und überhaupt… alltägliche Standpunkte zu bin Ladens Tod. UPDATE!!!

Zunächst einmal der offizielle Jargon der Online-Ausgabe der Tagesschau:

Der meistgesuchte Mann der Welt ist tot
Luxusvilla verriet Bin Laden
Eine „unmissverständliche Nachricht“ Amerikas
Anschläge, die die Welt veränderten
Tod Bin Ladens lässt Kurse steigen
Unruhen in Tripolis – Kämpfe in Misrata
Hunderte Syrer fliehen in die Türkei

Dann kommt der Verschwörungstheoretiker und sagt folgendes:

Der meistgesuchte Mann der Welt ist tot – und überhaupt… ist das jetzt wahr, oder soll die Öffentlichkeit glauben, daß die USA einen Erfolg im Kampf gegen den Terror erzielt haben? Und hätte man bin Laden nicht lebend schnappen können oder hatte man Angst davor, daß er als ehemaliger Günstling der CIA plaudert?
Luxusvilla verriet Bin Laden – und überhaupt… wenn der sich verstecken will, wieso baut dann in einem Haus, das viel größer und auffälliger ist, als die anderen in der Umgebung? Und warum verhält der sich so komisch und verbrennt seinen Müll, damit auch jeder sieht, daß das irgendwas anders läuft?
Eine „unmissverständliche Nachricht“ Amerikas – und überhaupt… warum ruft Osama gleich mal George W. Bush an? Wenn gerade die Unterschiedlichkeit in den Auffassungen bzgl. der Bekämpfung des Terrors durch kriegerische Mittel ausschlaggebend für den Regierungswechsel gewesen sein soll, wozu dann doch Gewalt? Wozu dann der Anruf bei Bush? Stecken doch alle unter einer Decke!
Anschläge, die die Welt veränderten – und überhaupt… jetzt schon wieder die Emotionalisierung zu 9/11, dem Paradebeispiel einer Verschwörung zum Zwecke der Anzettelung eines Krieges…
Tod Bin Ladens lässt Kurse steigen – und überhaupt: da sieht man es ja ganz deutlich, der Krieg gegen den Terror dient der Börse, sonst nichts.
Unruhen in Tripolis – Kämpfe in Misrata – und überhaupt… die Aktion, bei der ein Sohn Gaddafis und 3 seiner Enkel getötet worden sind, soll ja hiermit gerechtfertigt werden. Nach dem Motto: zur Erringung dieses schweren Ziels muß man eben auch über Kinderleichen gehen.
Hunderte Syrer fliehen in die Türkei – und überhaupt… da wird die Öffentlichkeit schon auf die nächste Intervention vorbereitet.

Dann kommt der Moslem und sagt:

Der meistgesuchte Mann der Welt ist tot – ich suche vielmehr nach den Männern, die dafür verantwortlich sind, daß unsere Vorfahren bereits kolonialisiert und somit ausgebeutet wurden. Man sagt, diese Verbrecher sind toter als bin Laden, schon lange, und deshalb könne ich suchen, solange ich wolle. Unrecht sei die jahrhundertelange Unterdrückung und Versklavung schon gewesen, aber die heute lebenden Nachfahren seien 1. nicht dafür verantwortlich und 2. hätten sie genügend für den Ausgleich getan. Weiter hätten 3. gerade Länder wie Indien ohne die englische Kolonialisierung vermutlich nie den Segen der Demokratie zu spüren bekommen. Ich suche trotzdem immer noch nach den Männern, die Indhira Ghandi auf dem Gewissen haben. Oder nach den Männern, die auf Seiten der UdSSR Afghanistan jahrelang zerstört haben. Die Welt mag bin Laden gesucht haben – ich nicht.
Luxusvilla verriet Bin Laden – ich habe Bin Laden nie unterstützt, habe den Terror immer abgelehnt. Ich habe höchst demokratische Überzeugungen, aber ich weiß auch, daß man selbst als Universalist nicht wie ein Elefant im Porzellan-Laden daherstampfen kann und unsere gesamte Geschichte, unsere gesamte Kultur, ja, unsere Religion, also das, woran wir im Innersten glauben, nach westlichen Maßstäben be- und verurteilen sollte. Irgendeinen Grund muß es doch haben, daß verzweifelte Menschen in arabischen Ländern Terroristen wie bin Laden auf den Leim gehen und ihm dabei helfen, sich jahrelang in einer Villa zu verstecken. Vielleicht sollte man die Verzweiflung dieser Menschen bekämpfen und nicht bin Laden? Denn wenn er tot ist und die Verzweilfung weiterlebt, wird es einen neuen bin Laden geben.
Eine „unmissverständliche Nachricht“ Amerikas – wir erhalten lange schon Nachrichten aus den USA, und es wäre schön, wenn wir auch mal Nachrichten in die USA schicken könnten, bzw. daß unsere Nachrichten dort auch wahrgenommen werden. Dies scheint nicht der Fall zu sein, und manche Menschen sehen sich deshalb gezwungen, ihre Nachricht als Selbstmord-Attentat zu verpacken. Nein, darauf muß man nicht verständnisvoll reagieren und der Westen darf sich nicht erpressen lassen. Aber es gibt Millionen friedlicher Moslems, die dasselbe, nur gewaltfrei sagen: wer gibt Euch das Recht, uns zu beurteilen? Wer gibt Euch das Recht, ganze Völker mit Krieg zu überziehen, weil Einzeltäter verheerenden Terror ausüben?
Anschläge, die die Welt veränderten – wir haben damals mitgelitten, genauso wie Ihr!
Tod Bin Ladens lässt Kurse steigen – na, dann freut Euch und laßt Euch sagen, daß Geld allein nicht glücklich macht. Ein Bösewicht ist tot und doch ist das kein Grund zum Jubel. Selbst, wenn man diese gewalttätige Lösung für richtig hält, gibt es doch gerade für Universalisten einen Rest an Menschenwürde, die auch bin Laden verdient hat. Da darf man sogar als verfassungskonformer US-Amerikaner für die Todesstrafe plädieren, aber nirgends in dieser Verfassung ist Jubel legitimiert, auch bei einem Mörder nicht.
Unruhen in Tripolis – Kämpfe in Misrata – diese Menschen wollen Demokratie, aber sie sind nicht die Genese einer neuen Demokratie aus dem Reagenzglas des westlichen Politiklabors. Sie schaffen selbst, was morgen stehen wird und sie riskieren ihr eigenes Leben dafür. Es scheint im Westen Menschen zu geben, die sich für Revolutionäre halten, weil sie hier im Trockenen sitzen und in Medien wie dem Internet Nachrichtenmeldungen nachplappern und kommentieren. Das können sie gerne tun, aber die Revolutionen in der arabischen Welt brauchen diese West-Medien nicht. Die West-Medien sind die einzigen, die die West-Medien brauchen.
Hunderte Syrer fliehen in die Türkei – ein Vorgeschmack auf das, was folgen könnte, wenn die Region weiter destabilisiert wird. Diese Region braucht Demokratie, aber auch Frieden. Wenn es diesen nicht gibt, brennt mehr als nur Gaddafis Hauptquartier. Feuer haben die unangenehme Eigenschaft, überzugreifen, und sie machen vor Grenzen nicht halt, und schon gar nicht vor westlichen. Allein der Flüchtlingsstrom wird die EU in ärgste Bedrängnis bringen. Als Universalist kann man einen Menschen von der Türe nicht abweisen, wenn man Asyl als Recht begründet. Was wird Italien als idealer Anlegeplatz für Nordafrika tun, wenn der Sturm losbricht?

was sagt der Linke?

Der meistgesuchte Mann der Welt ist tot – ich bin gegen Terror, aber schuld sind nur die USA. Ich wasche meine Hände in Unschuld.
Luxusvilla verriet Bin Laden – ich bin zwar gegen die Interventionen der USA in souveräne Staaten, aber natürlich unterstütze ich – allein schon aus Gründen des Feminismus! – genausowenig die streng patriarchalische und hierarchische Herrschaftsstruktur der Mullahs und Mudschaheddin. Also eigentlich beschränkt sich mein Handelnd aufs Nicht-Gut-Finden von sowohl der Paschas als auch der USA (die ja eigentlich auch von so ner Art Paschas regiert werden). Daß die Sowjetunion damals den Krieg als erste nach Afghanistan gebracht hat, ist als spätstalinistische Folge zu bewerten und sagt nichts über die Überlegenheit des Kommunismus aus.
Eine „unmissverständliche Nachricht“ Amerikas – ja, hier wird deutlich: dies ist ein Krieg der USA. Nebenbemerkung: „Amerika“, das ist auch Ecuador, das ist auch Bolivien, das ist auch Kuba.
Anschläge, die die Welt veränderten – ich vertrete die Meinung der Verschwörungstheoretiker, nur, daß ich es nicht als Verschwörung, sondern als Expansionspolitik bezeichne.
Tod Bin Ladens lässt Kurse steigen – ich bin für Planwirtschaft. Da wird so etwas einfach verboten!
Unruhen in Tripolis – Kämpfe in Misrata – Solidarität mit unseren Brüdern in Arabien!
Hunderte Syrer fliehen in die Türkei – Solidarität mit der Türkei, die unsere Brüder aus Arabien aufnimmt und die Rechnung zahlt!

Das sagt der Konservative:

Der meistgesuchte Mann der Welt ist tot – recht so. Wer nicht anständig Deutsch spricht, kann nur Terrorist werden!
Luxusvilla verriet Bin Laden – möcht mal wissen, wie er die bezahlt hat. Da bin ich ganz Sozialist: Tod dem Kapital.
Eine „unmissverständliche Nachricht“ Amerikas – wer sich mit uns anlegt, ist dran. Spätestens 9 Jahre danach. Jetzt wird alles gut. Wir sind grundsätzlich für friedliche Lösungen, aber wenn es nicht anders geht, muß Gewalt die Lösung sein.
Anschläge, die die Welt veränderten – da sind sie wieder, die Bilder. Diese schrecklichen, schrecklichen Bilder. Da werde ich ganz emotional. Da kommen mir die Tränen. Die armen Menschen. Und diese miesen Terroristen-Schweine. Ja, Schweine sind das, keine Menschen. Die gehören alle getötet. Und bin Laden hats jetzt endlich erwischt. Das tut gut. Das tut so gut. Sooo gut. Jetzt haben die Angehörigen der Opfer endlich Frieden. Jetzt können sie beruhigter schlafen gehen, den die Missetaten dieser perversen Schweine sind gesühnt. Gesühnt. Schweine. Missetaten. Gesühnt.
Tod Bin Ladens lässt Kurse steigen – schön, wenn das auch noch einen positiven Nebeneffekt hat!
Unruhen in Tripolis – Kämpfe in Misrata – man muß sich schon mal vorbereiten auf weitere Aktionen. Es ist unsere Pflicht als Christen und Demokraten, hier einzugreifen.
Hunderte Syrer fliehen in die Türkei – gaaanz wichtig: Grenzen dicht machen! Nur keinen reinlassen von denen. Nicht, daß wir gegen die Demokratisierung der arabischen Welt sind, aber das müssen die schon alleine schaffen. Unsere Hilfe beschränkt sich auf Interventionen. Was sollen wir auch sonst tun? Geld geben? Wir haben selbst immer weniger!

Jaaa, was sage eigentlich ich dazu?

Ich sage erstmal garnichts. Irgendwie erinnert mich das an den Tag, an dem ich aufgewacht bin und erfahren habe, daß Michael Jackson tot ist. Stand auch ganz oben, bei tagesschau.de.

UPDATE:

Heute morgen noch hieß es, die Streitkräfte seien in Besitz der Leiche. Davon zeugen diese Kommentare bei tagesschau.de. Und jetzt ist die Leiche mal eben schnell ins Meer geschmissen worden? Das ist ja wohl eine Ente, oder? Ich bin ja echt kein Verschwörungstheoretiker, aber welchen Sinn hatte denn diese Aktion???

Lieschen Müller leidet an Größenwahn…

Hier eine immens wichtige Nachricht und Direktvorlage für die öffentliche verbale Steinigung.

Mein Kommentar dort:

„Da sind sie wieder, die selbsternannten Revolutionäre, Kämpfer für den Frieden und Retter der Umwelt.

Nein, die Begradigung von Flüssen ist nicht gut. Darum geht es aber auch nicht. Es geht darum, daß wir uns unseren ach so hohen moralisch-ethischen Standpunkt leisten können, weil unsere Wirtschaft immer noch zu einer der zahlungskräftigsten (wer zahlt den dicksten Anteil am EU-Rettungsschirm? Richtig: wir!) der Welt gehört.
Da sitzen wir nun also im Trockenen, die Sünden anderer bemängelnd, die wir längst begangen und für die wir uns selbst längst die Absolution erteilt haben. Wie viele Flüsse haben wir längst begradigt und wie sehr hat das unseren „Vorsprung durch Technik“ vorangetrieben?

Soll man diese Umweltsünde also verzeihen? Mitnichten! Aber ein bißchen weniger Hochmut und Heuchelei und mehr Hilfe bei der Bewältigung wirtschaftlicher Anforderungen wären höchst angebracht.

Aber natürlich kann man sein Karma auch dadurch ins Reine bringen, indem man die Fehler anderer kritisiert. Frohe Ostern!“

Interessant, wie sehr doch inzwischen das Wutbürgertum wuchert. Ja, was waren wir alle gegen S21. Und den Fehler mit der Atomkraft begreifen ja inzwischen auch die Leute von der CDU. (Zumindest begreifen sie, daß man damit Wähler für sich gewinnt. Ein rein funktionalistisches Verständnis von Moral also: es geht nicht darum, daß Umweltschutz sinnvoll ist, sondern darum, daß Menschen mit Wahlpotenzial Umweltschutz für wichtig halten. Im Klartext heißt das, daß eine Partei wie die CDU wohl jeden Schwenk mitmachen würde, solange es ihr Wählerstimmen bringt. Ganz ähnlich ist es, und das bedauere ich ganz besonders, bei der SPD: man will sich von Sarrazin nicht trennen, denn Umfragen bei BILD und in der Neonaziszene haben ergeben, daß man sich mit Sarrazin identifiziert. Und eine Identifikatonsfigur wird nicht ausgesondert, selbst wenn sie braunes Gedankengut verbreitet. Dadurch adelt man es als Partei zwar noch weiter, aber was kümmert das schon die SPD?)
Mich fröstelt.

Und nun wird man hierzulande auf die geplante Begradigung von Flüssen in Kroatien aufmerksam. Da schreit doch der innere Umweltaktivist in einem auf, da wird man doch aktiv, und wenn es nur durch das Erstellen eines völlig überflüssigen Artikels auf der Online-Plattform eines einst seriösen Nachrichten-Mediums ist. Aber auch als Leser hat man dann noch die Möglichkeit, aktiv zu werden, schließlich besteht ja eine Kommentarfunktion. Ganz besonders aktiv heißt hier: ganz besonders extrem und laut.

Der User „DasBertl“ schreibt als Kommentar:

„Das Beispiel Ungarn zeigt, was jetzt Kroation verdeutlicht
So, 24.04.2011 – 07:14 — DasBertl

EU-Erweiterung stoppen! Es reicht schon, dass wir mindestens ein von Verbrechern regiertes Land in der EU haben!“

Wie gesagt, das ist kein BILD-Zeitungs-Artikel, das ist der komplette Beitrag eines Users auf tagesschau.de. Und den dümmlich dreisten Vergleich mit der Verfassungsänderung in Ungarn muß man auch nicht argumentativ belegen (wie auch?), das reicht dann auch in der Überschrift…

Könnte es sein, daß Lieschen Müller inzwischen größenwahnsinnig geworden ist? Und könnte es sein, daß der vernünftige Teil der chauvinistischen EU-Intelligenza, der diesen Artikel zwar nicht polemisch formuliert, aber sein ganzes Herzblut in die Hervorhebung dessen Wichtigkeit legt, hier versucht, seinen Traum eines vereinten, starken Europa zu retten?
Was ich meine, ist: die EU ist ein Traum, den alle träumen, für den aber niemand etwas tun will. Angesichts immer größer werdender Probleme in einer globalisierten Welt ziehen sich nach und nach die einst so engagierten Nationen dieser EU von diesem Engagement zurück. Keiner will mehr zahlen, jeder fühlt sich vom EU-Recht in seiner Souveränität eingeschränkt. Das alles führt dazu daß wir das Bild von einer lästigen und vor allem handlungsunfähigen EU bekommen.

Da kommt uns doch Kroatien gerade recht. Die wollen rein, haben sämtliche Anforderungen seit Jahren erfüllt und es ist sogar gelungen, General Gotovina, dem Befreier der von Serben und der jugoslawischen Volkarmee besetzen Krajina, die Einzelverbrechen unkontrollierter paramilitärischer Einheiten anzuhängen und ihm den Prozeß zu machen – 24 Jahre hat er dafür gekriegt und schon ist das von Blauhelmen vor Ort nicht verhinderte und aktiv unterstütze Massaker von Serben an Bosniern in Srebrenica vergessen. Und nun, wo man für diesen hohen Preis den Gegenwert, also den seit Jahren versprochenen Eintritt in die EU als Gegenleistung erbringen müßte, wird die Begradigung von Flüssen als Beispiel für weiteren Handlungsbedarf gebracht und eben dieser Eintritt in Frage gestellt.

Und Lieschen Müller darf sich dann bei der Kommentar-Seite der Tagesschau in eine Art Größenwahn steigern und seinen Anteil an der öffentlichen Steinigung haben. Was sind wir doch für gute, herzensgute Menschen hier. Wir unterstützen die Proteste in der arabischen Welt (nur möchten wir die logische Folge, also die Flüchtlinge und nötige wirtschaftliche Unterstützung frischer Demokratien nicht leisten), wir schützen den Elefanten in Afrika (aber Wolf, Bär und demnächst auch Luchs haben wir bei uns ausgerottet und vergessen, daß unser Reichtum auch darauf gründet) und nun haben wir wieder einen Weg gefunden, unser Karma reinzuwaschen: die Flüsse in Kroatien, für dessen verreckende Menschen in Vukovar oder Vinkovci sich vor 18 Jahren keine Sau gekümmert hat, weil man mit Pulverfässern nicht spielt.

HDE seit Jahren zufrieden – vor dem Weihnachtsgeschäft…

Jedes Jahr dasselbe:

der HDE bezahlt überzeugt die Medien, darüber zu berichten, wie unglaublich toll doch das Geschäft läuft.

Damit die dummen Menschen auf der Straße meinen, sie würden etwas verpassen, wenn sie jetzt nicht auch in den nächsten Laden rennen würden und ihr Geld ausgeben. Und was das Schlimmste ist: die normative Kraft von Medienmeldungen wie diesen ist hinlänglich bekannt.
Folge: die dummen Menschen auf der Straße meinen tatsächlich, sie würden etwas verpassen und rennen in den nächsten Laden, um ihr Geld auszugeben. Tatsächlich.

Und die schlauen sparen den größten Teil ihres Geldes für die vielen Rechnungen, die zum Jahresende/Jahresanfang zu bezahlen sind auf. Oder, wenn sie unbedingt etwas kaufen müssen:
sie warten auf den Preissturz Anfang Februar.

Ich kann es nur empfehlen, es lohnt sich.

Angesichts der Veralltäglichung einer angeblichen Terrorgefahr finde ich hier eine tatsächliche: die Gefahr vor dem Konsumterror, nur gibt es keine Polizei, die etwas dagegen tut.

Manipulation bei der Tagesschau

Heute morgen berichtete tagesschau.de über den polizeilichen Angriff auf friedliche Bürger, die sich schlimmstenfalls zivilen Ungehorsam vorwerfen lassen müssen.
Direkt daneben platzierte die Site einen Bericht über den Umbau des Wiener Bahnhofs, der – im Gegensatz zu S21 – von der ortsansässigen Bevölkerung geradzu vergöttert wird, wenn man dem Autor Glauben schenken will.

Es gab keinen besonderen Grund für den Artikel. Also keinen geplanten oder ungeplanten Vorgang im Rahmen des Umbaus, der das gerechtfertigt hätte. Jetzt wird mancher sagen: na gut, dieser Artikel ist pro S21, das ist doch erlaubt.

Tja, seriöser Jounalismus kennzeichnet Kommentare, und dieser ist aufgrund dessen, daß er dies nicht tut, gerade mal eine Meinung, noch nicht einmal ein Kommentar.

Medien wirken hochgradig normativ und angesichts von Verletzten (die Gerüchte, daß es Schlimmeres gegeben hat, werden sich hoffentlich nicht bewahrheiten…) ist es nicht einfach ein Formfehler der Tagesschau, bei einem derart heißen Eisen eine als Artikel getarnte Meinung direkt neben einer Meldung zur polizeilichen Eskalation in Stuttgart zu platzieren, nein: es ist grob fahrlässig und jounalistisch höchst unseriös. Und womöglich ist es bezahlte Werbung. Deshalb keinen Link, sondern nur einen Screenshot (Anm.: inzwischen ist der Artikel nicht mehr direkt daneben, aber immer noch anklickbar):

Nazis bei der Tagesschau

Gestern auf tagesschau.de

– dazu die Kommentare.

Natürlich habe ich mehrfach gegen die „Kommentare“ protestiert. Nachdem noch nicht mal einer meiner Kommentare veröffentlicht worden ist, habe ich nun dies an meta@tagesschau.de geschrieben:

„Liebe Redaktion,

Wenn tagesschau.de über das Treiben der Nazis in den neuen Medien berichtet,

und sich sogleich Kommentare auf diesen Artikel finden, deren Autoren sich zwar von „den Nazis“ abgrenzen wollen, gleichzeitig aber gegen Migranten hetzen („‚Rechts‘ ist politisch – ‚Nazi‘ ist Ideologie“, Mi, 25.08.2010 – 00:30 — Thorsten S.; „ob die jetzige Ausländerpolitik gut für unser Land ist“, Mi, 25.08.2010 – 00:12 — Käptn LeChuck; „weil die Politiker Probleme mit kriminellen Ausländern nicht thematisieren“, Di, 24.08.2010 – 23:30 — derliebsteunnetteste;),

und diese Autoren meinen, ein Aussparen oder eine vorsichtige Behandlung dieser Themen sei „falsch verstandene Toleranz“ und ein „Totschweigen“ derselben (Mi, 25.08.2010 – 09:03 — KapplerJung),

und diese Vorgehensweise der „sanften Rekrutierung“ (man ist ja kein Nazi, aber man dürfe doch sich selbst noch als Deutscher bezeichnen dürfen und man müsse ja Kriminalität von Migranten nicht gutheißen müssen)hier offensichtlich zugelassen wird,

frage ich mich,

warum die Redaktion der Tagesschau ihr doch sicher vorhandenes Interesse daran, den Mißbrauch eines an sich guten Artikels gegen das Treiben der Nazis im Netz zu verhindern, einerseits durch die Veröffentlichung eines politisch korrekten Artikels wie des vorliegenden zeigt

und andererseits genau diese „sanfte Rekrutierung“ durch all diese unkorrekten und empörenden Artikel nicht nur zuläßt, sondern de facto

fördert.

Schweigen ist Schuld, haben Sie das vergessen?

Ich lese auf tagesschau.de haufenweise Kommentare, die nationalistisches Gedankengut verbreiten.

Und es ist mir völlig egal, ob in einem Ihrer kleingedruckten Disclaimer-Blocks steht, daß Sie sich davon distanzieren – es ist bekannt, wie viele Leute den lesen.

Denn genau das beklagen Sie ja in ihrem Artikel: die Nutzung des Internets durch Nazis aufgrund der Analyse des Userverhaltens.

Aber vielleicht war das ja ein Versehen. Da ich nun aber bereits zum 3. Mal auf dieses Versehen hingewiesen habe und ich statt wenigstens eines meiner Hinweise haufenweise Hinweise auf die ach so bösen Migranten und die ach so bösen Politiker, die „das Problem“ angeblich ignorieren und somit offensichtlich selbst schuld an der Existenz von Nazis im Netz sind, lesen mußte, sehe ich mich gezwungen, mindestens die Redaktionsleitung (oder deren Leitung) auf dieses

„Versehen“

hinzuweisen.

Eventuell gibt es ja innerhalb der ARD irgendeine regulative Instanz. Außerhalb gibts es ja genügend.“

Meine Beschwerde an meta@tagesschau.de wurde wie folgt beantwortet:

„Sehr geehrter User FeydBraybrook,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Die von Ihnen angeführten Kommentare widersprechen jedoch nicht unseren Richtlinien, die Sie unter http://meta.tagesschau.de/user/register einsehen können. Somit sind sie zulässig. Kommentare, die einen rechtsradikalen Ursprung vermuten lassen, werden nicht freigeschaltet.

Mit freundlichen Grüßen,

Die Moderation

tagesschau.de
Hugh-Greene-Weg 1
22529 Hamburg“

Darauf habe ich so geantwortet:

„Sehr geehrte Moderation,

vielen Dank für Ihre Antwort.

1. Ich habe in meiner heutigen Beschwerde nicht darum gebeten, irgendeinen Kommentar zu löschen. Ich habe lediglich meine Verwunderung darüber geäußert, daß meine Kommentare, in denen ich auf andere Kommentare Bezug nehme, nicht veröffentlicht werden.

2. Ob Sie meine Meinung zur „sanften Rekrutierung“ durch Neonazis teilen oder nicht, ist für eine Veröffentlichung meines Kommentars doch unerheblich, oder? Sie widersprechen m.E. nicht Ihren Richtlinien, die Sie unter http://meta.tagesschau.de/user/register einsehen können, und das dürfte das Einzige sein, was für eine Veröffentlichung erheblich ist.

3. Da Sie offensichtlich nicht gewillt sind, entsprechend Ihres öffentlich-rechtlicher Auftrages GEZ-Zahler wie mich partizipieren zu lassen, bitte ich Sie darum, mir mitzuteilen, wo ich mich

über Sie

beschweren kann.

Mit freundlichen Grüßen,

Name“

Bisher gab es keine Antwort.

Darum habe ich nun folgendes direkt an die ARD geschrieben:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich halte den Artikel „Neonazis setzen auf soziale Netzwerke“ auf tagesschau.de für wichtig und gelungen.

Leider ist es Nationalisten gelungen, die Kommentarfunktion ihres Online-Angebotes dafür zu nutzen, rechtsgerichtetes Gedankengut zu verbreiten.

Darauf habe ich mehrfach hingewiesen, dies wurde von der Moderation leider konsequent ignoriert. Einer meiner Kommentare ist auf meinem Blog heute dokumentiert und veröffentlicht:

https://feydbraybrook.wordpress.com/2010/08/25/nazis-bei-der-tagesschau/

Ich bitte Sie, mir mitzuteilen, was ihre Moderation daran hindert, meinen Kommentar freizuschalten.

Sollte das ein Mißverständnis sein, möchte ich mein Bedauern darüber zum Ausdruck bringen, daß selbst bei einer sofortigen Freischaltung der Schaden, den Kommentare wie diese:

„‘Rechts’ ist politisch – ‘Nazi’ ist Ideologie“, Mi, 25.08.2010 – 00:30 — Thorsten S.; „ob die jetzige Ausländerpolitik gut für unser Land ist“, Mi, 25.08.2010 – 00:12 — Käptn LeChuck; „weil die Politiker Probleme mit kriminellen Ausländern nicht thematisieren“, Di, 24.08.2010 – 23:30 — derliebsteunnetteste, „falsch verstandene Toleranz“, „Totschweigen“ von Problemen mit Migranten, Mi, 25.08.2010 – 09:03 — KapplerJung“

angerichtet haben, schwer wiedergutzumachen ist. Denn diese „Kommentare“ stehen (bis auf den letzten) seit gestern auf Ihrer Seite und zeichnen dem unbedarften Leser ein einseitiges Bild.

Wenn Sie das unbedingt stehen lassen wollen: warum können Sie nicht wenigstens einen Gegenkommentar dazu freigeben?

Mit freundlichen Grüßen,

Name“

Ich nehme an, da passiert auch nichts. Falls doch, wäre es schön und ich schreibe hier die Antwort.

Es ist einfach nur noch bittere Ironie: Die Tagesschau berichtet über die Nutzung des Internets durch Neonazis und in den Kommentaren toben sie sich dann aus.

tagesschau.de, Anwalt der Beatles gegen den Papst

Aua.

John Lennon sagte einmal, die Beatles seien berühmter als Jesus. Er sagte das in einem völlig anderen Zusammenhang, als man das im Nachhinein, etwa ein halbes Jahr nach dem Interview, rezipiert hat. Man kann sich den Rummel, den das alles damals ausgelöst hat, heutzutage kaum vorstellen. Als Indikator mag für Menschen heutiger Zeiten, die sich fragen, was an dieser Aussage so außergewöhnlich sei, vielleicht die erbosten (kollektives und öffentliches Zerstören der Platten) bis teils kriminellen Reaktionen darauf gelten (der Ku Klux Klan in den USA beispielsweise kündigte „a lots of surprises“ (ca. 3:49) für unerwünschte Konzerte der Beatles in den Südstaaten der USA an – und das als „Terror-Organisation“, so der O-Ton). Lassen wir Lennons selbst zu Wort kommen:

Es heißt, Lennon sei nach diesem Interview im Kreise seiner Bandkollegen in Tränen ausgebrochen. Ich habe einiges von den Beatles gelesen, aber nie, daß Lennon je geweint hätte. Jedenfalls hat dieser Vorfall dazu beigetragen, daß die Beatles Ab dem Herbst 1966 keine Konzerte mehr gegeben haben.

Natürlich hat damals auch der Vatikan reagiert, jedoch eher gemäßigt. Wie gesagt, waren es vor allem die Evangelikalen im Süden der USA, die auch George W. Bush zum Wahlsieg verholfen hatten, die sich auf die Beatles mit teils grotesken Anschuldigungen (Satanisten … pruuust …) gestürzt hatten.

Die einzige Organisation, die im Nachhinein zugegeben hat, den Beatles unrecht getan zu haben, war die katholische Kirche. Und ja, sie hat es erst jetzt getan. Besser spät als nie. Vom Ku Klux Klan oder der PRMC hat man so etwas nie gehört.

Wie sind nun die Reaktionen auf das Handeln des Vatikans (und jetzt komme ich zum „Aua“)?

Folgenden Kommentar lese ich bei diesem Artikel über John Lennons Aussage über die Berühmtheit der Beatles in der nicht ganz ernstgemeinten Rubrik „Schlusslicht“ bei tagesschau.de:

„Wen interessiert was Kinderschänder und deren Unterstützer für Musik hören.Es ist erstaunlich das Intoleranz und geistige Engstirnigkeit hier auch noch positiv bewertet werden.Spart euch solche Ergüsse,oder hat die kath.Kirche(also alle kath.Kirchensteuerzahler)hier gesponsert um abzulenken.“

Mal ganz abgesehen davon, daß ich die Gelegenheit nicht auslassen konnte, meine fundierten Beatles-Kenntnisse zum Besten zu geben,

„Zu viel des mittelmäßigen Hohns
Di, 13.04.2010 – 22:43 — FeydBraybrook

Och ja, der Artikel wäre ja ganz amüsant, wenn es bei der Kuriosität der Meldung geblieben wäre.

Jedoch fällt auch weniger qualifizierten Beatles-Kennern auf, daß der Griff in die Klischee-Kiste leider auch hier nicht ausbleiben konnte: die Beatles hatten sicher auch mit der katholischen Kirche nach John Lennons Zitat (das er übrigens kleinlaut widerrufen bzw. richtiggestellt hatte) Probleme, der eigentliche Frontalangriff kam aber seitens der Evangelikalen aus den Südstaaten der USA.“

so ist es doch befremdlich, wie anschaulich hier Hetze abgeht. Meine die katholische Kirche nicht schonende Meinung zu den Mißbrauchsfällen habe ich ja bereits veröffentlicht, aber dennoch fehlen mir dann doch die passenden Worte, dieses Beispiel an bereitwilligem Mitmarschieren zu beschreiben. Mitmarschieren, heute gegen die Kirche (morgen gegen wen…?), so lautet das Motto. Deshalb will ich es mit folgender kleinen Groteske veranschaulichen:

tagesschau.de im Jahre 2020:

Das Oberhaupt derSie wissen schon, welcherKirche, derund man möge mir die Nennung seines elenden Namens verzeihenPapst, der als Oberhaupt der wohl größten und verruchtesten Verbrecherorganisation aller Zeiten (und in Ewigkeit, Amen) eigentlich mit ein paar wenigenwenn auch für ihn machbarenWorten hätte Öl auf brennende Wunden gießen können, hat auch heute die Gelegenheit ausgelassenund das spricht für seine und seiner kritiklos ergebenen Diener Niederträchtigkeit!die Mißbrauchsfälle in derSie wissen schon, welcherKirche vollständig und im Alleingangdenn er allein trägt die Verantwortung für die vielen Schandtaten im Namen der Kirche (man denke nur an die Hexenverbrennungen, die zwar überwiegend von evangelischen Christen begangen wurden, aber wen interessiert das?)wenn schon nicht aufzulösen, dann doch sich selbst mit Nilpferdpeitsche peinigend dazu Stellung zu nehmen, so daß jeder noch so untalentierte Journalist verbal von hinten in ihn eindringen kann (was einer wie er ja nur mögen kann!), was aber auch nicht schlecht ist, weil wir dann darüber berichten können, daß wir nichts darüber berichten zu habenwovon sich in Zeiten nachlassenden Interesses an abgestürzten Passagiermaschinen russischer Herkunft gut leben läßt.

Stattdessen hat erund man stelle sich diese Heuchelei angesichts seines imaginierten Stellvertretertums Christi auf Erden vor!Geranien umgetopft. JAWOHL, GERANIEN, DIESER … DIESER … SCHÄBIGE SCHUFT!!! STEINIGT IHN!!!

Oder, um mit einem italienischen Sprichwort zur Überschrift mit dem „Anwalt der Beatles“ zurückzukehren:

„Avvocato non chiamato, con merda pagato“

(heißt soviel wie: ein ungerufener Anwalt wird mit Scheiße bezahlt)

😀

Interview: Feyd zu den Mißbrauchsfällen in der katholischen Kirche

Herr Braybrook, wir begrüßen Sie zu unseren Interview.

Guten Tag auch.

Heute wollen wir Ihnen ein paar Fragen zu den Mißbrauchsfällen in der katholischen Kirche stellen.

Nur über die oder auch über jene in staatlichen Schulen?

Nein, die Fälle in der früheren DDR behandeln wir an anderer Stelle.

Ich meine die in den sog. „alten Bundesländern“.

Darüber ist uns im Moment nichts bekannt.

Nur, weil im Moment keiner darüber spricht, heißt das nicht, daß es sie nicht gibt oder gab.

Herr Braybrook, wir wollten mit Ihnen über die Mißbrauchsfälle in der katholischen Kirche sprechen.

Das tun wir doch gerade.

Ach?

Lassen Sie mich erläutern.

Bitte.

Im Moment vergeht kein Tag, an dem nicht über neue Fälle in der katholischen Kirche berichtet wird. Dazu gibt es noch Meldungen zur Odenwaldschule und zu Fällen in der DDR.

Na, das ist doch ein Beweis dafür, daß wir funktionierende Medien haben, oder?

Sie funktionieren, aber nur in dem Sinne, daß über Dinge berichtet wird, die sich gut vermarkten lassen. Der Mißbrauchsfall in einer staatlichen Schule in Hinterdupfingen läßt sich allerhöchstens durch die detaillierte Beschreibung der ergangenen Widerlichkeiten verkaufen. Hinterdupfingen selbst ist niemandem sonst ein Begriff außer den Hinterdupfingern und somit auch kein Ziel für die Projektion selbstgerecht entfachten Hasses. Die Kirche aber ist hierzulande vielen ein Dorn im Auge. Sie spielt traditionell bedingt immer noch eine gewisse Rolle im gesellschaftlichen Leben, was von vielen als anmaßend empfunden wird. Immer mehr Menschen möchten sie weghaben.

Und was, wenn diese Menschen recht haben?

Selbst wenn sie es hätten, dürfte sich der Journalismus nicht instrumentalisieren lassen. Er hat die Aufgabe, über das zu berichten, was läuft.

Na, das tut er doch in diesem Fall aber.

Ja, aber nicht in angemessener Weise. Heute war auf tagesschau.de ein Bericht über die rituelle Fußwaschung des Papstes zu lesen. Das ist ein alter Brauch, der an Gründonnerstag vollzogen wird und an die Fußwaschung Jesu Christi erinnern soll. Im selben Artikel schreibt der Autor: „(…)Auf den Missbrauchsskandal wird der Papst wohl nicht eingehen.“. D.h., wenn es nichts über den Mißbrauchsskandal zu berichten gibt, schreibt man eben darüber, daß es nichts darüber zu berichten gibt, weil man dann noch mal das Wort „Mißbrauchsskandal“ erwähnen kann. Die BILD-Zeitung macht das nicht anders.

Abbildung: berichten die Medien aus reiner Menschenliebe oder geht es auch ums Geschäft?

Regen Sie sich noch über die BILD-Zeitung auf?

Nein, ich rege mich über die tagesschau.de – Redaktion auf. Sie stammt journalistisch gesehen aus „gutem Hause“ und trägt dieses Etikett stolz auf der Brust, benimmt sich aber keineswegs wie ein ernstzunehmendes Medium.

Wenn Steve Jobs den iPad vorstellt, berichtet er auch nicht über das, was alle hören wollen: seinen Gesundheitszustand, und dieses Schweigen erwähnen die Medien eben, weil es alle interessiert.

Die Leute interessieren sich auch für den Kindermörder aus Hinterdupfingen und ein großer Teil davon möchte auch ganz detailliert über seine Tat lesen.
Eine Nummer kleiner: wenn Steve Jobs für Apple den iPad vorstellt und Medien darüber berichten, daß es nichts über seine Krankheit zu berichten gibt, nur, um mit Schlagworten wie „Steve Jobs + iPad + Krankheit“ bei den google-Suchanfragen weiter oben gelistet zu werden, ist das nichts anderes als das, was die BILD-Zeitung macht: Boulevardjournalismus.

Herr Braybrook, Sie wollen doch nicht behaupten, daß die Kirche im Moment zu Unrecht in der Kritik steht. Die Mißbrauchsfälle sind dokumentiert und die Aufregung ist angesichts des Anspruchs der Kirche auf ihre Tugendhaftigkeit doch nur verständlich!

Niemand hat was dagegen, daß über die Mißbrauchsfälle berichtet wird, im Gegenteil: der Kirche selbst liegt viel daran, daß alles lückenlos…

Ja, inzwischen schon…

…daß alles lückenlos aufgeklärt wird, auch die Vertuschung. Besser im Nachhinein, als nie. Es gibt keinen anderen Weg. Soll die Kirche stattdessen denn nicht aufklären? Die Reaktion der Menschen auf die Bemühungen der Kirche um Aufklärung sind doch der Beweis, daß es primär darum geht, die Kirche anzugreifen und die Mißbrauchsskandale lediglich einen willkommenen Grund dafür darstellen.

Ja, genau: das ganze Hallo nur aus tiefgründigem Kirchenhaß…

Die Tatsache, daß diese dieses Motiv von den Kritikern der Kirche für undenkbar gehalten wird (außer wie bei Ihnen als ironische Randbemerkung), beweist doch genau das: alles ist denkbar, aber nicht die Möglichkeit, daß die Kirche systematisch angegriffen wird. Denn das „Reich des Bösen“ ist ja immer außerhalb des eigenen Horizontes…

Sie kann ja auch zurecht systematisch angegriffen werden. Nazi-Deutschland wurde ja auch zurecht systematisch angegriffen.

Im Falle Nazi-Deutschlands besteht über dessen Boshaftigkeit auch kein Zweifel. Die selbsternannten Kritiker der Kirche aber haben im Grunde keine Ahnung von der Kirche. Man kann sich kein gerechtes Urteil ohne Kenntnis der Lage bilden.

Es gibt auch Kritiker wie Eugen Drewermann, die sehr viel Ahnung von ihr haben.

Ich denke nicht, daß sie in gleicher Weise argumentieren wie die Masse, die von der Bildzeitung oder der tagesschau.de-Redaktion bedient wird. Es gibt viel berechtigte Kritik an der Kirche selbst und sie gehört ausgesprochen. Drewermann selbst ist aber durchaus an einer Kirche interessiert – wenn auch nicht an dieser, die ihn ausgeschlossen hat. Die eigentliche Frage, die im Raum steht, ist doch aber die, ob eine Kirche zwangsläufig zu Mißbrauch führen muss und ob man so etwas wie die Kirche überhaupt nicht mehr zulassen soll. Das denke ich eben nicht und sicher tut das Herr Drewermann auch nicht.

Ist der Hinweis auf „eine andere Kirche“ als diese nicht ein Beweis für diese Kirche als totalitärer Institution?

Die Kirche könnte durchaus mehr Basisdemokratie brauchen, ja. Aber es ist fraglich, ob die Mißbrauchsfälle dadurch hätten verhindert werden können.

Was meinen Sie damit?

Die eigentliche Frage ist doch die: was können wir tun, um dieses Übel zu verhindern? Wir können bei einer derart großen Institution doch sehr genau prüfen, ob es Strukturen gibt, die Mißhandlungen und deren Vertuschung begünstigen.

Und? Zu welchem Ergebnis kommen Sie?

Es gibt sie, natürlich.

Also ist die Kritik doch berechtigt!

Ja und nein: sie ist genauso berechtigt wie die Kritik an allen Strukturen der Macht in unserem gesellschaftlichen Leben. Wir halten uns für frei, nur weil wir in einer Demokratie leben, aber die Medienpräsenz eines Dieter Bohlen schafft in regelmäßigen Abständen selbsternannte „Superstars“, die nach spätestens 2 Jahren in Kaufhäusern auftreten. Bis dahin ist eine Menge Plastik erzeugt worden, die unsere Umwelt verschmutzt.
Wir halten uns für gerecht, weil wir die Kirche und ihre autoritären Strukturen verurteilen, nur weil wir ihr womöglich nicht angehören, genausowenig wie die Wessis dem DDR-Staat (und seinen autoritären Strukturen) angehört haben. Dabei sind Bücher wie „Lob der Disziplin“ von Bernhard Bueb oder „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ von Michael Winterhoff regelmäßig auf Platz 1 der Bestsellerlisten, obwohl sie detaillierte Gebrauchsanweisungen zur Erniedrigung und Entmündigung sind und die Erziehung von Kindern und Jugendlichen auf mechanische Ausübung von Autorität reduzieren.
Wir glauben, das Bankenproblem gelöst zu haben, weil Manager gefeuert worden sind und über Bankenabgaben bzw. staatlicher Lenkung des Bankenwesens diskutiert wird. Aber die Hauptursache, die GIER, haben wir nicht bekämpft, im Gegenteil: wir pflegen sie selbst. Wir wollen alles noch billiger haben, stehen immer offener zu Dresscodes, Konsum, Luxus und das, obwohl die wirtschaftliche Lage immer schlechter wird. Dabei definieren wir den Typus des Erstrebenswerten: ohne Ellbogen scheint halt nix zu gehen. Man soll sich ganz wie im Fußball durchsetzen können, notfalls auch mit dem einen oder anderen Foul, Hauptsache, man ist erfolgreich. Wer da keinen Zusammenhang mit Bankern und Managern, die ja genau diese Eigenschaften kultiviert und hochgezüchtet haben, sieht, ist blind und wer glaubt, man könne ja nichts dafür, daß sie es mit den Ellbogen derart übertreiben, ist naiv. Wir selbst haben die Gier zum Richtwert erhoben und in letzter Konsequenz haben wir bestenfalls nichts getan, um gierige Banker, Manager und Politiker am Aufstieg zu hindern – wenn wir sie nicht sogar selbst auf ihren Sockel gehoben haben.

Sie predigen.

Man kann das nicht im Weichspülgang vermitteln. Es ist auch nicht wichtig, ob Kritik einem gefällt. Ich höre auch gerne, was den Leuten an mir gefällt. Aber es kommt doch darauf an, ob man gewillt ist, Kritik einzustecken und umzusetzen und immerhin: die Kirche kümmert sich um die Sache.

Sie tut es in geringem Maße und auch erst jetzt auf öffentlichen Druck.

Das ist eben das Tempo großer Institutionen. Ich habe bereits gesagt, daß ein wenig mehr Basisdemokratie gut für die Kirche wäre. Aber wenigstens tut sie es überhaupt. Wenn wir mehr Basisdemokratie fordern, müssen wir sie auch für die gesamte Gesellschaft fordern. Alles andere sieht aus wie: „Wir haben die Säkularisierung verpaßt, jetzt holen wir das risikolos an der Rest-Kirche nach“.
Staatliche Schulen werden schon bald ebenfalls von einer Welle der Enthüllungen überrollt werden…

Man kann nicht von „den“ staatlichen Schulen sprechen, die aufgrund „ihrer typisch autoritären“ Strukturen zu Mißbrauch und Mißhandlung führen.

Das ist die Krux. „Die Gesellschaft“ ist durchaus in der Lage, mehrheitlich zu handeln, aber es sie ist schwer zu fassen: wer soll sie sein? Kann man sie einheitlich ansprechen oder gar lenken?

Dieter Bohlen kann das.

Tolles Beispiel. Ja, Bohlen ist der Papst der Deutschen und sein Evangelium haben alle verstanden: auf die Frage nach der Qualität seiner Musik antwortet er regelmäßig: „Ich bin erfolgreich, der Erfolg gibt mir recht“. Und Millionen von Leuten übernehmen dieses Axiom: Qualität ist das, was erfolgreich ist.

Mal weg von Dieter Bohlen: die Tagesschau trägt das Prädikat hoher Qualität ja nicht umsonst.

Was immer es war, das ihr dieses Prädikat verliehen hat: der Artikel mit der Fußwaschung kann es nicht sein. Ist ein Artikel gut, weil er gut ist oder wird er auomatisch gut, wenn er in der Online-Ausgabe der Tagesschau steht? Gerade die Kritiker der Kirche scheinen höchst gläubige Menschen zu sein, sonst würden sie nicht ihre Verantwortung als mündiger Bürger beim Eintippen der URL der Tagesschau abgeben.

Herr Braybrook, das müssen sie uns erklären.

Die Tagesschau steht auf einem Sockel, der die Menschen dazu bringt, kritiklos an ihr Qualitätsprädikat zu glauben. Sie ist den Menschen heilig, so, wie den Katholiken der heilige Franziskus.

Noch ein Beispiel?

Helmut Schmidt: er hat Glänzendes geleistet und war sicher zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Als er aber vor einigen Jahren bei einer öffentlichen Veranstaltung in einem Raum geraucht hat, in dem dies verboten war, hat man es ihm verziehen.

Die Gesetze zum Nichtraucherschutz waren ein Thema, mit dem sie sich selbst in einer Studie befaßt haben und sie kamen selbst zu dem Ergebnis, daß sie teilweise unsinnig sind.

Es geht hier nicht darum, ob das NRSchutzG unsinnig ist, sondern darum, daß unser Urteil davon abhängig ist, wen wir vor uns haben. Ein Helmut Schmidt kann sich so etwas leisten, ein Durchschnittsbürger begeht damit eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldstrafe belegt werden.

Was hat das mit der Kirche zu tun?

Man tut ihr Unrecht, aber wenn man sie verteidigt, steht man als Mensch von gestern da. Man wirft ihr vor, eine überkommene Institution zu sein, weil sie von Sünde und Vergebung spricht und Rituale und Heilige kennt. Das alles haben wir aber in unserer Gesellschaft auch. Sünde und Vergebung sind längst Aspekte der Therapie, Rituale gibt es alleine im Sport mehr als genug (man denke nur an die Eröffnungsfeiern) und zu den Heiligen hatte ich ja bereits etwas gesagt. Wußten sie, daß John Lennon ein Arschoch sein konnte?

Herr Braybrook, sie sind doch Beatles-Fan, dachte ich.

Da haben 4 junge Leute ein paar fantastische Alben gemacht, die bis heute und wahrscheinlich noch in ferner Zukunft große Bedeutung für die Musik haben und haben werden, aber die Typen selbst – und vor allem ihre öffentliche Rezeption! – sind mir egal. Lennon gilt den Menschen als Heiliger, McCartney hat sein Etikett als Weichei weg – so einen harten Song wie „Helter Skelter“ hat Lennon aber nie geschrieben und er hat auch nie öffentlich über seinen Drogenkonsum gesprochen. Das wiederum hat Paul getan. Lesen sie mal „John Lennon – Geborgte Zeit“ von Frederic Seaman, der in Lennons letzten 2 Jahren dessen Sekretär war. Da gehen ihnen die Augen auf.

Vom Saulus zum Paulus…haben sie einfach nur die Seiten gewechselt?

Nein. Es kann auch sein, daß McCartney das Arschloch und Lennon der Gute ist. Es ist egal. Ich kenne keinen der beiden persönlich. Letztendlich muß man sachlich bekennen: ihre Musik ist das, was man beurteilen kann und die ist mir tatsächlich lieb und teuer – wenn auch nicht heilig. Im Sinne des oben Genannten sind sie mir sogar scheißegal.

Sie fluchen ja!

Ich bin mir sicher, Helmut Schmidt hätte man das verziehen.

Was heißt das alles nun für die Kirche? Welche Vorgehensweise empfehlen Sie denn?

Man muß diese Fälle aufarbeiten. Die Kirche ist dran und womöglich muß noch mehr getan werden. Grundsätzlich sollte sich die katholische Kirche von innen heraus reformieren. Damit meine ich besonders den asisdemokratischen Gedanken. Dümmliche Anbiederungen an den Zeitgeist braucht aber keiner – wem das alles zu eng ist, der darf ja austreten. Das macht ja das Besondere an der katholischen Kirche aus: sie ist wie ein uraltes Bauwerk, das in vielem nicht mehr zeitgemäß ist, das aber ein derart starkes Fundament hat, daß sie irgendwie immer zeitgemäß ist. Bestimmte Dinge bleiben ungeachtet der Zeiten eben aktuell und so ist es bei der Kirche ebenfalls.

Was die Öffentlichkeit angeht, ist sie zu bemitleiden:
das übersteigerte öffentliche Interesse an dem Skandal, also die Sensationsgier mit dem einfach Denkvorgang „Kriminalität in der Kirche“ oder besser „AUSGERECHNET in der Kirche“ wird bleiben und auch wenns weh tut, wird man sich damit abfinden müssen, daß das Niveau gerade auch in früher ernstzunehmenden Medien wie der Tagesschau allmählich sinkt. Aber in all dem Gewimmel muß man doch die Draufsicht bewahren und erkennen, wem es gar nicht um die Sache geht und wer nur Kapital daraus schlagen will. Die Tagesschau jedenfalls fügt sich mit jedem weiteren undifferenzierten Artikel über die Kirche nur selbst Schaden zu. Es mögen vielleicht kurzfristig viele Konsumenten damit angesprochen werden, aber letztendlich muß sich jedes Medium fragen, wen es sich ins Haus holt, wenn es derart platt demagogisiert.
Das Thema wird eine Weile in den Medien bleiben und die Öffentlichkeit wird sich einem neuen zuwenden. Wer gut aufpaßt, wird dann merken, wie unterschiedlich groß (oder besser: klein) dann das Interesse der Medien an bspw. staatlichen Mißbrauchsfällen sein wird. Dabei glaube ich, daß gerade dort, in diesen von Erfolgsdruck und Machtimperativen geprägten staatlich-gesellschaftlichen Institutionen strukturell bedingte Kanäle des Machtmißbrauchs (und nichts anderes ist Kindesmißhandlung) vorhanden sind, die es aufzudecken gilt. Aber niemand will vor der eigenen Haustüre kehren, doch genau das ist es, was Jesus Christus sagt: jeder soll die Sünde bei sich selbst suchen, niemand ist frei von Sünde. Diese Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.

Herr Braybrook, wir sind uns sicher, daß Sie das auch bei sich tun und tun werden!

Ja, und im Gegensatz zu Ihnen werde ich regelmäßig fündig.

Brainwashing auf tagesschau.de

Alle Jahre wieder beglückt uns der Handelsverband Deutschland mit erfreulichen Nachrichten:

Die Wirtschaftskrise hat keinerlei Auswirkungen auf die Kauflust der Kunden.

Das behauptet zumindest der HDE, die Dachorganisation des Einzelhandels in Deutschland.

Irgendwie kommt einem diese Behauptung bekannt vor … Moment mal … ah, ja, richtig. Vor einem Jahr lasen wir auf tagesschau.de foldende Worte des HDE-Sprechers Pellengahr:

„Pellengahr zufolge blicken die Händler „hoffnungsvoll“ auf die noch verbleibenden zweieinhalb Verkaufstage. Diese würden ganz im Zeichen des Geschenke- und Lebensmitteleinkaufs stehen. Auswirkungen der Rezession seien bislang kaum zu spüren.“

HIER

wars sogar richtig optimistisch und

DA

ebenfalls.

Und wenn dann die offiziellen Zahlen veröffentlicht werden, ergibt sich ein anderes Bild, denn die Umsätze sind dieses Jahr wieder zurückgegangen, dieses mal um 1,5 %.

Hätte mich ja auch gewundert, wenn alle von globaler und nationaler Krise und Quelle oder Karstadt-Pleite gesprochen hätten und gleichzeitig auch nur ein Wort an der Sache mit dem Optimismus gestimmt hätte.

Also heißt es seitens der Kaufhausleitung an das Personal:“weiter dümmlich grinsen“, denn das will der Kunde sehen. Wie gut, daß der Einzelhandel weiß, was ich sehen will…

Interessant auch folgende Meldung:

„Ein großer Renner des Weihnachtsgeschäfts war nach HDE-Angaben erneut Unterhaltungselektronik. Gefragt waren unter anderem Flachbildschirme mit neuer LED-Technologie und Multimedia-Handys. Auch hochwertiger Modeschmuck würde gerne verschenkt.“

Ist das jetzt ein umformulierter Media-Markt-Flyer oder tatsächlich eine ernstzunehmende Analyse des Käuferverhaltens…? Beides? Nichts davon?

Eine Runde Berlusconi für tagesschau.de

Nein, ich bin kein Berlusconi-Freund. Ich bin es weder weniger noch eher als ich es vor dem seltsamen Angriff durch einen offenbar Geisteskranken auf ihn war.

Was sich die tagesschau.de-Redaktion heute aber wieder leistet, ist einfach nur noch schlechter Stil. Da ist die Rede davon, daß die bisherigen Kritiker Berlusconis nun „ruhiggestellt“ seien. Man müsse ja quasi schon Mitleid mit dem Ministerpräsidenten haben. Es wird der Eindruck entdeckt, dies sei eine Art Zwang oder so. Dazu gibts dann noch ein paar aufgewärmte Geschmacklosigkeiten („…sie war von Berlusconi im Herbst nach kritischen Äußerungen als „eher schön denn intelligent“ beleidigt worden…“) und schon ist ein neuer negativer Artikel über SB fertig.

Wie gesagt, ich halte nichts von ihm und selbst, wenn ich es täte, dann bestimmt nicht aufgrund einer emotionalen Mitleidsregung.

Aber die tagesschau.de-Redaktion hält ihre Leser offensichtlich für ziemlich blöd.

tagesschau.de = tagesrückschau.de – und nochmal auf die Piraten…

Auf tagesschau.de gibts heute nochmal einen zusammenfassenden Artikel zum Wahlausgang aus Sicht der Piratenpartei.

Also ich habe für Tage, an denen es nicht viel zu berichten gibt, immer zwei oder drei vorgefertigte Artikel bereitliegen, die ich nur noch freischalten muß. Angesichts dessen, daß über die Sache mit den Piraten noch mal so richtig Dreck ausgeschüttet wird, erschleicht mich das Gefühl, daß aus Sicht der Tagesschau-Online-Redaktion heute ebenfalls nicht viel passiert sein muß in der Welt.

Nicht, daß ich Pirat wäre. Dazu habe ich bereits hier und da was geschrieben auf diesem Blog. Ich frage mich nur, welchen speziellen Anlaß die Ansammlung aller möglichen negativen – und teilweise aus dem Zusammenhang gerissenen – Aussagen über die PP haben soll. Die Wahl ist vorbei, der Wahlkampf aber offensichtlich nicht: nach der Wahl ist vor der Wahl.

%d Bloggern gefällt das: