The winner takes it all – Fehlinterpretation der 100 wichtigsten Zahlen der Welt

heute.de schreibt: die Mehrheit der Deutschen will eine grosse Koalition.  Gott, muss ich ein Nischenmensch sein, denn ich kenne nur Menschen, die das nicht wollen. Zeichnet mich das aus?

Hmm, mal genauer hinschauen:

oha, die Mehrheit, das sind für heute.de 58 %. Klar, rein rechnerisch ist das eindeutig die Mehrheit, aber 58 % zufriedene Gewinner dürften ja eigentlich 42 % unzufriedene Verlieren sein.  Die grosse Koalition ist also 33,6 Mio Deutschen ein Dorn im Auge, und die Meinungsmacher in den Medien streuen noch etwas Salz darauf.

Ist das Propaganda oder bin ich einfach nur ein schlechter Verlierer?

Also wenn ich eine Umfrage bei zehn Hortkindern zu der Frage mache, wohin sie beim Ausflug denn gerne hin wollen und 6 von 10 wollen Fussball spielen, dann kann das sein, dass ich das durchaus nicht mache.

Wie? Warum lasse ich die dann überhaupt abstimmen? Ist das Schein-Partizipation?

Nee, es ist recht einfach. Wenn 4 Mädchen in der Gruppe sind, die einfach keinen Bock auf Fussball haben, dann müssen wir ein anderes Ausflugsziel finden. Die Mehrheit bekommt die Macht über das ganze Volk, nicht nur über die 58 % der Mehrheit, und mit der Minderheit muss sie verantwortungsvoll umspringen.

Also schaue ich mal genauer auf den Artikel und da lese ich: 25 % der Befragten fänden eine grosse Koalition schlecht, und 14 % wäre das egal.

Diese 14 % werden dann irgendwie zu den 58 % dazugerechnet, und daraus macht heute.de dann Folgendes:

heute01Gelb hervorgehoben: 58 % befürworten und erwarten die grosse Koalition und 14 % ist eine grosse Koalition egal und sie erwarten eine solche – ja und? Ich erwarte ziemlich schlechtes Wetter im November – aber finde ich das gut?

Warum machen die so etwas?

Ist das Propaganda oder leide ich an Fletchers Visionen?

Nun, es gibt ja etliche wissenschaftliche Publikationen zur Normativität von Nachrichten und speziell da von repräsentativen Umfragen.

Doch die muss man nicht bemühen; der Beweis kommt auf der selben Seite selbst:

heute03

1 Woche nach der Bundestagswahl – die ja nicht repräsentativ, sondern tatsächlich durchgeführt worden ist (munkelt man) – erhält die CDU nun 43 % der Stimmen. Wo kommen denn innerhalb einer Woche 1,5 % Wähler her? Da hat der Jubelgesang der CDU wohl einige Unentschlossene dazu gebracht, sich auf die Seite des Siegers zu schlagen. Süffisantes aus dem Artikel von CDU-Fraktionschef Kauder: „Der Generalsekretär hat gesagt, dass Wahlsieger das Lied singen dürfen.“. Und pinkeln gehen durften die auch.

Gleiches gilt für die FDP: die hat hier nur 3 %. Haben die innerhalb einer Woche 2 % verloren? Soo viele FDPler könnens dann auch nicht sein, die zur AfD wechseln wollen / müssen…

Nun denn, Zahlen werden gefaked – siehe Grubes Versprechen vor der Volksabstimmung, S21 werde nicht teurer als 4,5 Mrd €.

Zahlen werden geschönt – von den versprochenen 780 000 Kita-Plätzen sind (höchstens) 680 000 geschaffen worden und dabei sind solche mit eingerechnet, für die lediglich eine Betriebsgenehmigung erteilt worden ist, die aber noch nicht in Betrieb sind (z.T., weil sie erst noch gebaut werden müssen).

In jedem Fall sind Zahlen aber entscheidend – vor allem in einer Gesellschaft, die sich zur Entscheidungsfindung der Massenmedien bedient, weil diese vor allem eines sind: schnell.

Und genau das ist das Problem: schnell ist meistens gleichbedeutend mit oberflächlich.

 

Also bleibt mir zum Schluss nur noch eine Aussage:

 

Zahlen sind vor allem – nur Zahlen.

Hurerei bei der Tagesschau

Nur für den Fall, daß die Tageschau meinen Kommentar (wie immer bei kritischen Kommentaren) nicht veröffentlicht, hier meine Meinung zu einem Video der Passagiere auf der „Concordia“ bei der heutigen Ausgabe der Online-Tagesschau:

Jemand, der schockierende Videos wie dieses hier anbietet, wird im Netz allgemein als „Klickhure“ bezeichnet.

Tja, es scheint ja einen enormen Konkurrenzdruck bei den Medien zu geben, wenn die Tagesschau sich dazu herabläßt, so etwas zu zeigen.

Vielleicht ist ja das Video auch harmlos (habs nicht gesehen… solls ja geben). Das bezweifle ich aber.

Und natürlich wird dann immer mit der Aufklärung argumentiert: Menschen sollen sich möglichst genau ein Bild von der Lage vor Ort machen können, damit diese Welt mit Millionen Meinungen selbsternannter Experten gerettet wird.

Vielleicht schauen sie das aber auch nur aus Sensationsgeilheit.

Tipp: nehmts raus. Für diese Form der „Aufklärung“ haben wir die Bild-Zeitung.

Das haben die übrigens auch beim rechtsterroristischen Akt Breiviks in Norwegen gemacht: irgendjemand hatte „schockierende Bilder“ von der Menschenjagd des Nazis gemacht und das Video an die Tagesschau verkauft. Irgendwann wurde das Video dann rausgenommen, nachdem es massenhafte Proteste gegeben hat. Und nachdem viele (ich nehme an, Tausende) bei der Tagesschau draufgeklickt haben.

Nicht, daß ich was dagegen hätte, daß Medien gleichbedeutend mit Mediengeschäft sind. Nur sollen die dann nicht so hochgestochen daherschwafeln von wegen öffentlich-rechtlicher Auftrag. Denn da ist ein sinnloses Video von chaotischen Zuständen bei der Havarie sicher nicht inbegriffen.

Es wird Zeit, daß die Medienlandschaft sich verändert. Diese Verlogenheit ist kaum noch zu ertragen. Medien wie die Tagesschau sind genauso sensationsheischend, kommerziell und manipulativ wie andere Medien auch. Vielleicht nicht in aller Gänze – es gibt sicher noch ein paar sinnvolle Formate im ör-Fernsehen. Aber irgendwie schwindet das alles dahin.

Wer fragt, spinnt und der Krieg kann weitergehen.

Da fehlen einem die Worte.

Die USA lassen da mal eben bin Ladens Leiche verschwinden, und die Online-Ausgabe der Tagesschau hat nichts besseres zu tun, als kritische Fragen dazu als Verschwörungstheorien zu etikettieren…
Tja, wenn die Tagesschau als ehemals „Vierte Kraft“ der Gewaltenteilung nicht dazu in der Lage ist, ist es eben das Netz.

Ach so, und natürlich ist gleich der nächste Staatsfeind Nr. 1 ausgemacht. Der Krieg kann weitergehen..

Mein Kommentar zu diesem Artikel bei der Tagesschau:

„Meine Damen und Herren,

vielleicht ist Ihnen noch nicht aufgefallen, daß die Leiche des „meistgesuchten Mannes der Welt“ einfach mal ganz schnell im Meer versenkt worden ist.

Ganz offiziell. Kein Mensch redet da von Verschwörung. Das tun Sie, sonst niemand – um kritische Bürger als leicht debil zu etikettieren?

Die Sache ist ganz einfach: selbst die Logik jener Justiz, die die Todesstrafe als Mittel des Rechtsstaates vorsieht, sieht die heimliche Entsorgung einer von ihr selbst als öffentlich deklarierten Leiche nicht vor. Das sollte selbst den USA nicht passieren dürfen.

Von daher ist die Frage nach dem Verbleib dieser wichtigen Leiche – und niemand anders als die Exekutoren selbst haben sie für derart wichtig erklärt! – mitnichten das Handeln von Verschwörungstheoretikern. Es ist die Frage von Bürgern mit rechtsstaatlichem Empfinden.“

USA in Erklärungsnot – Herr Saaldiener, bringen Sie die Leiche zum Verhör herein!

tagesschau.de titelt heute morgen: „Pakistan in Erklärungsnot

Ich frage: wo bleibt die Leiche?

Rechtsstaaten definieren sich dadurch, daß all ihr Handeln rechtlich legitimiert sein muß. Jeder Schritt muß vor der Öffentlichkeit nach den Regeln ordentlicher Gerichtsbarkeit gerechtfertigt werden. Ausnahmslos.
Man stelle sich nun einmal folgende Szene vor einem Richter vor:

Richter: „Wir sind hier zusammengekommen, um Osama bin Laden für tausendfaches Leid und Terrorismus anzuklagen. Saaldiener, führen Sie den Angeklagten vor!“
Saaldiener: „Euer Ehren, das geht nicht.“
Richter: „Warum nicht? Ist er krank?“
Saaldiener: „Nein, tot.“
Richter: „Sprechen Sie in ganzen Sätzen, bitte. Wer ist tot?“
Saaldiener: „Der Angeklagte.“
Richter: „WIE BITTE? Was ist passiert?“
Saaldiener: „Wir haben ihn exekutiert.“
Richter: „Wer Wir?“
Saaldiener: „Wir, die Justiz.“
Richter: „Die Justiz bin ich!“
Saaldiener: „Ja, aber das Urteil stand schon fest.“
Richter: „Wozu braucht man mich dann noch?“
Saaldiener: „Zur Legitimation.“
Richter: „Das ist lächerlich. Ich soll im Nachhinein die Exekution legitimieren?“
Saaldiener: „Ja.“
Richter: „Nein.“
Saaldienr: „Doch. Sie müssen. Es geht hier um unseren freiheitlichen Rechtsstaat.“
Richter: „Ach, was Sie nicht sagen… na gut. Was sollen wir also tun?“
Saaldiener: „Wir müssen ein ordentliches Verfahren…“
Richter: „…stöhn…“
Saaldiener, lauter: „…ein ordentliches Verfahren durchführen von A bis Z.“
Richter: „Naja, von A bis X ist ja schon alles gelaufen. Aber egal. Dann lassen Sie uns die Leiche obduzieren. Führen Sie die Henker herein.“
Saaldiener: „Die Henker sind nicht bekannt, die Leiche ist weg.“
Richter: „WIE BITTE?“
Saaldiner: „Der Leichnam wurde gemäß muslimischer Traditionen bestattet.“
Richter: „Das interessiert mich sowas von überhaupt nicht, WIE er bestattet wirden ist. Ich will wissen: von wem wurde er bestattet und wann können wir die Leiche exhumieren, um sie zu obduzieren? Ich will wissen, ob wenigstens die Exekution ordnungsgemäß verlaufen ist.“
Saaldiener: „wir sollten eher von ex-aquarieren sprechen. Die Leiche wurde der See übergeben. Deshalb ex-aquarieren – aqua ist Latein und heißt Wasser und humus aus dem Wort exhumieren heißt..:“
Richter: „ICH HATTE SELBST LATEIN UND WEISS GANZ GENAU, WAS DAS HEISST!!! SIE HABEN DEN LEICHNAM AUF SEE BESTATTET?“
Saaldiener: „Wir haben bereits obduziert und unsere Rechtsexperten haben dafür Sorge getragen, daß alles mit rechten Dingen zugeht.“
Richter: „Wozu brauchen Sie mich dann noch?“
Saaldiener: „Sie stehen für die Weltöffentlichkeit. Auch sie soll anerkennen, daß alles mit rechten Dingen zugegangen ist.“

Der Richter packt seine Aktentasche, steht auf, geht zur Tür, öffnet sie. Zwischen Tür und Angel ruft er hinein: „Macht Euren Scheiß alleine. Ich bin doch keine Marionette.“

Liebe Tagesschau,

einen Verbrecher zu verstecken mag verwerflich sein. Aber die Art und Weise, wie auch oder besser: gerade mit Verbrechern umgegangen wird, macht den Unterschied zwischen einem Rechtsstaat und einem Unrechtsstaat aus. Pakistan mag in Erklärungsnot sein, weil bin Laden dort Zuschlupf gefunden hat. Die USA jedoch sind in Erklärungsnot, weil die Exekution bin Ladens unter Ausschluß der Weltöffentlichkeit und somit unabhängiger Gerichtsbarkeit durchgeführt worden ist. Dies zu kontrollieren und ggf. anzusprechen ist die oberste Pflicht der Medien in einem Rechtsstaat, denn dieser lebt davon, daß seine Organe einander kontrollieren.

HDE seit Jahren zufrieden – vor dem Weihnachtsgeschäft…

Jedes Jahr dasselbe:

der HDE bezahlt überzeugt die Medien, darüber zu berichten, wie unglaublich toll doch das Geschäft läuft.

Damit die dummen Menschen auf der Straße meinen, sie würden etwas verpassen, wenn sie jetzt nicht auch in den nächsten Laden rennen würden und ihr Geld ausgeben. Und was das Schlimmste ist: die normative Kraft von Medienmeldungen wie diesen ist hinlänglich bekannt.
Folge: die dummen Menschen auf der Straße meinen tatsächlich, sie würden etwas verpassen und rennen in den nächsten Laden, um ihr Geld auszugeben. Tatsächlich.

Und die schlauen sparen den größten Teil ihres Geldes für die vielen Rechnungen, die zum Jahresende/Jahresanfang zu bezahlen sind auf. Oder, wenn sie unbedingt etwas kaufen müssen:
sie warten auf den Preissturz Anfang Februar.

Ich kann es nur empfehlen, es lohnt sich.

Angesichts der Veralltäglichung einer angeblichen Terrorgefahr finde ich hier eine tatsächliche: die Gefahr vor dem Konsumterror, nur gibt es keine Polizei, die etwas dagegen tut.

SWR ahnungslos: ähhh…Pflastersteine oder so?

Heute berichtet der SWR darüber, daß 600 Demonstranten aus Stuttgart im restlos ausverkauften Sonderzug in Berlin angekommen sind, um dort u.a. vor der Zentrale der Deutschen Bahn gegen S21 zu demonstrieren.

Natürlich wird versucht, die Demonstranten wieder einmal in die linke Ecke zu stellen. Unheimlich erwähnenswert scheint dem SWR der Umstand, daß sie von den Vorsitzenden der Linkspartei, Gesine Lötzsch und Klaus Ernst, begrüßt worden seien. Mich wundert inzwischen nicht mehr, daß seitens der Befürworter als Argument für S21 die Frage „ja, wollt Ihr denn den Kommunismus?“ angeführt wird. Dahinter stehende Logik: entweder CDU oder Kommunismus, wer nicht für uns ist, ist gegen uns… kennen wir bereits. Also ich habe nix mit den Linken – bin ich jetzt wie alle meine Bekannten zu Unrecht in der Bewegung? Bin ich CDU-Wähler? Da hätte ich aber was verpaßt…

Gegen Ende des Artikels gibts dann aber doch etwas wirklich Ärgerliches:


(Screenshot 26.10.2010, 12:20 Uhr – vielleicht wirds ja noch geändert…)

Nun, auch Anstalt des öffentlichen Rechts kann mal eine Panne passieren… Innenminister Rech ließ noch am selben Abend, also am 30.09. seine Aussage, es seien Pflastersteine geworfen worden, dementieren. Das ist meiner Rechnung nach inzwischen rund 26 Tage her. Scheint aber nicht auszureichen für den SWR.

Also nix „nach Angaben der Demonstranten“ – „Offiziell bestätigt vom Innenminister himself“, bitteschön.

Worauf ich jetzt noch warte, ist, daß der SWR dies damit begründet, daß es Schwarzseher gibt.

Heute schon REZitiert?

UPDATE:

wie daMax berichtet, hat die Falschinformation bereits ihren Schaden angerichtet: bspw. die NZZ hat den Text wortwörtlich vom SWR übernommen.
Da wir wissen, wie gewaltig die normative Wirkung solcher Artikel in Massenmedien ist, ist Empörung angebracht.
Denn offensichtlich dürfen Medien wie der SWR derartige Falschinformationen in die Welt setzen, wenn sie sie eine Zeit später ändern / korrigieren. Die Korrektur wird im Gegensatz zur Falschinformation von den copy&paste-Jounalisten (Danke für den Begriff, daMax!) aber nicht mehr übernommen.

Was bleibt, ist die Falschinformation und da das beim SWR, der StZ und den StN immer wieder passiert und denen somit bewußt ist, spreche ich nicht mehr von Falschinformation oder Ahnungslosigkeit, sondern von Lüge.

Ich schlage dem super-etablierten, spitzen-seriösen SWR vor, Nachhilfe bei der BILD-Zeitung zu nehmen. Die war in der Lage, bei Google die Worte „Polizeieinsatz Rech dementiert Pflasterteine“ einzugeben und sich zu informieren.

UPDATE:
Weiter gehts mit der Manipulation:
Der Stern stellt fest, die Demonstranten kämen aus „der linken Mitte“.

Im Artikel werden die Ergebnisse der Studie zunächst „den Demonstranten“, dann „den Protestierenden“ und zuletzt „den Stuttgart 21-Gegnern“ zugeordnet:


Das ist wissenschaftlich bzw. journalistisch unkorrekt! Wenn die Befragung auf einer Demo stattgefunden hat, frag ich mich, wieso nicht darauf hingewiesen wird, daß die Menge der Demonstranten und die Menge der Stuttgart 21-Gegner zwar Schnittpunkte haben, aber nicht gleichzusetzen sind (intensional gleich, extensional verschieden – ich glaube, das ist Logik…)!

Was denkt Otto-Normal-Leser? Wer gegen S21 ist, gehört zur linken Mitte. Das wirkt natürlich abschreckend.

Manipulation.

Protest S21: äh…in welcher Richtung halte ich den Lauf?

Über die Vorkommnisse am 30.09. im Stuttgarter Schloßgarten brauche ich ja wohl keine Worte mehr zu verlieren, als ich es bereits hier und hier getan habe.

Sie hatten die Bundesrepublik aufgerüttelt. Zu viele Augenzeugen, zu viele youtube-Videos hatten die Medienmaschinerie etablierter Politik entlarvt. Der einzige Weg für ebendiese, einigermaßen trocken aus dem Sturm der Entrüstung, den diese Bilder und Berichte ausgelöst hatten, rauszukommen, wäre eine Entschuldigung, wären rollende Köpfe gewesen. Und weil die Maschinerie genau das nicht zuließ (wer übernimmt schon freiwillig die Verantwortung für ein Desaster?), wurde trotz des Übermaßes an Gegenberweisen die UNwahrheit verbreitet, Rentner und Schüler hätten eine paramilitärisch ausgerüstete Polizei zu hartem Durchgreifen provoziert. Und genau das hat wiederum zu noch mehr Protesten geführt. Ergebnis: die Demonstrationen am 01.10., 04.10. und 08.10. waren die bis dato größten mit 100000, 55000 und 150000 Menschen.

Nun war gestern die angekündigte Großdemo mit Konstantin Wecker am Schloßplatz. Es war kalt und nieselig und demnach sind ca. 25000 Demonstranten durchaus als Erfolg zu sehen – die Samstagsdemos waren bisher immer eher enttäuschend.

Gegen Ende jedoch wurde es dann leicht spannend, als das Gerücht über Twitter verbreitet wurde, daß ca. 40 Personen den Südflügel besetzt hätten. Kurz danach wurde das auch live als Video von drinnen gestreamt. Um die 9000 Betrachter bewiesen, wie sehr die Bilder vom 30.09. das Bewußtsein um zivilen Ungehorsam und die Reaktion der Polizei darauf geprägt hatten, wie groß das Interesse an den Vorkommnissen um S21 herum inzwischen ist.

Die Kamera war fast andauernd auf die Brandschutztür gerichtet – diese war verschlossen und um die aufzubrechen, bedarf es eines Rammbocks der Größe Gronds.

Irgendwann kam die Polizei auf die Idee, die Angeln, das Schloß und den Türschließer zu flexen, was im gefühlt 17. Versuch dann auch gelang.

Die Spannung stieg und während die Rammstöße die Tür immer ein wenig mehr aus den Angeln drückten, hatte man als Twitter-Konsument genügend Zeit, sich die Erstürmung des besetzten Südflügels in allerfeinster GSG9-Manier vorzustellen.

Und dann kam der heiß ersehnte Moment. Die Tür flog auf und aus etwas Rauch und Staub kam…

…nicht Darth Vader. Auch nicht Rambo.

Da standen zwei PolizistInnen mit Neon-Weste flankiert von ein paar BePos. Sie liefen ganz entspannt auf die Besetzer zu und fragten nach dem Sprecher der Gruppe. Dem übermittelten sie in schwäbelndem Hochdeutsch relaxed die Aufforderung, das Gebäude in kleinen Gruppen zu verlassen.
Dies geschah und alles war vorbei.

Irgendwie blieb ein Gefühl der Ratlosigkeit…
was hatte diese Aktion nun bewirkt?

Die Parkschützer sprechen heute von einer wichtigen PR-Aktion.

Nun, dem widerspreche ich aus vielerlei Gründen.

Zunächst einmal ist eine PR-Aktion geplant. Das war diese Aktion zwar auch, aber zur Planung gehört meiner Meinung nach vor allem die Frage, wie bei einer inszenierten Auseinandersetzung das Verhalten der Akteure in der Öffentlichkeit bewertet werden wird. Was bleibt am Ende im kollektiven Gedächtnis haften? Welche Assoziation wird durch das Wort „Südflügelbesetzung“ beim Normalbürger – und die wollen wir ja erreichen! – ausgelöst werden?
Ich denke, es wird folgender Gedanke sein: „Och, die Polizei war ja ganz niedlich…“.

Wenn also das Ziel der Aktion war, auf das Verhalten der Polizei hinzuweisen, dann ist das in einer Art gelungen, die sicher nicht erwünscht war: die Polizei hat sich völlig vorbildlich verhalten. So hätte man sich das am 30.09. gewünscht.

Nicht, daß ich mir gewünscht hätte, die Polizei hätte sich gestern wie am 30.09. verhalten, keineswegs! Ich bin zwar überwältigt von der Welle der Solidarität, die der unverhältnismäßige Einsatz der Polizei an jenem Tag in der Republik ausgelöst hatte und freue mich darüber. Aber ich würde mich natürlich nicht über eine weitere Gewalt-Eskalation freuen. Wer die Eskalation jenes Donnerstags im Hinblick auf den Auftrieb, den die Protestbewegung dadurch erhalten hat, als in diesem Sinne positiv und womöglich wiederholenswert bewertet, hat da irgendetwas nicht verstanden. Die Polizei hat sich also zum Glück vorbildlich verhalten.

Aber war das Glück?

Nein.

Sie hat sich vollkommen absichtlich vorbildlich verhalten.

Klingt seltsam? Nun, man stelle sich vor, wie Rech und Mappus gestern Abend in der Kantine des Landtages zusammensitzen und ein weiteres Mal darüber grubeln, wie sie das Image der Prügelpolizei loswerden können.
Und dann sagt Mappus: „Vielleicht könnten wir ja eine Aktion zivilen Ungehorsams inszenieren, die wir dann durch Kuschelpolizei auflösen…?“
Und der Rech so: „Nee, das blickt doch jeder, daß das inszeniert ist. Wozu sollten die Demonstranten eine Aktion durchführen, bei der sie sich dann von der Polizei zur Ordnung bitten lassen und dem dann auch noch Folge leisten?“
Mappus so: „Stimmt, ja. Und dann wäre ja noch die Frage, welchen Akt des zivilen Ungehorsams die im Moment vollbringen könnten…es wird im Moment ja nirgends abgerissen. So blöd sind die auch nicht.“
Rechs Handy klingelt (Nationalhymne). Der nimmt den Anruf an und nach kurzer Zeit erhellt sich sein Gesicht.
Anschließend Rech zu Mappus: „Vergiß meinen letzten Satz. Die sind so blöd und haben den Südflügel besetzt.“
Und der Mappus dann: „Also los: wir präsentieren den Medien die friedlichste Aktion, die man je bei der Räumung einer Hausbesetzung gesehen hat.“

Einen weiteren Grund habe ich Rech gerade eben in den Mund gelegt. Stellt Euch mal vor, die verbarrikadieren sich da drin und natürlich muß die Polizei abriegeln – nennt mir einen einzigen Menschen in Deutschland, der dafür kein Verständnis hätte. Und dann ließe sie die Besetzer einfach drinnen schmoren…weil durch die Besetzung des Südflügels nichts, rein gar nichts verhindert wird. Die Arbeiten dort ruhen sowieso und S21 wird zumindest dadurch überhaupt nicht verhindert, kein bißchen.

Und dann müssen die ganz kleinlaut nach 3 – 4 Tagen darum bitten, daß man sie rausläßt, weil sie endlich wieder anständig scheißen wollen, geschweige denn von dem Umstand des Hungers bzw. Durstes, der Übernächtigung und womöglich, weil die am Montag zur Schule oder zur Arbeit müssen…das Ganze ist noch glimpflich verlaufen. Es hätte ein PR-Desaster werden können.

Wann beginnen die Leute endlich mal, zu denken?

Wozu einen Südflügel besetzen, der im Moment nicht abgerissen wird? Wozu das Spiel an sich reißen, wenn der Gegner die Trümpfe in der Hand hält? Das ist so, als hätte der starke Junge von nebenan einem den Ball zurückgegeben, nachdem die Mama interveniert hat und man läge ihm den Ball vor die Füße und nähme ihn wieder weg, damit es so aussieht, als sei man stark…

Ich habe kein Problem mit organischem zivilem Ungehorsam – eine Menge von 100000 Menschen setzt sich, wie bei den letzten Demos, irgendwann einfach in Bewegung, da kann man nichts machen, dann gibt es einfach einen Demozug, ob der geplant war oder nicht.
Und wenn jeder weiß, daß der Grube in der Liedehalle ist und der IHK die Show vorspielt, die sie sehen will – also Rendite-Hochrechnungen -, dann ist es für mich vollkommen OK, wenn Menschen, die ein paar hundert Meter weiter gegen all das demonstrieren, zur Liederhalle ziehen, um friedlich, aber lautstark zu protestieren.

Daß diese Menge dann aber die Tiefgarage blockiert oder Autos mit Aufklebern zukleistert, obwohl sie damit Gegner und Befürworter des Projektes schädigt ist genauso dumm wie die klägliche Vorstellung der Besetzer gestern abend, denn man muß sich, wenn man schon den Kampf um die Selbstinszenierung eingeht, immer fragen: wie sehe ich dabei aus bzw.: wer geht aus diesem Kampf als Sieger hervor?

Es war die Polizei.

Ich könnte mir vorstellen, daß so manch einer gestern gesagt hat: hach ja, es gibt sie noch, „unsere“ friedliebende Landespolizei – und das völlig zurecht! Ich bin von Politessen fürs Falschparken schon blöder angemacht worden als die Besetzer gestern von der Polizei…

Verstehe mich bitte keiner falsch: inhaltlich ist mein Standpunkt zur S21 der Gleiche wie zuvor. Ich gehe sogar weiter: meine Bewertung des Vorgehens der Polizei vom 30.09. ist durch den gestrigen Akt in keiner Weise beeinflußt – der 30.09. steht für ein barbarisches Vorgehen der Polizei.
Aber was denkt der bisher Unbeteiligte? Noch schlimmer: was denken jene, die bisher aus reiner Loyalität für S21 waren, zwischenzeitlich aber aufgrund der skandalösen Vorkommnisse am 30.09. ins Wanken geraten waren?

Das muß man einfach im Auge behalten. Diese Auseinandersetzung findet über die Medien statt – kein Schwein hat sich für die 4000 Leute interessiert, vor denen ich im Mai gestanden bin. Nun sind es (abgesehen von gestern) 100000 und mehr, weil der einfache Wille des Volkes auf mehr Beteiligung an der Politik mit Füßen getreten worden ist und sich die etablierte Politik entblößt hat. Man konnte den 30.09. nicht planen, denn die Proteste waren organisch, frei, ungezwungen und die Ausschreitungen nicht inszeniert, zumindest nicht seitens der Demonstranten. Genau das Gegenteil gilt für die Seite der Projekt-Verantwortlichen einschließlich Einsatzkommandos der Polizei.

Das nun wiederholen zu wollen, nur, weil es aus 5000 Leuten 50000, 100000, 150000 gemacht hat, ist dumm. So was wie am 30.09. kann und darf sich nicht wiederholen.

Also muß man im Kopf durchspielen, was passiert, wenn man bewußt mit den Medien spielt.

Der 30.09. reicht als Beweis staatlichen Willens zur Durchsetzung seiner Macht gegenüber den Bürgern. Warum soll man das „toppen“?

Manipulation bei der Tagesschau – to be continued…

Ich berichtete bereits hier darüber, daß die etablierte Presse sich nicht nur herausnimmt, getarnte Meinungsmache zu betreiben, indem sie artverwandte Themen nebeneinander platziert, sondern den Leser auch noch für blöd verkauft, indem sie diese Artikel nicht als Meinung / Kommentar, sondern als Bericht tarnt.

Nun wurde heute ganz groß über den Durchbruch im Gotthard-Tunnel berichtet. Dabei entflammte in den Kommentaren schnell der Streit um S21.

Dies versuchte dann die Moderation wie folgt zu unterbinden:

Thematische Ausrichtung der Kommentare
Fr, 15.10.2010 – 19:48 — Moderation

Sehr geehrte Meta-UserInnen,

bitte kehren Sie in Ihrer Diskussion zum eigentlichen Thema dieser Meldung – dem Schweizer Gotthard-Tunnel – zurück.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen,
die Moderation

Darauf habe ich geantwortet:

Sehr geehrte Moderation,

bitte nehmen Sie zur Kenntnis, daß ihre eigene Redaktion nicht in der Lage ist, das Thema „Schweizer Gotthard-Tunnel“ vom Thema Stuttgart 21 zu trennen:

http://www.tagesschau.de/ausland/gottharddemokratie100.html

Weiteres Beispiel war die bewußte Platzierung eines wertenden Artikels (also eines als Artikel getarnten Kommentars) über den Umbau des Wiener Bahnhofs neben einer Meldung zu Stuttgart 21 am 02.10.2010, Screenshot hier:

https://feydbraybrook.wordpress.com/2010/10/02/manipulation-bei-der-tagesschau/

Ich stelle fest:

die Diskussion von artverwandten Themen ist für Sie erlaubt, für Ihre Kunden nicht. Enttäuschend.

Bin mal gespannt, ob die das überhaupt freischalten.

UPDATE:

Tatsächlich, die Moderation hat reagiert:

Sehr geehrter User FeydBraybrook,

wie Sie selber feststellen, gibt es eine Meldung, „Die Schweiz ist nicht Stuttgart“, in der eine vergleichende Diskussion sehr sinnvoll ist. Darüber hinaus befinden sich derzeit zwei Artikel allein zu „Stuttgart 21“ auf unserer Seite (und einige mehr lassen sich auf meta.tagesschau.de finden). Bitte haben Sie darum Verständnis, dass es in der Meldung, die explizit vom Durchbruch am Gotthard-Tunnel handelt, nicht ohne Referenz auf dieses Hauptthema um „Stuttgart 21“ gehen soll.

Mit freundlichen Grüßen,

Die Moderation

Meine Antwort:

Sehr geehrte Moderation,

ich denke, daß die Teilnahme Ihrer Kunden an einer Diskussion der beste Indikator dafür ist, ob das Maß an „Quer-Diskussionen“ erfüllt ist oder nicht. Offensichtlich herrscht hier ein Bedarf, der sich schwer in Bahnen lenken läßt.

Soweit ich das beurteile, haben Sie die meta-User mit Ihrer Intervention vor den Kopf gestoßen, da bisher keine Kommentare freigeschaltet wurden, die Ihren Vorgaben bzgl. der Thematik entsprechen.

Ich erkenne jedoch an, daß Sie sich inhaltlich mit meinem Kommentar befaßt haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Feyd Braybrook

Den letzten Satz meine ich so, wie ich ihn schreibe. Und dennoch ist es unverständlich, wieso beispielsweise bei wirklich jedem Thema in bezug auf Migranten auch noch der fremdenfeindlichste Kommentar freigeschaltet wird.

Beispiel:

Integrationsbeauftragte Böhmer schlägt eine „Deutschpflicht auf Schulhöfen“ vor – ja, sie will tatsächlich verbieten, daß sich Migranten in der Schule in ihrer eigenen Sprache unterhalten dürfen.

Abgesehen davon, daß die Kultusminister der Länder dies ablehnen, sind die Kommentare der meta-User ziemlich peinlich. Auszug:

„Mit solchem Verhalten macht er (Kolat, der diesen Vorschlag rügt, Anm. FB) sich zum Handlanger derer, die Deutschland nur für die tollen Sozialleistungen bevölkern.“ (Bezug zum Thema?)

„Haben wir den gar keinen Stolz für unsere Sprache und Kultur?????????“ (Empörung über Kritik an Böhmer; Bezug zum Thema?)

„Deutschpflicht ist wie Schulpflicht“ (Bezug zur Logik?)

„Ich frage mich wann denn jetzt endlich auch die Glocken der Kirche abgehängt werden um Platz für einen Muezzin zu machen.“ (Bezug zum Thema?)

„Das Verbot würde zweifellos einen grossen Schritt zur Integration der Kinder bringen. Auch später die besseren Deutsch-Kentnisse einen höheren sozialen Standard ermöglichen. Es könnte also auch ein wenig Machterhalt bei Herrn Kolat mit spielen. Immigranten, die gut Integriert sind benötigen keine Immigrantenverbände mehr.“ (AUA!)

„Wenn aus den Kindern mit M-Hintergrund in Deutschland etwas werden soll, müssen sie unsere Sprache perfekt beherrschen. Sonst droht der übliche Kreislauf: kein guter Schulabschluss, keine Lehrstelle, Hass auf die „Besserbetuchten“ …“ (AUA!)

„Wir wurden auf dem Schulhof als „Scheiß Deutsche“ beschimpft und mit Backpfeifen belegt. Hallo?“ (Wußte garnicht, daß „Scheiß Deutsche“ Worte der türkischen Sprache sind…, Bezug zum Thema?)

Ja, ich weiß, daß es nicht nur eine Moderation bei der Tagesschau gibt. Aber als Konsument (ich könnte auch „Kunde“ oder „Gebührenzahler“ sagen) interessiert mich nicht, ob und warum die Tagesschau-Site keinen einheitlichen Stil bei der Moderation fährt.

Naja, jedenfalls ein klein wenig Absolution für die Mod des Gotthard-Tunnel- und Schimpf und Schande über jene des Deutschpflicht-Beitrages!

Manipulation bei der Tagesschau

Heute morgen berichtete tagesschau.de über den polizeilichen Angriff auf friedliche Bürger, die sich schlimmstenfalls zivilen Ungehorsam vorwerfen lassen müssen.
Direkt daneben platzierte die Site einen Bericht über den Umbau des Wiener Bahnhofs, der – im Gegensatz zu S21 – von der ortsansässigen Bevölkerung geradzu vergöttert wird, wenn man dem Autor Glauben schenken will.

Es gab keinen besonderen Grund für den Artikel. Also keinen geplanten oder ungeplanten Vorgang im Rahmen des Umbaus, der das gerechtfertigt hätte. Jetzt wird mancher sagen: na gut, dieser Artikel ist pro S21, das ist doch erlaubt.

Tja, seriöser Jounalismus kennzeichnet Kommentare, und dieser ist aufgrund dessen, daß er dies nicht tut, gerade mal eine Meinung, noch nicht einmal ein Kommentar.

Medien wirken hochgradig normativ und angesichts von Verletzten (die Gerüchte, daß es Schlimmeres gegeben hat, werden sich hoffentlich nicht bewahrheiten…) ist es nicht einfach ein Formfehler der Tagesschau, bei einem derart heißen Eisen eine als Artikel getarnte Meinung direkt neben einer Meldung zur polizeilichen Eskalation in Stuttgart zu platzieren, nein: es ist grob fahrlässig und jounalistisch höchst unseriös. Und womöglich ist es bezahlte Werbung. Deshalb keinen Link, sondern nur einen Screenshot (Anm.: inzwischen ist der Artikel nicht mehr direkt daneben, aber immer noch anklickbar):

Stuttgart 21: Aufstand bei Abriss

Der Abriß hat begonnen. Eigentlich hat er das bereits kurz nach der Errichtung des Bauzauns, allerdings fand das zerstörerische Treiben innerhalb der nach außen hin sichtbaren Mauern statt.

Nun, nachdem drinnen wohl alles beseitigt ist, was beim endgültigen Abriß der Außenmauern stören könnte, hat der Bagger zugebissen. Innerhalb kurzer Zeit war eine Schneise vom Dach bis zum Erdboden gerissen.

Die Parkschützer hatten noch nicht mal Alarm ausgelöst, da war die Fassade schon stark beschädigt.

Hintergründe, Fakten und Informationsmaterial der Kritiker gibt es mehr als genug. Es wäre unmöglich, das auch nur ansatzweise hier aufzuzeigen. Jedem, der sich informieren möchte, seien folgende Seiten ans Herz gelegt:

Kopfbahnhof 21
Parkschützer
schrem-webcam

Ich werde hier sicher noch einige Dinge zu den Themen Partizipation und die Frage, welche unterschiedlichen Bedeutungen der Begriff Fortschritt hat, posten.

Fürs erste regt mich allerdings die maßlose Untertreibung vieler Medien bei der Angabe der Teilnehmerzahlen bei der spontanen Demo auf. Insbesondere stört mich, daß ausgerechnet der SWR gegen 20.00 Uhr immer noch von „hunderten“ Demonstranten sprach, während ich auf der Demo gegen 18.00 Uhr mindestens 6000 Menschen geschätzt hatte. Dazu kamen tatsächlich hunderte, die bereits vorher Richtung Weindorf gezogen sind.

Wenn das die BLÖD-Zeitung macht, naja, so sind die eben.

Aber der SWR, der seinen Sitz hier in Stuttgart hat, der vor Ort war, der sich anmaßt, seriösen Jounalismus zu betreiben…ich fasse es nicht.

Hier noch ein Foto der Demo, der etwa ein Drittel des Geländes zeigt. Hinter dem Bildrand links befindet sich ein etwa gleich großes Gelände und dort war der größte Andrang. Da bin ich nicht mehr hingekommen. Ich war etwa zwischen den beiden Bäumen rechts. Einen Rundumschwenk werde ich demnächst auf youtube hochladen. Ich bin mir aber dennoch sicher, daß die Untertreibung des SWR bald schon durch andere Uploads Lügen gestraft werden wird. Insgesamt zeigt dieser Ausschnitt etwa ein Drittel der Demo.

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