ist die Erkenntnis folgende:

Kriminalität

ist nichts anderes als die Regelung des Ungeregelten

das Gesetz nennt es das Verbotene

aber eigentlich ist es nur verboten

weil das Gesetz nicht in der Lage ist

etwas zu regeln

was mit seiner Moral nicht übereinstimmt

denn das Gesetz hat die Funktion

etwas als existent zu definieren

die Moral hat die Funktion

in existent und nicht existent aufzuteilen

Einsen und Nullen

da oder nicht da

die Prohibition tat, als gäbe es den Wunsch, sich an Alkohol zu berauschen, nicht

weil es nach bestimmten moralischen Vorstellungen nicht sein durfte

Null

so war es aber

und deshalb wurde das Verbot umgangen

Eins

und weil der Mensch das Bestreben hat, sich zu organisieren

nahm er das Angebot des organisierten Verbrechens an

den Alkoholkonsum zu organisieren.

Das war zwar nur eine Facette der ganzen Sache

aber eine, die verschwiegen wird

Null

denn das erlaubte, gesetzestreue Leben geht davon aus

dass das organisierte Verbrechen

den Leuten seine Macht aufgezwungen hat

woraus das Gesetz seine Legitimation für die Ausübung seiner Gewalt sieht

aber was

wenn die Menschen sich vom organisierten Verbrechen

bereitwillig haben regieren lassen?

Solange es ihnen das gibt, was sie brauchen

ist den Menschen jedes Gesetz recht

und es ist ihnen egal

woher es kommt.

Der Wille des Menschen

wird also zum Recht

wobei der Inhalt

willkürlich ist

was zur Folge hat

dass der Mensch seine Moral zusehends danach ausrichtet

was ihm gelegen kommt

und nun die Frage

gibt es vielleicht doch eine Moral?

nämlich jene, die dem Menschen nicht das gibt

was er will?

nämlich jene, die nicht vom Menschen selbst kommt

sondern von irgendwo da draußen?

also weder Null noch Eins

keine Zahl

etwas anderes

Mir scheint sogar,

dass dies die einzig wahre Moral ist,

denn sie geht nicht davon aus,

was vom Menschen ist

sondern was für den Menschen sein soll.

ich will mich auf die Suche machen

nach dem Ursprung der Wahrheit

auch wenn ich weiß,

dass ich sie nie finden werde

umsonst ist es aber nicht

denn indem ich mich auf die Suche mache

versetze ich der herrschenden Moral den Todesstoß

 

Eins zu Null für mindestens ich.

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tiehierf – the number of exclusion

Bergab.
Kurve.
Naß.
U-Bahngleise.

Zuviel für einen Kangoo. Der Wagen bricht aus. Nach rechts, nach links, dann wieder nach rechts.

Danke, parkendes Auto, danke Betonpfeiler, denn ohne Euch…
Glimpflich, ja, aber auch ein Blechschaden muß polizeilich registriert werden. Da sitze ich nun im Einsatzwagen, den Unfall vor meinem geistigen youtube-Fenster in HD loopend. Und während ich auf meine Papiere warte, sehe ich es:

Die Innenverkleidung der Polizeiwagentür.

Hartplastik, zerkratzt. Nicht ein oder zwei Kratzerchen etwa, die unsereins vom übereifrigen Ein-und Aussteigen oder dem Transport des neuen IKEA-Regals kennt, nein. Diese Tür ist übersät von Kratzern und ohne je dabeigewesen zu sein, sehe ich vor meinem inneren Auge entsetzt die Situationen, in denen sie entstanden sind. Nix mehr youtube.

Die Realität drückt auf das „X“ und dann bekomme ich sie wieder, meine Papiere.

„Die Fahrzeughalter werden sich vermutlich die nächsten Tage mit Ihnen in Verbindung setzen und dann müssen Sie ihrer Kfz-Versicherung blablabla…“. Ach ja, mein Leben in der Mitte dieser Gesellschaft war etwas aus der Spur geraten, erinnere ich mich.

Während ich das Polizeiauto zurück in dieses bürgerliche Leben verlasse, sehe ich die Spuren, die bei den Gewaltakten entstanden sind. Man kann sie lesen: hier mußte jemand rein, der garantiert nicht rein wollte.

Und im Namen aller Inhaftierten lese ich die Spuren rückwärts: Freiheit.

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