Hurerei bei der Tagesschau

Nur für den Fall, daß die Tageschau meinen Kommentar (wie immer bei kritischen Kommentaren) nicht veröffentlicht, hier meine Meinung zu einem Video der Passagiere auf der „Concordia“ bei der heutigen Ausgabe der Online-Tagesschau:

Jemand, der schockierende Videos wie dieses hier anbietet, wird im Netz allgemein als „Klickhure“ bezeichnet.

Tja, es scheint ja einen enormen Konkurrenzdruck bei den Medien zu geben, wenn die Tagesschau sich dazu herabläßt, so etwas zu zeigen.

Vielleicht ist ja das Video auch harmlos (habs nicht gesehen… solls ja geben). Das bezweifle ich aber.

Und natürlich wird dann immer mit der Aufklärung argumentiert: Menschen sollen sich möglichst genau ein Bild von der Lage vor Ort machen können, damit diese Welt mit Millionen Meinungen selbsternannter Experten gerettet wird.

Vielleicht schauen sie das aber auch nur aus Sensationsgeilheit.

Tipp: nehmts raus. Für diese Form der „Aufklärung“ haben wir die Bild-Zeitung.

Das haben die übrigens auch beim rechtsterroristischen Akt Breiviks in Norwegen gemacht: irgendjemand hatte „schockierende Bilder“ von der Menschenjagd des Nazis gemacht und das Video an die Tagesschau verkauft. Irgendwann wurde das Video dann rausgenommen, nachdem es massenhafte Proteste gegeben hat. Und nachdem viele (ich nehme an, Tausende) bei der Tagesschau draufgeklickt haben.

Nicht, daß ich was dagegen hätte, daß Medien gleichbedeutend mit Mediengeschäft sind. Nur sollen die dann nicht so hochgestochen daherschwafeln von wegen öffentlich-rechtlicher Auftrag. Denn da ist ein sinnloses Video von chaotischen Zuständen bei der Havarie sicher nicht inbegriffen.

Es wird Zeit, daß die Medienlandschaft sich verändert. Diese Verlogenheit ist kaum noch zu ertragen. Medien wie die Tagesschau sind genauso sensationsheischend, kommerziell und manipulativ wie andere Medien auch. Vielleicht nicht in aller Gänze – es gibt sicher noch ein paar sinnvolle Formate im ör-Fernsehen. Aber irgendwie schwindet das alles dahin.

tagesschau.de 06.10.2011- das Review

Irgendwie war es klar. Steve Jobs hatte es lange in der Öffentlichkeit gehalten, doch nun ist er tot. Tagesschau.de bringt das zurecht als die Top-News des Tages, denn bereits nach Jobs Rückzug aus dem Geschäft brach der Kurs für Apple-Aktien ein. Eine Wirtschafts- aber auch Gesellschaftsmeldung also, war Steve Jobs doch für viele das Paradebeispiel eines Visionärs, der aus dem angeschlagenen Unternehmen Mitte der 90er die Alternative zu Microsoft gemacht hatte.
Es gibt genügend andere und besser geeignete Plattformen für einen persönlichen Rückblick. Deshalb will ich es hierbei belassen. Persönlich betroffen bin ich nicht, denn ich habe ihn nicht persönlich gekannt. Allerdings imponiert mir Jobs Stil, der Elemente des Leadership hatte, bevor systemisches Management zu einer Art Modewort geworden ist.

In den USA, in denen ohne Slogan mal gar nichts funktioniert, sagte Obama „Yes we can“, aber irgendwie meinte er wohl „Maybe we could“. Jobs stellte die Frage Kann man erfolgreich sein, wenn man es anders versucht?“ und gab selbst die Antwort „a solution exists„.

Ja, Apple, das war auch immer Werbung, Slogans, Schick und Design. Aber durch Steve blieb es nie bei leeren Versprechungen – die Slogans der Firma Apple, das muß man trotz der Kritik an deren Marktstrategie gelten lassen, die Slogans trafen zu: Apple ist anders. Apple ist verrückt. Und Apple funktioniert wirklich.
Steve Jobs war ein Mann, der etwas ganz einfaches gemacht hat: er Computer zum Funktionieren gebracht. Das Argument, man müsse sich verändern, um den Computer zu verstehen, hat er nie gelten lassen. Die Technik hat sich an den Menschen anzupassen und dies zu bewerkstelligen, hat Steve Jobs als Aufgabe gesehen. Und genau so einfach ist der Erfolg Jobs´ sowie seiner Firma zu sehen: Menschen geben ihr Geld eher für Dinge aus, die funktionieren, als für welche, die man erst selbst zum Funktionieren bringen muß. Danke, Steve.

[Update 11:45 Uhr]
Die Tagesschau fährt nun das volle Jobs-Programm:
hier (Video) und
hier (Bericht) und
hier (Bilderstrecke)
und das zusätzlich zum eigentlichen Artikel. Death sells.

Grüne und SPD in Berlin.

Kurz durchatmen, dann gehts weiter: die Seite berichtet über die Schlammschlacht zwischen den Grünen und der SPD, nachdem die Koalitionsverhandlungen in Berlin gescheitert sind. Da scheint ein ganz schön heftiger Rechtfertigungsdruck zu bestehen, sonst würden die sich jetzt im Nachhinein nicht die Schuld gegenseitig in die Schuhe schieben, aber ich frage mich, welchen Wähler das interessiert? Und warum macht da die Tagesschau mit? Die Dienstleistung ist nicht erbracht und es ist völlig irrelevant, wer die „Schuld“ hat (ich nehme an, beide). Da sollte sich die Tagesschau raushalten, sonst ist das nichts weiter als Polit-Boulevard.

Ulrich Deppendorf bringt einen Artikel über den inhaltlichen Gehalt des Piratenprogramms. Naja. Er hat ja nicht unrecht, aber den aktuellen Anlaß kann man sich selbst irgendwo herzaubern. Inhaltlich kommt da immer noch zu viel Wertung rüber. Zur Frage, ob die Piraten bundesweit eine Chance haben oder nicht, analysiert er richtig: die haben im Moment einen Höhenflug und sind eben übereifrig. Das wird sich schon noch geben… Dann folgt eine Analyse des Programms. Deppendorf nimmt bezug zur Transparent-Politik der Piraten. Und gleich meint er, es gäbe eben Staatsgeheimnisse, die nicht presgegeben werden dürften, aber „richtig ist es, daß die mehr drin haben wollen, daß die mehr beteiligt werden wollen, daß der Staat oder die Parteien mehr mit den Leuten kommunizieren müssen“. Das ist scheint zunächst nicht richtig, denn soweit man die Piraten zunächst verstanden hatte, wollten die Piraten völlige Transparenz, nicht nur „mehr“ davon. Aber dann behält Deppendorf doch recht. Auszug aus dem Parteiprogramm, Punkt 8 („Freier Zugang zu öffentlichen Inhalten“):

„Ausnahmen von der Veröffentlichungspflicht sind nur bei schwerwiegenden Gründen möglich; diese müssen in jedem Einzelfall schriftlich dargelegt werden.“

Also doch keine völlige Transparenz. Deppendorf nimmt wahr, daß die Piraten zumindest momentan noch so tun, als seien sie für völlige Transparenz („so, wie sie es jetzt sagen, noch eher ja“), allerdings interpretiert er „den Gedanken dahinter, möglichst viel Transparenz zu haben“. Und da interpretiert er richtig – ich nehme an, er hat das Parteiprogramm überflogen (langsamer geht auch nicht). Quintessenz ist: man darf sie nicht so unterschätzen, wie man das bei den Grünen anfangs gemacht haben – die waren plötzlich eben doch da, im Parlament. Allerdings bezweifelt er, ob die Piraten bei ihren Grundsätzen bleiben werden und da bin ich mit ihm einer Meinung, obwohl ich mein Wissen über die Piraten ausschließlich aus erster Hand habe: da ist viel Willen, viel berechtigte Empörung über ausufernde Politik, aber auch seltsame Vorstellungen von Freiheit, wobei letztere zum Wert erhoben wird, was ich für äußerst fragwürdig halte.

Entschädigung für verstrahlte NVA-Soldaten

CHristian Thiels bringt einen Artikel über die geplante Einrichtung einer Stiftung / eines Fonds „außerhalb des geregelten rechtlichen Verfahrens“. Klartext: das, was es dazu von gesetzlicher Seite gibt, ist ausgeschöpft, aber gerecht wird diese Lösung den Erkrankten nicht. Nun legt das Verteidigungsministerium vor: 7 Mio € fließen von dortiger Seite in den Fonds, was aber natürlich nicht reicht. Daher wird „eine Beteiligung mit den Firmen, die die Radargeräte damals produziert hätten“ in die Diskussion (die außerhalb des Parlaments ja noch gar nicht besteht…) eingebracht.

Ein Paradebeispiel für die Handlangerfunktion öffentlich-rechtlicher Medien. Der rechtliche Rahmen ist ausgeschöpft, die Alternative, ein Fonds aus teils öffentlicher, teils privater Hand ist schwer zu rechtfertigen bzw. realisierbar. Also bringt man die Diskussion ein wenig in Gang. Grundsätzlich ist eine öffentliche Diskussion bei Fragen zum Thema Geld ja wichtig, aber mit gefällt die Chronologie nicht, in der das abläuft. Eigentlich sollten die Bürger selbst darüber entscheiden, welche Themen außerhalb des rechtlichen Rahmens dennoch behandelt werden sollen. Und offensichtlich scheinen die Politiker auch keinerlei Handhabe gegenüber den Herstellern jener Radargeräte zu haben, sonst würden sie dies nicht in die Diskussion bringen. Da hofft doch stillschweigend jemand auf öffentliche Empörung, oder? Und zuguterletzt frage ich mich, wie die Nähe zur Tagesschau zustande kommt. Eigentlich sollten derartige Themen – also Menschen, die außerhalb des rechtlichen Rahmens dennoch nicht oder nicht so richtig zu ihrem Recht kommen – durch das Volk an die Presse herangebracht werden können. Ist aber nicht so. Die Damen und Herren in Berlin sagen der Tagesschau, wo es langgeht. Klar, schließlich sind die Politiker die personifizierte Meinung des Volkes. Wozu das Volk befragen? CDUSPDGrüneFDPLinke sind doch das Volk…

Slowakei sagt zum Euro-Rettungsschirm: „ne!“ – oder fast noch nicht eventuell vielleicht erst später noch

Ein Nein der Slowakei zum Rettungsschirm wäre ja eine Meldung, aber das voraussichtliche Nein ist es für die Tagesschau ebenfalls. Man erhält in Stefan Heinleins Artikel detaillierte Einsichten in die Befindlichkeiten der slowakischen Parteienlandschaft, selbst, wenn die keinen interessieren. Und mal ehrlich: ist selbst die Ablehnung des Rettungsschirmes durch die Slowaken ein wirkliches Novum? Ich schreibe bewußt: „die Slowaken“, denn das Parlament hat ja noch nicht abgestimmt. Das wäre wirklich einer Meldung wert. Aber Säbelrasseln im Vorfeld hebt sich irgendwann auch nicht mehr aus den vielen Säbelrasseln-Meldungen hervor. Bisher bringt diese Tagesschau jedenfalls – bis auf den Tod Jobs´ – keine wirkliche Meldung.

Immerhin: Brigitte Osterath erklärt uns in der Reihe „Nobelpreis live“, was Quasikristalle eigentlich sind. Ich muß sagen, daß mich das sogar interessiert. Ganz sicher mehr als das Geplänkel zwischen den Fast-Koalitionspartnern in Berlin oder das Bald-Vielleicht-Nein der Slowakei zum Rettungsschirm.

Und nochmal nix, aber die Tagesschau liest die Gedanken Sarah Palins – EXKLUSIV!!!

Sarah Palin wird 2012 nicht für die Republikaner im Kampf um die US-Präsidentschaft antreten. Das allein wäre schon unwichtig genug, denn mit Michele Bachmann steht (natürlich) schon eine andere Kandidatin parat. Interessant ist jedoch, daß die/der nicht genannte RedakteurIn Worte in Palins Mund legt die sie nie gesagt hat. Sie hat das auch nicht so gemeint, sondern es ist schlichte Konstruktion, was da bei unserem öffentlich-rechtlichen Parademedium getan wird. Schauen wir uns das genau an (ich nehme bewußt wörtliche Zitate der Tagesschau!):

Die Tagesschau nennt folgende Begründung:
In einem Brief an ihre Anhänger schrieb die ehemalige Kandidatin für die Vize-Präsidentschaft, dass ihre Familie Vorrang habe. „Nach vielen Gebeten und ernsthaften Überlegungen habe ich entschieden, mich 2012 nicht um eine Nominierung der Republikanischen Partei für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten zu bemühen“.
In der Überschrift heißt es aber: „Gott und Familie statt Wahlkampf und Weißes Haus“.
Das mit der Familie kann man dann noch durchgehen lassen, denn trotz fehlenden wörtlichen Zitates bekennt sich die/der AutorIn dazu dies in der Nachricht an die Anhänger gelesen zu haben.
Aber wo steht, daß Palin „für Gott“ auf den Wahlkampf verzichtet? Sie hat geschrieben, sie hätte sich nach „vielen Gebeten“, nicht „für Gott“ gegen die Kandidatur entschieden.

Jetzt wird man sagen können, das sei kleinlich.

Das wäre es, wenn hier nicht tatsächliche Aussagen mit Konstrukten vermischt würden und wenn in diesem Zusammenhang nicht mit konstruierten Einstellungen gegenüber den Republikanern gespielt würde.

Die Republikaner, klar, für Gott und Vaterland und überhaupt: konservativ bis ins letzte Detail. Natürlich gehört bei denen eine Frau nach Hause in die Küche und bestenfalls in die Kirche, wenn sie schon mal austreten darf. Böse Republikaner, gute Demokraten.

Das meine ich mit Konstrukten. Das ist alles ein Funken Wahrheit, der mit journalistischem Brennstoff zur Explosion gebracht wird. Da ist ein Teil wahr und nimmt den Leser erstmal mit in den Zug. Dann wird vor dem Fenster eine Fototapete vorbeigezogen, und zwar so schnell, daß man nicht erkennt, daß das gar nicht die Realität ist. Am Waggon wird geruckelt und man glaubt, der Zug holpert durch die Gegend. Und wenn man aussteigt, hat man das Brainwashing solange mitgemacht, daß man glaubt, tatsächlich an einem anderen Ort angekommen zu sein. Und wenn dann einer sagt: „hey, wir sind ja gar nicht in XY“, sagen die anderen: „wieso, hast Du denn nicht gesehen, daß die Landschaft vorbeigesaust ist und der Zug geruckelt hat?“.

Macht Euch immun gegen dieses Brainwashing. Sarah Palin mag eine Republikanerin sein. Sie mag gläubig sein. Aber sie tritt nicht „für Gott“ von der Kandidatur zurück. Das ist mehr als nur eine boulevard-stilistische Umschreibung. Hier soll suggeriert werden, daß Palin aus irrationalen Gründen zurücktritt und natürlich deshalb, weil sie eine Republikanerin ist. Das ist Wahlkampf pur und einseitig, wie es sich für ein öffentlich-rechtliches Medium verbietet.

Ob ich die Republikaner mag? Nein, und in diese Diskussion darf man sich nicht hineinzwängen lassen. Weil die Schwarz-Weiß-Malerei, die Messianisierung Barack Obamas, der Guantanamo immer noch nicht geschlossen hat, obwohl er es mal versprochen hatte, die Kehrseite der Medaille ist. Sie schreibt den Persilschein für „die Guten“, Böses zu tun. Die Republikaner sind nicht nur böse und die Demokraten auch nicht nur gut. Auch Obama hat seinen Amtseid auf Gott geschworen, ebenso wie Clinton und alle anderen Demokraten vor ihm. Es gibt verdammt viele Gläubige Christen bei den Demokraten. Die Öffentlichkeit wird hier an der Nase herumgeführt und abgelenkt: man beschäftigt sich mit Wahlkämpfen und Präsidenten, während die Kriege immer weiter gehen.

Diese Meldung ist eines ÖR-Mediums nicht würdig.

Kaczynski mag die Deutschen nicht, Kazmierczak hält das für reine Strategie

Weiter folgt eine enorm wichtige Meldung über das neue Buch des polnischen Oppositionschefs Kaczynski. Die Erklärung, waraum dies ausgerechnet jetzt geschieht, folgt sogleich: am Sonntag ist Wahl in Polen und mit etwas Deutschen-Bashing kommt man schon eher ins Gespräch. Ob das so ist, ist fraglich. Überhaupt nicht fraglich ist, daß, falls diese Strategie aufgehen sollte, die Erwähnung des Buchs und seines Inhaltes in Ludger Kazmierczaks Artikel auf tagesschau.de ihren Beitrag zum Erfolg beigetragen hat. Also wieder eine Meldung, die sich wichtig macht, indem sie Unwichtiges aufbauscht. „Seht mal, da ist nichts!“…

Deutscher Wissenschaftler darf nicht nach Russland

Klingt zwar nach umgefallenen Reissack, ist aber tatsächlich mal eine sinnvolle Meldung. Es zeigt, in welchem Zustand sich der russische Rechtsstaat befindet: der gute Mann hatte immerhin ein gültiges Visum, womit die Frage der Gültigkeit russischer Dokumente geklärt ist. Weitere Informationen zu Schröders politischen Forschungsergebnissen findet man zwar nicht, dafür ist ein Link zu Schröders HP vorhanden.
Aber auch hier weise ich auf das gestrige Review hin: Rußland mag in vielerlei Hinsicht kritikwürdig sein, von einer Dämonisierung muß aber abgesehen werden, denn Konstrukte wie ein verteufeltes Rußland sind genausowenig zutreffend wie politisch hilfreich.

Bahn informiert über Wintervorbereitungen.

Als BahnCard-Besitzer nehme ich diese Meldung dankend entgegen. Die Bahn ist für mich ein Beispiel dafür, daß die Wirtschaft eben doch kontrollierbar ist. Dazu bedarf es keines Staates. Die Bürger selbst können kraft ihrer Masse einiges tun. So gibt es seit langem schon Pro Bahn, eine Interessenvertretung der Verbraucher, die genau das macht, was Konzerne brauchen: die Interessen der Kunden vertreten, Druck ausüben. Konzerne verändern sich nicht aus Spaß an der Freud zu verbraucherfreundlichen gemeinnützigen Vereinen. Sie tun es, wenn sie es müssen. Und das tun sie nur, wenn ihnen die Kunden abspringen.
Also: diese Meldung ist schon OK. Allerdings ist die Chronologie wiederum etwas ver-rückt (sic!). Eigentlich geht es ja um die Interesen der Fahrgäste. Hier gings aber andersrum: Bahn -> Tagesschau -> Bürger. Hätten letztere keinen Druck auf die Bahn ausgeübt, läge der Bericht wohl nicht vor. Ein wenig mehr Wahrnehmung der Verbraucherinteressen täte der Tagesschau gut, aber dazu sind die nicht nahe genug am Bürger.

Insgesamt wieder einiges belanglose in dieser Tagesschau, aber Deppendorfs Woche sowie die beiden Artikel zu Rußland und der Bahn verhelfen dieser Tagesschau doch zu einer Wertung von 63,57 %, wobei deutlich mehr dringewesen wäre, wenn man sich den Palin-Artikel gespart hätte.

tagesschau.de 05.10.2011 – das Review

Ach ja, die gute alte Tagesschau. War ihr Online-Ableger früher noch lediglich eine TV-begleitende Interne-Präsenz, bemüht man sich seit einiger Zeit darum, ein eigenständiges Profil zu erarbeiten. Diese Reihe soll in unregelmäßigen Abständen der Frage nachgehen, welches Profil genau das sein soll. Heute beginne ich mit dem ersten Review.

Der Aufhänger:

Griechen legen ihr land lahm. Seltsam. Die scheinen mir ganz schön agil zu sein. Die sollen also daran schuld sein, daß Griechendland pleite ist? Oder kann es sein, daß man den sonst so platten Vorwurf, die Politiker seien daran schuld, gelten lassen darf? Tatsache ist jedenfalls: wer immer die Pleite verursacht hat, den Sparkurs ordnen Politiker an, sparen muß das Volk.

Und wieder wird die Bonität eines Landes abgestuft:

Wie ist das eigentlich…? Wenn unter den Starken einer schwach ist, ist das ein Gefälle, klar. Aber so, wie gerade alle abgestuft werden, frage ich mich, ob es (außer China) überhaupt noch Staaten gibt, die als zahlungsfähig eingestuft werden… Wie wäre es, wenn wir einfach alle bankrott gehen und den gleichen schlechten Rang bekommen – pares inter pares sozusagen? In diesem Fall könnte ich die konstruktivistische Wirkung von Ratings durchaus akzeptieren…
Aber mal was anderes: alle werden abgestuft, und Italien nun auch. Das wäre ja eigentlich nicht so wichtig, wenn es da nicht den Berlusconi gäbe, auf dem Tilmann Kleinjung mal wieder rumhacken könnte. Nicht, daß ich Berlusconi-Fan wäre. Aber liebe Tagesschau, wir haben es ja inzwischen kapiert: er ist umstritten, Ihr mögt ihn nicht. Das ist zwar richtig, aber inzwischen keiner Meldung mehr wert. Ich stelle mir Eure Redaktionssitzungen inetwa so vor: „…ach so, man darf mal wieder auf Berlusconi hauen. Kommt immer gut. Wer möchte? Nein, Du durftest schon letztes mal. Heute ist Tilmann dran. Dafür darfst Du die nächste Papst-Dresche machen.“
Macht doch mal was Neues. „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ – das ist nicht von mir, sondern von einem Tagesthemen-Moderator aus einer Zeit, als die ARD noch Nachrichten und keine Hetze gemacht hat. Und nochmals: nein, ich habe für Berlusconi nichts übrig, aber die Tagesschau könnte ihren Mut ruhig mal hier in Deutschland zeigen, wo es ein paar Leute gibt, die mindestens genauso fragwürdig sind, die aber keiner öffentlich angreift, weil deren Stuhl nicht wackelt und man über die nicht hinter vorgehaltener Hand reden darf. Mutig ist das jedenfalls nicht, was die Tagesschau da macht. Jeder Depp hier weiß, das Berlusconi ein Depp ist.

FDP, China, Rußland, Waffenlieferungen:

Es folgen ein überflüssiger Bericht über Interna aus der FDP-Basis (das ist die Partei, die man nur kennt, wenn sie gewählt wird – inhaltlich haben die nichts außer Liberalismus zu bieten) und Hintergründe zum Veto der Chinesen und Russen gegen eine UN-Resolution, die Sanktionen gegen Syrien vorsieht. Dabei wird süffisant darauf hingewiesen, daß sowohl China als auch Russland Waffen- und Ölhandel mit Syrien betreiben. Wie schön, daß Deutschland ja niemals mit „Schurkenstaaten“ Waffenhandel betreiben würde…


Käpt´n: iPhone 5 – Nachricht – keine iPhone 5 – Nachrichten zu sehen!

Eine Nothandlung bei Nachrichtenmangel: keine Nachrichten als Nachrichten verkaufen. Heute: es gibt kein iPhone 5, jedenfalls im Moment noch nicht. Zwar war der Hype darum recht groß – so landeten gestern gleich zwei Blogs, die minutiös von der Produktvorstellung berichteten, bloggten und twitterten bei den angesagten 6, aber das sind nunmal Apple-Fans und Konsumenten, die selbst entscheiden dürfen, ob sie einen Hype mitmachen (oder nicht) und dann auch über ihre Enttäuschung schreiben dürfen (oder nicht), und die Leser bei WordPress dürfen ebenso selbst entscheiden, ob sie das alles verfolgen (oder nicht).
Aber darf das ein öffentlich-rechtliches Medium? Natürlich ist die Vorstellung eines lange erstehnten Produktes eine Wirtschaftsnachricht und somit von Belang für die Öffentlichkeit. Aber ist die Nicht-Vorstellung desselben Produktes, also die Enttarnung eines Hypes als heiße Luft von Belang für die Öffentlichkeit? Heizt Jan Tussings Artikel bei der Tagesschau den Hype nicht noch mehr an? Kann man nicht sagen: kein iPhone 5, keine Nachricht? Ich würde sagen, da kann sich die Öffentlichkeit schon selbst im Netz ausheulen und dort passen Konsumbefindlichkeite auch hin und wirken weniger peinlich als bei der Tagesschau.
Und wenn jetzt jemand denkt, da ginge es nicht um Konsum, dem sei auf den Artikel daneben hingewiesen: „Das Telefon: Der einfachste Zugang zur digitalen Welt„. Nein, das ist kein Werbeflyer vom Media-Markt, sondern will zunächst wie eine Art Analyse der technischen Möglichkeiten von Smartphones sein. In Wirklichkeit ist es aber bestenfalls eine Marktanalyse und auch der im Video befragte Armin Rott von der Hamburg Media School spricht eher über Marktmechanismen denn über Medien. Dieselben Gesetze gelten genauso für Autos oder Waschmittel: man muß den Käufern immer was Neues bieten, sonst gibt es keinen Kaufanreiz.
Nun gut, der Artikel von Svea Eckert ist an sich nicht schlecht, aber die Überschrift führt in die Irre und die Motivation wird angesichts der Positionierung (direkt neben der Nicht-Nachricht bzgl. des iPhone 5) doch recht deutlich:

Abschließend folgen noch nichtige Artikel zum Nobelpreis für Physik, Vaclav Havels 75. Geburtstag und einer Retroperspektive zu Gerhard Richters Werk.

Utoya – fast schon wieder vergessen…

Einzig herauszuheben ist der Artikel Claudia Buckmeiers (Buckenmaier? Zweierlei Angaben im Artikel) über die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Marcel Geffe, den Mann, der beim rechtsterroristischen Angriff von Utoya 20 Menschen das Leben gerettet hat. Die Meldung selbst ist – so löblich Geffes Einsatz auch ist – nicht mehr als guter Boulevard, aber die Anmerkung zur „Rückeroberung“ der Insel ist wichtig. Hier geht es um die Aussage, daß Terror mitnichten in der Lage ist, Interessen durchzusetzen. Weiter ist die Meldung angesichts der nach wie vor vorhandenen braunen Gefahr an sich wichtig.

Alles in allem eine höchstens mittelmäßige Tagesschau. Gut, die Ereignisse kann man nicht herzaubern, aber muß man es dann bei den Nachrichten tun? Meine Wertung: 53%, oder um es mit Moody´s zu sagen: Ba3 😉

tagesschau.de: China nur halb so aufgeklärt wie der Westen!!!

(Segnungen der freien aufgeklärten westlichen Gesellschaft – bild.de)

Ach du meines Güte…

die Online-Präsenz der Tagesschau berichtet exklusiv über das neueste aus China: chinesische Kinder glauben, sie würden auf der Straße aufgelesen. Das Thema Sex sei in China „traditionell mit Schmutz behaftet“, Sexualität ein Tabuthema. Die aufgeklärte 38-jährige Xin Yuan, mit der der Redakteur Markus Rimmele gesprochen hat, sei anders als die Mehrzahl ihrer Landsleute.

Oha. Knapp 1,4 Mrd Chinesen, das sind 1.339.000.000 Menschen und deren Mehrzahl soll laut tagesschau.de unaufgeklärt durch die Welt laufen…?
Wie sind es dann so viele geworden? Vielleicht liegen chinesische Babys ja tatsächlich auf der Straße, wer weiß? Denn so, wie sich der Artikel liest, sind die Chinesen zum Sex einfach zu blöd. Woher kommen die vielen Chinesen denn dann? Und: haben die überhaupt Spaß beim Sex, ohne unsere Aufklärung? Erst die Segnungen der westlichen Welt scheinen, so Rimmele, Ordnung in die chinesische Welt zu bringen: über 50 % des kindlichen Wissens über Sex in China stamme aus Medien. Da fühlt man sich doch gleich etwas besser, wenn man den dümmlich-prüden Chinesen die einfachste Sache der Welt erklären kann.

(Segnungen der freien aufgeklärten westlichen Gesellschaft II – web.de)

Aber es ist nicht nur blanker Chauvinismus, der den Artikel bestimmt. Der Redakteur eines öffentlich-rechtlichen Mediums muß natürlich einen Bezug zum politischen Topos bilden: schuld ist das hinterwäldlerische Bildungssystem Chinas. Also nicht nur blanker Chauvinismus, sondern blanker politischer Chauvinismus.

Klar, es ist natürlich schmerzhaft, wenn überall auf der Welt die westlichen Finanzmärkte den Bach runtergehen und ausgerechnet das verhaßte China da die Ausnahme bildet. Da berichtet man schon lieber über die Mängel des anderen. Schließlich sind wir ja wer. Noch.

(Segnungen der freien aufgeklärten westlichen Gesellschaft III – web.de)

Nein, ich mag kommunistische Parteien nicht, besonders, wenn sie Macht haben. Aber es ist doch sehr befremdlich, daß die Stärke Chinas eine seltsame Melange aus kapitalistischer Machterzeugung (durch Geld) und kommunistischer Machtausübung ist. Wächst endlich zusammen, was zusammen gehört?

Wenn man schon von „der Bildung“ „der Chinesen“ spricht, darf man nicht unerwähnt lassen, daß sie vor tausenden von Jahren schon Hochkulturen mit Schrift, Philosophie, Mathematik, Literatur usw. hatten, während unsere Vorfahren in die Büsche geschissen haben, bis auf Kreta so etwas wie eine Kultur entstanden ist. DAS ist die Bildung der Chinesen und deren Tradition, sofern man überhaupt pauschalisierende Aussagen über die beiden Kategorien „Chinesen“ und „Bildung der Chinesen“ machen darf.

(Segnungen der freien aufgeklärten westlichen Gesellschaft IV- bild.de)

Man kann natürlich alles aus dem Blickwinkel unseres Kapitalismus-Sexismus sehen: all das altbekannte Gelaber von Sex als Weg und Ausdruck der persönlichen Freiheit, der Selbstbestätigung und auch als normativer Indikator für den Wert eines Menschen – wer keinen Sex hat, gilt hierzulande einfach weniger.
Und in bezug auf China in besagtem Artikel soll das wohl so viel heißen wie: schaut sie Euch an, die Chinesen. Wirtschaftswachstum ohne Ende aber zu blöd für Sex, da unaufgeklärt. Mittelalter. Nicht so wie wir. Gut, wir sind nicht mehr reicher als diese hinterbliebenen Kommies, aber wenigstens haben wir noch unsere überlegene demokratische Kultur.

Na, dann brauchen wir ja auch nicht von den Chinesen lernen. Perfekt sind wir ja schon.

Zumindest die google-Suche weiß: im Westen herrscht erhöhter Sexbedarf!

Oder bedeutet das, daß der Osten einfach nur mehr Sex „in echt“ hat? Oder ist der Westen doppelt so aufgeklärt (inetwa) wie der Osten? Oder ist das einfach nur eine Art Penis-Vergleich? Oooder kann google jetzt Pseudo-Lautschrift (sex-east = Sexist)? Fragen über Fragen…

FDP, da bläst sie wieder!

Wochenlang nur schlechte Nachrichten von der FDP. Die völlig von Idealismus befreite „Spaßpartei“ kam angesichts schlechter Nachrichten aus der Innen- und Außenpolitik und ihrem Mangel an grundlegenden Gegenkonzepten für die globalen Problemstellungen in den Sog nach unten. Abgetaucht, wie Moby Dick. Und ist man einmal vom Ringen um die 5 %-Hürde betroffen, sorgt allein schon die Masse medialer Aufbereitung für eine Verstärkung dieses Sogs.
Ob das gerechtfertigt ist, wage ich zu bezweifeln, obwohl mir wirklich nicht viel an der FDP liegt. Ich mutiere doch nicht aus reiner Abneigung zu Käptn Ahab.

Und nun hat der Herr Rösler alles eine Karte gesetzt: trotz Maulkorb von Fr. Merkel höchstpersönlich hat er das gesagt, was sie alle denken. Griechenland ist bankrott und da hilft nur noch die Insolvenz. Meuterei auf der Bounty.

Das schafft Volksnähe, das befriedet den Stammtisch, wahlweise auch die Kajüte. Oder es heizt die Stimmung gerade da an. Was auch immer der Fall ist, es ist ein Buhlen um die Gunst der (Wähler-)Stimme auf der Straße (oder in der Kajüte), sei es nun gegenüber der Kanzlerin unerhört oder nicht.

Und siehe da, schwupps! – springt die FDP, so mir nichts, dir nichts im Deutschland-Trend über die 5 %. Wal, da bläst er. Wieder.

Jetzt könnte ich mich über Moby Dick aufregen. Tu ich aber nicht. Wer hat die Jagd auf diesen Wal denn überhaupt inszeniert? Richtig. Käptn Ahab und seine Mannschaft von Losern. Wenn nämlich letztere nicht so hörig wären, könnte Ahab befehlen, was er wollte, er könnte mit seinem Holzbein auf die Planken stampfen – es hätte keinen Sinn. Stell dir vor, es ist Walfang, und keiner harpuniert mit.

Aber nein: jede (Stammtisch-)“Wahrheit“ braucht einen, der sich nicht zu schade dafür ist, sie rauszuproleten. Rösler und seine FDP sprechen es endlich aus (Griechenland ist bankrott) und 2 % der Wähler finden das sooo mutig. Ganz wie auf der Pequod. Nur, daß das Ende der Pequod deren Untergang auf hoher See ist – gerammt von einem bösartigen weißen Wal. Freu dich nicht zu früh, FDP. Das Spiel mit dem Stammtisch ist eines mit gezinkten Karten. Oder gebrochener Harpune, in der Logik Moby Dicks gesprochen.

Interview: Feyd und die Kirche (Teil I)

Guten Tag Herr Braybrook.
 
Schön, Sie wieder zu sehen.
 
Herr Braybrook, die katholische Kirche hat soeben ihren Weltjugendtag begangen. Ihr Resümee?
 
Ein überwältigendes Ereignis.
 
Ist das Ihr Ernst?
 
Kommen Sie zur Sache. Ich nehme an, Sie fanden es alles andere als überwältigend.
 
Das kann man sagen. Schließlich gab es eine Festnahme wegen Terror-Verdachts und Proteste am Rande der Veranstaltung.
 
Ihre Bezeichnung „am Rande“ ist schon richtig. Neben all den vielen begeisterten und friedlichen jungen Menschen gab es leider auch einen Freak und eine kleine Gruppe von Menschen, die gegen den Weltjugendtag demonstriert haben.
 
Nennen Sie einen Terror-Attentäter verharmlosend einen Freak?
 
Nennen Sie einen Freak aufbauschend einen Terror-Attentäter?
 
Wieso hat ihn denn die Polizei festgenommen?
 
Es hieß, man verdächtige ihn, einen Anschlag auf Gegner des Weltjugendtages geplant zu haben.
 
Ist das kein Terror?
 
Nein, das ist der Verdacht auf einen Anschlag. Lesen Sie doch genauer. Da heißt es :“…Mexikaner plante offenbar…“. Oder:“In Internetforen soll er Attentatspläne angekündigt haben“ – soll? Ein Redakteur bekommt doch Geld dafür, zu recherchieren, oder nicht? Oder kann er kein Spanisch? Was macht er dann auf dem Weltjugendtag in Spanien? Deshalb bringt er ja auch die Kritik des Bundes Deutscher Katholiken, die sprechen wenigstens seine Sprache. Oder auf die Kritik Franceso Rodriguez von der Vereinigung „Säkulares Europa“, der katholischen Kirche würden Rechte zugebilligt, die ihr nicht zustünden, unterstellt der Autor dem mutmaßlichen Attentäter, er habe dies für „Blasphemie“ gehalten bzw. daran gedacht – ist das seriös? Kann Reinhard Spiegelhauer vom HR jetzt schon Gedanken lesen? Aber selbst, wenn er das tatsächlich vorgehabt haben sollte: so etwas gab es auch 1980 beim Oktoberfest. Ein verirrter Einzeltäter, vermutlich radikalisiert.
 
Seltsam: Sie halten Breivik (den Mann, der die Anschläge auf Oslo und Utøya verübt hat) für einen typischen Vertreter der rechten Szene, den verhafteten Mexikaner aber für keinen typischen Christen.
 
Natürlich, denn in keiner christlichen Publikation lese ich von Ausgrenzung und Gewalt gegenüber anderen, schon gar nicht den Verlierern der Gesellschaft, was ja der Fall bei den von Breivik verhaßten Migranten ist. Und damit steht er nicht alleine da bei den neuen Nationalisten Europas. Breiviks Taten stehen in reinster rechtspopulistischer und nationalistischer Tradition.
 
Ist eine Kirche, die hierarchisch strukturiert ist, deren Oberhaupt für unfehlbar proklamiert wird und die „den rechten Glauben“ predigt, unschuldig an der Verfolgung Andersgläubiger?
 
Die Hierarchie ist einerseits ein wichtiger Kritikpunkt, jedoch gibt es sie in anderen Institutionen genauso. Sie ist ein Relikt aus einer Zeit, in der Staatsoberhaupt und höchste religiöse Instanz in einer Person vereint waren. Andererseits geht es um religiöse Erkenntnisse, die eine enorme Expertenschaft voraussetzen. Das Priesteramt aber auch die Exegese bedürfen eines jahrelangen Studiums. Das sind Texte und Traditionen, die jahrtausendealt sind und die zuerst rein sprachlich, dann semantisch verstanden und interpretiert werden müssen. Das kann eben nicht jeder. Und dann ist ja noch die Frage, was das alles mit armen Irren zu tun haben soll, die in der katholischen Kirche etwas anderes suchen als ihr Seelenheil. Die sog. „Verfolgung Andersgläubiger“, wie Sie es nennen, ist in Wahrheit die Vernichtung anderer durch eine arme Seele, die sich eine Plattform für ihren Wahn sucht. Würde die Kirche ihre gesamte Hierarchie abschaffen, käme es trotzdem dazu, daß irgendein Mensch seine dunklen Seiten auf Kosten des Evangeliums oder der angeblich zu beschützenden westlichen Demokratie auslebt. Das ist kein Grund für die Kirche, ihre jahrtausendealte Tradition zu verneinen.
 
Der Staat verfügt auch über eine jahrtausendealte Tradition, hat sich aber verändert.
 
Da liegen gleich mehrere Falschannahmen drin. „Den Staat“ gibt es nicht, schon gar nicht seit Jahrtausenden. Genauer: die BRD, in der wir leben, gibt es strenggenommen in dieser Form erst seit 1990. Die Staaten, die davor existiert haben, unterlagen anderen Regeln und Gesetzen. Praktisch alle Lebensbereiche unterlagen anderen Bedingungen, die weltpolitische Lage war anders, dementsprechend die Zusammensetzung der Gesellschaft. Und der Staat vor 100 Jahren bestand aus den Menschen von vor 100 Jahren – diese aber konnten ziemlich konservativ sein und an Veränderungen überhaupt nicht interessiert. Machen Sie nicht den Fehler, die Kirche a priori für altmodisch zu halten. Menschen sind bisweilen altmodisch. Werte sind nicht alt- oder neumodisch – wir halten sie für wahr oder unwahr, nachdem wir sie lange prüfen. Ein Wertewandel wäre in der Kirche nur machbar, wenn man die Referenz, also das Evangelium umschriebe. Dieses hat sich aber 2000 Jahre lang bewährt und würde immer wieder geprüft.
Natürlich hat die Kirche auch weiterhin die Aufgabe, die Botschaft des Evangeliums zu interpretieren. Die Frage ist nur: wie viel Interpretation ist möglich, wenn der Kern der Aussage nicht verändert werden soll?
 
Das ist ja das Problem: warum soll sich die Menschheit mit der Quadratur des Kreises beschäftigen? Die Annahmen der Menschheit aus der Zeit vor 1000 und mehr Jahren können gar nicht in die neue Zeit gebracht werden. Die Menschheit des 21. Jahrhunderts hat neue Erkenntnisse gefunden, die besser zu ihrem Dasein passen.
 
Wenn man glaubt, daß der Mensch Gott nach seinem Ebenbild geschaffen hat, trifft das zu. Dann muß jede Generation ihren Gott neu definieren, weil sie sich selbst ebenfalls neu definiert. Oder um es mit Ihrem Ausdruck der „Erkenntnis“ zu formulieren: so wie sich der Mensch selbst erkennt, glaubt er, Gott zu erkennen. Es ist aber nun mal die Eigenart von Religionen, daß man an die Existenz eines „höheren Wesens“ glaubt, das dem Menschen seine höhere Weisheit offenbart. Also etwas, das vor dem Menschen da war und nach ihm sein wird und das unabhängig vom Zeitgeist Generationen überdauert.

„Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde“ – klingt antiquiert.
 
Wenn Sie das überfordert, nehmen Sie vielleicht zur Kenntnis, daß der Idealismus ebenfalls von einer höheren Ordnung ausgeht, die erst hergestellt werden muß.
Eine universalistische Idee hat per se Alleingeltungsanspruch. Ich nehme an, Sie sind gegen die Beschneidung von Frauen?
 
Natürlich. Das gehört sanktioniert.
 
Es sind doch aber andere, souveräne Staaten, in denen womöglich die rechtlichen Mittel dafür nicht ausreichen?
 
Und in diesem Fall muß man sich über das sogenannte Recht in diesen Staaten hinwegsetzen.
 
Die Souveränität eines anderen Staates ist aber ebenfalls Teil einer Vorstellung von Recht.
 
Nicht, was derlei Staaten betrifft.
 
Und wer bestimmt das? Wer sagt, in welchem Fall Staaten „Unrechtsstaaten“ sind und in welchem Fall nicht? Wer bestimmt, welches Recht zugunsten der Wahrung anderer Rechte gebrochen sind? Wer bestimmt, ob die Souveränität eines Staates verletzt werden soll oder nicht? Die USA?
 
Nicht die beste Lösung. Aber immerhin besser als gar keine.
 
Die Frage ist, ob „Staaten“ – oder besser: Staatsregierungen – überhaupt in der Lage sind, solche Urteile zu fällen und daraufhin Entscheidungen zu treffen. Das kann nur der einzelne Mensch selbst.
 
Nur wird „der einzelne Mensch“ Adolf Hitler nicht daran hindern, Europa zu verwüsten und die Juden erbarmungslos zu verfolgen.
 
Stimmt. Aber viele einzelne Menschen haben ihm zu seiner Macht verholfen, obwohl sie hätten anders handeln können, und manche wenigen, darunter viele Christen, haben ihm den Gehorsam verweigert. Vergessen wir nicht: Adolf Hitler kam nicht durch seinen Putschversuch in den Zwanzigern, sondern durch legitime Wahlen 1932/1933 ins Parlament. Die Menschen selbst haben ihm zur Macht verholfen. Aber: Religion ist nicht primär dazu da, die politischen Probleme der Menschheit zu lösen, auch wenn Menschen aus religiösen Motiven heraus politisch gut handeln können. Religion ist das, was zwischen dem Einzelnen und Gott stattfindet. Jeder selbst ist seinem Gewissen, Gott gegenüber Rechenschaft schuldig. Die Identifikation eines anderen als Schurken oder eines anderen Staates als Schurkenstaat entbindet nicht von der ethischen, der moralischen, der religiösen Frage nach der Legitimation für das Außerkraftsetzen von Recht. Orientiert man sich nur an der staatlichen Legitimation, hat jeder US-Soldat mit dem Beschluß des Kongresses die Absolution für den Einmarsch in den Irak erhalten, inklusive aller Leichen, über die er auf dem Weg in Saddam Husseins Palast (oder, wie sich später herausgestellt hat: Bunker) gegangen ist.
Vor Gott aber ist jegliche staatliche Legitimation völlig unerheblich. Jesus sagt: mein Reich ist nicht von dieser Welt. Es geht um die höhere, die göttliche Ordnung, das göttliche Gesetz.
 
Sie meinen das 3. Gebot: Du sollst nicht töten?
 
Das fünfte nach dem katholischen Katechismus, das sechste nach der heiligen Schrift.

Warum brauche ich dafür eine Kirche? Wenn es nur um mich und Gott geht – was hat der Papst da verloren?
 
Ohne Kirche weiß man z.B. nicht, um welches Gebot es sich handelt. Aber im Ernst: das Hantieren mit derart komplexen Fragen wie der Legitimation für das Töten erfordert allerhöchste Genauigkeit, allerhöchste Kenntnis. Da geht es um mehr als die Kenntnis der 11 Gebote oder deren Reihenfolge.

Ohne Kirche kann also kein Mensch eigenständig ethische Entscheidungen fällen?
 
Natürlich kann er das.
 
Aber keine richtigen?
 
Natürlich kann er das. Aber warum soll die Kirche nicht eine Art Leitsatz herausgeben. Es gibt sowieso schon keine richtigen – also einfachen – Antworten auf schwere ethische Fragen. Ein US-Soldat steht im Irak vor der Wahl, einen Kameraden zu retten indem er einen Iraki erschießt oder es nicht zu tun – und damit zu riskieren, selbst mitsamt Kamerad draufzugehen. Da gibt es keine saubere Lösung.
 
Ein Dilemma.
 
Ja. Aber wenn bereits die Zielformulierung ungenau ist – wenn man also aufgrund der Realität Zugeständnisse an die Ideale macht, wird das Ergebnis immer schwammiger.

Vielleicht hilft ihm bei der Entscheidung das Wissen, mit dem irakischen Soldaten den Beschützer eines der größten Despoten der arabischen Welt vor sich zu haben.
 
Sie meinen, er verfügt über Wissen aus Zeitungen, Büchern, dem Fernsehen?
 
Was soll diese Detailfrage? Ja, vermutlich hat er dieses Wissen aus Zeitungen, Büchern und dem Fernsehen. Vielleicht auch von seiner Nachbarin, Frau Krause.
 
Dann müßte er aus diesen Medien aber auch wissen, daß diese Informationen manipulierbar sind. So geschehen im Falle Irak: dem Kongress wurden absichtlich falsche Informationen zugeschanzt, um die Wahrscheinlichkeit der Bewilligung einer Intervention zu erhöhen. Und nicht nur der Kongreß, auch die Mehrheit der Bevölkerung der USA befürwortete daraufhin die Intervention.
Es ist immer das gleiche Prinzip: man holt sich die Legitimation für die Tötung / den Mord außerhalb des eigenen Gewissens. Weil uns eine andere Instanz beruhigt: die anderen sind die Schurken und verdienen zu sterben. Sie sind die Bösen. Da findet eine Verteufelung statt.
 
Da betreten Sie jetzt aber ein gewagtes Terrain. Die Kirche hat auf diese Weise Millionen angebliche Hexen verbrannt.
 
Wieder liegen Sie bereits bei den Fakten falsch. Es waren weit weniger, etwa 40000 – 60000.
 
Na toll.
 
Und nicht die Kirche hat sie verbrannt, sondern sie hat sie verurteilt – übrigens vor allem die evangelische! Die Vollstreckung oblag weltlicher Gewalt.
 
Welchen Unterschied macht das?
 
Für die Ermordeten keinen.
 
Eben, und nun?
 
Weil man mit heutigen Maßstäben Dinge beurteilt, die früher üblich waren. Das Schlimme ist, daß man die heutige Kirche so behandelt, als hätte sie die damaligen Verbrechen begangen. Man muß verstehen, daß das eine andere Zeit war. Es war völlig normal, daß die Kirche weltliche Macht hatte. Das war bereits im römischen Reich so: Priester…
 
…und Priesterinnen…
 
… waren Angehörige einer angesehenen und mit Privilegien ausgestatteten Kaste. Selbstverständlich hatten sie eine Deutungshoheit religiöse Fragen betreffend und selbstverständlich gab es ein unfehlbares religiöses Oberhaupt.
 
Den Kaiser.
 
Richtig. Er galt als Sohn Jupiters, des höchsten Gottes und sein Wort war Gesetz.
 
L´etat ce moi. Und das finden sie gut?
 
Nein. Aber die Menschen haben das damals akzeptiert, allein aufgrund der normativen Kraft, die in den Äußerungen der Mächtigen steckt. In der damaligen Zeit war das so akzeptiert wie das Sklaventum und im Übrigen auch die Herrschaft des Hausherrn (der Name sagt es ja bereits) über die Frau und die Kinder.
 
Barbarei des Altertums.
 
Philiosophisch legitimiert. Und überhaupt: die Barbaren, das waren die jenseits des Limes. Die Römer selbst haben sich bei den griechischen Philosophen bedient und diese wiederum haben die Hierarchie zwischen Sklave Herr, Frau und Kind philosophisch begründet.
 
Ach ja? Welcher mittelmäßige Philosoph hat dies begründet?
 
Kein geringerer als Aristoteles selbst. Lesen sie seine „Politik“, schlackern sie mit den Ohren. Und dennoch war er der Begründer der Ethik.
 
Nun, auch geniale Philosophen sind der Spiegel ihrer Zeit. Zur Zeit Aristoteles´ galt eine andere Moral.
 
Na bitte, da sagen Sie es doch selbst. Aristoteles´ Ausführungen zur Sklaverei werden ihm verziehen, der Kirche der frühen Neuzeit die Hexenverfolgung aber nicht. Man beurteilt aus historischer Ferne eine Institution „hier“ vor Ort – ein glänzend geeignetes Feld für Selbstgerechtigkeit. Fragen Sie einen Menschen heutzutage, ob er die Hexenverfolgung mitgemacht hätte und keiner wird es bejahen. Aber wer hat dann die ganzen Denunziationen begangen? An der Hexenverfolgung war die Obrigkeit ebenso wie deren Untertanen beteiligt und Denunziation war der Part des einfachen Volkes, den viele bereitwillig übernommen haben. Die Institution Kirche war wie jede Institution letztlich ein Zusammenschluß von Menschen und die funktionieren heute nicht wesentlich anders als im Mittelalter oder in der frühen Neuzeit. Sie sind bereit, Mobbing zu betreiben und zu morden, solange sie glauben, es für eine gerechte Sache zu tun.

Na bitte, da haben wir einen weiteren Grund, uns von der Religion abzukehren. Sie stiftet nur Unheil.

Ebenso könnte man sagen, daß die Religion die bedeutendsten Momente des Widerstandes gegen organisiertes Unrecht inszeniert hat. Friedrich Spee, einer der bedeutendsten Kritiker der Hexenverfolgung, war Jesuit. Nehmen Sie doch einfach hin, daß Menschen die Eigenschaft haben, kollektiv zu handeln und zu denken. Wenn dies sowieso der Fall ist, ist es doch besser, man füttert diesen Hunger mit dem Streben nach dem Guten.

Aber tut das die Kirche im Falle der Homosexuellen? Ist es damit getan, ihnen die Empfehlung zu geben, vom „Weg der Sünde“ abzukehren und heterosexuell oder abstinent zu werden? Gibt es da nicht noch die Möglichkeit, kirchlicherseits Homosexualität wie eine völlig normale sexuelle Ausrichtung zu behandeln?

Das ist richtig.

Oha. Diese Worte ausgerechnet von Ihnen zu hören verwundert mich doch sehr…

Ich halte die Kirche auch nicht für unfehlbar, lediglich das Wort Gottes für wahr. Was Homosexualität angeht, hat die Kirche immer noch eine negative Position dazu. Das halte ich für unsinnig. Der Gedanke, der dahinter steckt, ist ja der, man könne ein Unheil an der Ausbreitung hindern. Stattdessen ist Homosexualität wohl determiniert, nicht „anerzogen“ oder Folge von Sozialisation. Ein Beweis dafür dürfte sein, daß sie zu allen Zeiten und überall aufgetreten ist – ob man sie nun erlaubt oder verboten hat.

Schön. Wann treten Sie aus der Kirche aus?

Sie wissen ja noch nicht einmal, ob ich Mitglied bin. Aber wenn dem so wäre: wozu? Es gibt ja auch eine Erneuerung von innen heraus. Ich bin mir sicher, daß die Kirche diese Aufgaben bewältigen kann. Dabei kommt es darauf an, daß sie sich erneuert. Dies ist aber eine schwierige Gratwanderung zwischen der Bewahrung des Wortes Gottes und dessen Interpretation. Dazu ist eine Veranstaltung wie der Weltjugendtag wichtig. Die progressivsten Tendenzen in jeder Bewegung sind bei der Jugend zu finden. Und niemand kann so frei und authentisch Kritik innerhalb der eigenen Reihen üben wie die Jugend. Leider wurde seitens der Tagesschau die Aufgabe des Jugendtages ausschließlich auf die Ausübung von Kritik reduziert. Ein journalistischer Anfängerfehler.

Wohl eher Absicht.

Das ist ja noch schlimmer: weil man der Kirche eins auf die Mütze geben will, verschweigt man, daß 1 Million junger Menschen auch anderes für die Kirche empfinden als Abneigung.

Es ist nun mal ein deutsches, freies Medium.

Es ist vor allem eine egozentrische Sichtweise, nicht im Ansatz objektiv. Hajo Friedrichs, der Guru der Tagesthemen hat mal gesagt: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“. Wenn der Redakteur der Meinung ist, es sei gut, Kritik an der Kirche zu üben, kann er das ja machen. Aber „gut“ für einen Jounalisten wäre es, auch die Begeisterung der guten Million junger Christen zu beschreiben. Das hat er marginalisiert. Deshalb kann man die Tagesschau als Medium nicht mehr ernstnehmen, wenn es um die Kirche geht. Die Berichte sind völlig vorhersehbar, da nicht objektiv. So, als könnten sich die Menschen kein eigenes Urteil bilden.

Ende Teil I. Morgen folgt Teil II.

Navy Seals – Team America

Die Tagesschau hat die Satire nicht verlernt:

BOOOAAAAHHH!!! Die NAVY SEALS sind ja sooo hart und ein solches Einsatzteam hat BIN LADEN GETÖTET!!! WHOAAAAAH (heißt auf englisch: BOAAAAAH!). So hart – Männer, die durchs Feuer gehen, Männer, die nach innen weinen – und vermutlich auch bluten, falls sie es überhaupt irgendwann tun… FALLS SIE ÜBERHAUPT BLUT HABEN!!!

Das erinnert mich an folgenden Film, den ich jedem nur wärmstens ans Herz legen kann: Team America

Das ist nur der Anfang – dieser Film ist eindeutig für Erwachsene, auch, wenn es ein Marionetten-Film ist – aber Amerika und Marionetten, das hat schon so gewisse Parallelen…

Ganz toll auch folgender Kommentar von obigem Screenshot (Auszug):

Die USA befinden sich nach eigener Definition mit Al Kaida im Krieg, und Al Kaida mit den USA. Und in einem Krieg herrscht Kriegsrecht, daraus könnten die Amerikaner ein Tötungsrecht für Bin Laden ableiten, auch wenn internationale Rechtsexperten diese Interpretation kontrovers beurteilen.

Meine Antwort:

Ethik bedarf der Logik.
Fr, 06.05.2011 – 21:49 — FeydBraybrook

Herr Kastan schreibt:

„Die USA befinden sich nach eigener Definition mit Al Kaida im Krieg, und Al Kaida mit den USA. Und in einem Krieg herrscht Kriegsrecht, daraus könnten die Amerikaner ein Tötungsrecht für Bin Laden ableiten, auch wenn internationale Rechtsexperten diese Interpretation kontrovers beurteilen.“

Wie kann man doch irren. Der Logik dieser Passage folgend könnte die sich ebenfalls in diesem Krieg befindende Al Kaida ein Tötungsrecht für ihre Ziele ableiten.

Den Passus wollen wir dann doch mal ganz schnell wieder vergessen.

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