Nachrichten werden nicht „gemacht“? Hold my beer…

Seit Ende November sinkt das Infektionsgeschehen ständig. So auch heute:

13 908 Neuinfektionen (Vorwoche: 29 348)

69 Todesfälle (Vorwoche: 180)

Hospitalisierungsinzidenz: 3,26

R-Wert: 0,77

(Quelle: RKI)

Gute Nachrichten, sollte man meinen. Sowas verkauft sich aber nicht. Medien brauchen vor allem schlechte Nachrichten. Was macht also das öffentlich-rechtliche Nachrichtenmagazin „heute.de“? Ah, ja: es gibt genau einen Wert, der dem positiven Trend gegenläufig ist, und das ist die Inzidenz. Dieser ist von 220,7 (gestern) heute auf 222.7 geklettert. Und genau das wird die Überschrift.

Wow. Das ist ja fast ein (1) Prozent!!! Um genau zu sein beträgt der Wert 0,906!!! Zum Vergleich: Neuinfektionen haben sich um mehr als die Hälfte verringert, ebenso die Todeszahl. Aber was kümmert das ZDF denn Verhältnismäßigkeit bei der Berichterstattung? Wäre dem so, gäbe es eine positive Nachricht mehr neben der Tatsache, dass das Infektionsgeschen wieder abflaut und Omikron offensichtlich nicht der große Horror ist, zu dem es in diesen Medien seit Wochen gemacht worden ist.

Also: Gesamtbild ignorieren, Fokus auf ein Mosaikstückchen legen, das den Duktus des Mediums transportiert und raus damit als Schlagzeile: Sieben-Tage-Inzidenz steigt wieder.

Damit der oberflächliche Nachrichtenkonsument die Schlagzeile bekommt, die er braucht.

Weder Lauterbach noch Söder können lesen.

Die Zahl der Neuinfektionen sinkt seit 26.11. unaufhörlich.

Die Inzidenz ist von 422 Anfang Dezember auf 289 am 22.12. gesunken.

Die Belegung der Intensivbetten durch Covid-19-Fälle hatte am 10.12. ihren Höhepunkt mit 22,31 %. Seitdem sinkt sie und befand sich am 22.12. auf 20,08 %.

Die Mortalitätsrate hat sowieso nie wieder das Niveau der 2. Welle erreicht, als am 13.01.2021 der Höhepunkt von 1207 Toten zu beklagen waren. Heute zählen wir 154 Tote (Quelle: RKI).

Die Frage ist also: wie kommen Lauterbach, Söder und Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek dazu, weitere Verschärfungen der Maßnahmen und eine Impfpflicht zu fordern? Noch dazu, wenn sich so langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass Omikron offensichtlich leichtere Krankheitsverläufe zur Folge hat. Lesen die die Statistiken, die sie Impfkritikern gegenüber anmahnen, eigentlich selber?

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